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Sulmtaler

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Steiermark, Österreich (Sulmtal)
  • Rassestandard: Anerkannt durch den Österreichischen Geflügelzuchtverband sowie den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter); Europäischer Standard nach Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture (EE)
  • Größe: Mittelgroßes bis großes Huhn; Hähne erreichen eine stattliche Körperhöhe
  • Gewicht: Hahn 3,0–3,5 kg, Henne 2,5–3,0 kg
  • Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Hauptsächlich weizenfarbig; Hahn mit dunklem Hals- und Sattelbehang, Henne gleichmäßig goldweizenfarbig. Seltener in weißer Farbvariante.
  • Legeleistung: Ca. 150–180 Eier pro Jahr, cremefarben bis leicht getönt, Eigewicht ca. 55–60 g

Herkunft & Geschichte

Das Sulmtaler Huhn zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Hühnerrassen Österreichs. Seine Abstammung geht auf die steirische Landhuhnpopulation des Sulmtals zurück, einer fruchtbaren Region südwestlich von Graz. Bereits im 14. Jahrhundert waren die Kapauner – also kastrierte Hähne – aus dem Sulmtal als besondere Delikatesse bekannt und wurden an Adelshöfe in ganz Europa geliefert. Der Sulmtaler Kapaun galt über Jahrhunderte hinweg als eines der edelsten Geflügelprodukte des Kontinents.

Die systematische Zucht als eigenständige Rasse begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch gezielte Einkreuzung von Cochins und Houdans in die vorhandenen Landhühner wurde der Typ veredelt und vereinheitlicht. Der steirische Geflügelzüchter und Fachmann Josef Marek spielte dabei eine zentrale Rolle. Um 1900 wurde die Rasse erstmals auf Geflügelausstellungen präsentiert und fand rasch Anerkennung bei Zuchtverbänden im deutschsprachigen Raum.

Im 20. Jahrhundert geriet das Sulmtaler Huhn durch die Industrialisierung der Geflügelhaltung zunehmend in Vergessenheit. Hochleistungshybriden verdrängten die robusten Zweinutzungshühner. In den 1980er und 1990er Jahren erreichte der Bestand ein kritisches Minimum. Engagierte Züchter und Erhaltungsinitiativen, darunter die ARCHE Austria, retteten die Rasse vor dem Aussterben. Heute steht das Sulmtaler auf der Roten Liste gefährdeter Nutztierrassen und erfährt als kulinarisches Kulturerbe der Steiermark wieder wachsende Wertschätzung.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Sulmtaler ist ein kräftiges, kompakt gebautes Huhn mit breitem Rücken und tiefer Brust. Der Körper wirkt rechteckig und fleischig – ein deutlicher Hinweis auf die ursprüngliche Verwendung als Masthuhn. Die Beine sind mittellang, kräftig und unbefiedert, von fleischfarbener bis hellgrauer Färbung.

Besonders markant ist der kleine Wickelkamm der Henne, ein sogenannter Becherförmiger Schopfkamm, der als typisches Rassemerkmal gilt. Der Hahn trägt dagegen einen einfachen, mittelgroßen Stehkamm mit gleichmäßigen Zacken. Die Ohrscheiben sind weiß bis cremeweiß, die Augen lebhaft orangerot.

Das Gefieder der weizenfarbigen Variante ist beim Hahn besonders prächtig: Goldener Halsbehang mit dunkler Schaftstrichzeichnung, rotbrauner Rücken und schwarzgrün glänzender Schwanz. Die Henne zeigt ein gleichmäßiges, warmes Weizenbraun mit feiner, dunkler Rieselung. Dieser Farbschlag ist der mit Abstand häufigste und im Rassestandard primär beschrieben.

Charakter & Wesen

Sulmtaler gelten als ausgesprochen ruhige, gelassene und zutrauliche Hühner. Sie sind wenig schreckhaft und entwickeln bei regelmäßigem Kontakt mit dem Halter eine bemerkenswerte Zutraulichkeit. Aggressives Verhalten ist selbst unter Hähnen vergleichsweise selten, was die Haltung in gemischten Gruppen erleichtert.

Die Hennen zeigen einen ausgeglichenen Charakter und einen gewissen Bruttrieb, der allerdings nicht so stark ausgeprägt ist wie bei ausgesprochenen Naturbruthennen. Sulmtaler sind neugierig, aber nicht übermäßig aktiv – sie gehen bedächtig auf Futtersuche und halten sich gerne in Gruppennähe auf. Ihre ruhige Wesensart macht sie zu angenehmen Gartenbewohnern, die weder durch extremes Scharren noch durch lautes Gackern negativ auffallen.

Haltung & Pflege

Sulmtaler sind unkomplizierte, robuste Hühner, die sowohl im Freilauf als auch in großzügigen Ausläufen gut zurechtkommen. Für eine artgerechte Haltung empfiehlt sich ein ausreichend bemessener Grünauslauf von mindestens 10 Quadratmetern pro Tier. Trotz ihrer Größe sind Sulmtaler passable Flieger, weshalb eine Umzäunung von mindestens 1,20 Meter Höhe ratsam ist.

Der Stall sollte trocken, zugluftfrei und gut belüftet sein. Pro Tier sind mindestens 0,5 Quadratmeter Stallfläche einzuplanen. Erhöhte Sitzstangen mit einem Durchmesser von etwa 5 Zentimetern werden aufgrund des höheren Körpergewichts benötigt. Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst, ein Sandbad zur Parasitenvorbeugung sollte stets zur Verfügung stehen.

Besondere Beschäftigung ist bei ausreichendem Auslauf kaum nötig. Sulmtaler verbringen den Großteil des Tages mit der natürlichen Futtersuche. In kleineren Gehegen helfen verstreutes Körnerfutter, Laubhaufen oder aufgehängte Gemüsestücke, Langeweile zu vermeiden.

Ernährung

Als Zweinutzungsrasse mit guter Fle