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Sundheimer

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Sundheim, Baden (Deutschland)
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit 1886
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 3,5 kg
  • Gewicht Henne: 2,0 – 2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180 – 220 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55 – 60 g, hellbraun bis gelblich
  • Lebenserwartung: 6 – 8 Jahre
  • Gefieder: Columbia-Zeichnung (weißer Grundton mit schwarzem Halsbehang und schwarzen Schwanzfedern)
  • Besonderheit: Älteste deutsche Zwiehuhnrasse, auf der Roten Liste der GEH als gefährdet eingestuft

Herkunft & Geschichte

Das Sundheimer Huhn stammt aus dem Ort Sundheim bei Kehl am Rhein in Baden und gehört zu den ältesten deutschen Hühnerrassen überhaupt. Seine Entstehungsgeschichte reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals begannen engagierte Züchter in der Region, schwere asiatische Rassen wie Brahma und Cochin mit einheimischen Landhühnern zu kreuzen. Ziel war es, ein leistungsfähiges Zweinutzungshuhn zu schaffen, das sowohl eine gute Fleischqualität als auch eine zuverlässige Legeleistung bietet – ein Anspruch, der damals in der bäuerlichen Geflügelhaltung von zentraler Bedeutung war.

Um 1886 wurde die Rasse erstmals offiziell anerkannt und erhielt ihren Namen nach dem Ursprungsort. Der Sundheimer Geflügelzuchtverein, gegründet bereits 1886, trieb die gezielte Zucht maßgeblich voran und legte den Rassestandard fest. Im Laufe des 20. Jahrhunderts geriet das Sundheimer Huhn durch die Industrialisierung der Geflügelhaltung und die Verdrängung durch Hybridrassen zunehmend in Vergessenheit. Heute steht es auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) und wird als stark gefährdet eingestuft. Engagierte Züchter und Zuchtverbände arbeiten intensiv daran, die Bestände zu sichern und das genetische Erbe dieser wertvollen Rasse zu bewahren.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Sundheimer Huhn ist ein stattliches, kräftig gebautes Huhn mit breiter Brust und einem gedrungenen, rechteckigen Körperbau, der seine Eignung als Fleischhuhn sofort erkennen lässt. Der Rücken ist breit und lang, die Schultern markant ausgeprägt. Die Haltung ist aufrecht, aber nicht übertrieben steil.

Das auffälligste Merkmal ist die sogenannte Columbia-Zeichnung: Das Gefieder zeigt einen reinweißen Grundton, während der Halsbehang schwarz gestreift ist und die Schwanzfedern ebenfalls schwarz gefärbt sind. Die Steuerfedern des Schwanzes können einen grünlichen Glanz aufweisen. Das Gefieder liegt insgesamt locker am Körper an, ohne jedoch zu üppig zu wirken.

Charakteristisch sind außerdem die befiederten Läufe – ein Erbe der Brahma-Abstammung. Die Laufbefiederung ist moderat ausgeprägt und darf laut Rassestandard nicht zu stark entwickelt sein. Die Läufe selbst sind fleischfarben bis rosafarben. Der Kopf trägt einen mittelgroßen Einfachkamm, der bei der Henne etwas kleiner ausfällt als beim Hahn. Kehllappen und Ohrscheiben sind rot, die Augen orangerot. Der Schnabel ist hell hornfarben.

Charakter & Wesen

Sundheimer Hühner gelten als ausgesprochen ruhig, friedlich und zutraulich. Sie zeigen ein ausgeglichenes Temperament und werden bei regelmäßigem Kontakt zum Menschen schnell handzahm. Diese Eigenschaft macht sie besonders beliebt bei Familien und Hobbyzüchtern, die Wert auf unkomplizierte, menschenbezogene Tiere legen.

Die Rasse ist nicht flugfreudig, was die Haltung erheblich erleichtert. Sundheimer Hühner sind untereinander verträglich und fügen sich problemlos in gemischte Gruppen ein. Hähne verhalten sich in der Regel wenig aggressiv gegenüber anderen Hähnen und zeigen ein wachsames, aber nicht übertrieben nervöses Verhalten. Die Hennen sind gute Brüterinnen und kümmern sich zuverlässig um ihren Nachwuchs, was bei vielen modernen Rassen längst verloren gegangen ist.

Haltung & Pflege

Sundheimer Hühner stellen keine übermäßig hohen Anforderungen an ihre Haltung, benötigen aber dennoch ausreichend Platz und Struktur. Ein geräumiger Auslauf mit Grünfläche ist ideal, da die Tiere gerne scharren und nach Futter suchen. Da sie kaum fliegen, genügt ein Zaun von etwa 1,20 Meter Höhe, um den Auslauf zu sichern.

Der Stall sollte trocken, gut belüftet und zugfrei sein. Aufgrund der Laufbefiederung ist besonders auf trockene Einstreu zu achten, da nasse oder verschmutzte Federn an den Läufen Entzündungen und Parasiten begünstigen können. Regelmäßiges Ausmisten und frische Einstreu aus Stroh oder Hobelspänen sind daher unerlässlich.

Die Gefiederpflege beschränkt sich im Wesentlichen auf die Kontrolle der Laufbefiederung. Ein Sandbad sollte jederzeit zur Verfügung stehen, damit die Tiere ihr Gefieder eigenständig pflegen und Parasiten vorbeugen können. In den Wintermonaten sollte der Kamm bei starkem Frost mit Vaseline geschützt werden.

Ernährung

Sundheimer Hühner benötigen als Zweinutzungsrasse eine ausgewogene und proteinreiche Ernährung. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen bildet die Grundlage und deckt den Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen ab. Zusätzlich sollte ausreichend Muschelkalk oder Austernschalen angeboten werden, um die Kalziumversorgung für eine stabile Eischalenbildung sicherzustellen.

Grünfutter, Gemüsereste, Salat und Kräuter bereich