Sußex
SRassen > Hühnerrassen
Steckbrief
- Herkunft: Grafschaft Sussex, England
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) sowie den britischen Poultry Club of Great Britain; in der Kategorie schwere Hühnerrassen geführt
- Gewicht: Hahn 3,5–4,5 kg, Henne 3,0–3,5 kg
- Körperbau: Breit, tief gestellt, kastenförmig
- Legeleistung: ca. 180–220 Eier pro Jahr, Eigewicht ca. 58–62 g, Schalenfarbe gelbbraun bis cremefarben
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre, bei guter Haltung bis 10 Jahre
- Gefieder/Farbenschläge: Weiß-Schwarzcolumbia (Light Sussex), Rotcolumbia, Braun-Porzellanfarbig, Grausilber, Gelb-Schwarzcolumbia, Weiß und weitere zugelassene Farbenschläge
Herkunft & Geschichte
Das Sussex-Huhn gehört zu den ältesten englischen Hühnerrassen und hat seine Wurzeln in der gleichnamigen Grafschaft im Südosten Englands. Bereits zur Zeit der römischen Besetzung Britanniens sollen in dieser Region schwere, fleischbetonte Hühner gehalten worden sein, die als Vorläufer der heutigen Rasse gelten. Die systematische Zucht begann im 19. Jahrhundert, als Züchter in Sussex gezielt einheimische Landschläge mit asiatischen Rassen wie Brahma und Cochin kreuzten, um ein produktives Zweinutzungshuhn zu schaffen.
Erstmals auf einer Geflügelausstellung gezeigt wurde das Sussex-Huhn 1845 auf der ersten großen Poultry Show in London. Der bekannteste und bis heute beliebteste Farbenschlag ist der weiß-schwarzcolumbia gefärbte Light Sussex, der sich durch sein leuchtendes Weiß mit schwarzer Halszeichnung und schwarzen Schwanzfedern auszeichnet. In England wurde die Rasse schnell zum Inbegriff des wirtschaftlichen Farmhuhns und diente als Grundlage für zahlreiche kommerzielle Zuchtlinien im 20. Jahrhundert.
In Deutschland wurde das Sussex-Huhn Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt und fand rasch Verbreitung unter Rassegeflügelzüchtern. Der BDRG führt die Rasse in seinem Rassestandard und betreut über den Sonderverein der Sussex-Züchter die Zuchtarbeit. Die Abstammung ist gut dokumentiert, und die Rasse gilt heute als gesichert, wenngleich ursprüngliche Wirtschaftslinien zunehmend von Ausstellungslinien verdrängt wurden.
Aussehen & Rassemerkmale
Das Sussex-Huhn ist ein massiges, breit gebautes Huhn mit einem auffallend rechteckigen, kastenförmigen Körper. Der Rücken ist lang und breit, die Brust tief und voll. Die Schultern sind kräftig, der Körper steht relativ tief auf mittelhohen, kräftigen Läufen. Die Lauffarbe ist bei den meisten Farbenschlägen weiß bis fleischfarben – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Rassen.
Der Kopf ist mittelgroß mit einem aufrechten, einfachen Kamm, der vier bis fünf gleichmäßige Zacken aufweist. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen je nach Farbenschlag orange bis rot. Der Schnabel ist leicht gebogen und hell hornfarben. Das Gefieder liegt straff am Körper an und ist dicht, was der Rasse eine gute Wetterbeständigkeit verleiht.
Der mit Abstand populärste Farbenschlag ist der Light Sussex (Weiß-Schwarzcolumbia): reines Weiß am Körper mit einem schwarzen Halsbehang, der weiß gesäumt ist, sowie schwarzen Schwanzfedern mit grünlichem Glanz. Daneben existieren zahlreiche weitere anerkannte Farbenschläge, darunter der eher seltene braun-porzellanfarbige und der grausilberne Schlag.
Charakter & Wesen
Sussex-Hühner gelten als ausgesprochen ruhig, zutraulich und menschenbezogen. Wer ein Huhn sucht, das schnell zahm wird und dem Halter regelrecht folgt, findet in dieser Rasse einen idealen Partner. Die Tiere sind neugierig und zeigen ein aktives Futtersuchverhalten, ohne dabei nervös oder flüchtig zu wirken. Im Vergleich zu anderen schweren Rassen sind sie überraschend lebhaft und bewegen sich gern im Freilauf.
Hähne sind in der Regel wachsam, aber nicht übermäßig aggressiv gegenüber Menschen. Gegenüber anderen Hühnern verhalten sich Sussex-Tiere meist verträglich und fügen sich problemlos in gemischte Herden ein. Die Hennen zeigen häufig einen ausgeprägten Bruttrieb und sind zuverlässige Glucken, was die natürliche Nachzucht erleichtert. Insgesamt ist die Rasse als gutmütig, treu und unkompliziert zu beschreiben – Eigenschaften, die sie besonders für Familien und Anfänger attraktiv machen.
Haltung & Pflege
Sussex-Hühner sind robust und anpassungsfähig. Sie eignen sich sowohl für die Freilandhaltung als auch für großzügige Gehege. Ein ausreichender Auslauf sollte gewährleistet sein, da die Tiere gern scharren und nach Futter suchen. Mindestens 10 Quadratmeter Auslauffläche pro Tier sind empfehlenswert. Da die Rasse nicht besonders flugfreudig ist, genügt ein Zaun von etwa 1,20 Meter Höhe in den meisten Fällen.
Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Aufgrund ihres Gewichts benötigen Sussex-Hühner breitere Sitzstangen, die nicht zu hoch angebracht sein sollten, um Verletzungen beim Abspringen zu vermeiden. Die Gefiederpflege ist unkompliziert: Das straffe, dichte Gefieder neigt kaum zum Verfilzen. Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten wie Milben und Federlinge gehört zur Standardpflege. Ein Sandbad sollte stets zur Verfügung stehen.
Besondere Beschäftigung ist bei dieser intelligenten Rasse willkommen. Versteckte Leckerbissen, Grünfutterstellen oder aufgehängte Kohlköpfe regen das natürliche Verhalten an und beugen Langeweile vor.
Ernährung
Als Zw