Tayra
TTierart – Säugetiere > Raubtiere – Marder
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Eira barbara
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Marder (Mustelidae)
- Unterfamilie: Guloninae
- Gattung: Eira (monotypisch)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Mittel- und Südamerikas
- Körperlänge: 56–68 cm (ohne Schwanz)
- Schwanzlänge: 37–47 cm
- Gewicht: 2,7–7 kg
- Lebenserwartung: Bis zu 18 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich deutlich kürzer
Aussehen & Merkmale
Die Tayra ist ein mittelgroßer Vertreter der Marderfamilie mit einem langgestreckten, muskulösen Körper und vergleichsweise kurzen Beinen. Der Kopf ist breit und flach, die Ohren klein und abgerundet. Das Fell ist kurz, dicht und überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Auffällig ist ein heller Fleck auf der Brust, der je nach Individuum gelblich, orange oder weiß erscheinen kann – bei manchen Tieren fehlt er jedoch ganz. Der Kopf- und Nackenbereich ist häufig etwas heller als der restliche Körper, was bei einzelnen Populationen zu einer deutlich graubraunen bis gelblichen Kopffärbung führt.
Der lange, buschige Schwanz dient als Balancierhilfe beim Klettern. Die Pfoten sind mit kräftigen, leicht gebogenen Krallen ausgestattet, die sowohl beim Erklimmen von Bäumen als auch beim Graben nützlich sind. Die Sohlen sind unbehaart, was zusätzlichen Halt auf glatten Ästen bietet. Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen, der Geschlechtsdimorphismus ist jedoch nicht stark ausgeprägt.
Gelegentlich treten gelblich-blonde Individuen auf, eine Farbvariante, die in manchen Regionen nicht selten ist und früher als eigene Unterart beschrieben wurde.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Tayra erstreckt sich von Südmexiko über ganz Mittelamerika bis in weite Teile Südamerikas, einschließlich Brasiliens, Kolumbiens, Venezuelas, der Guyanas, Ecuadors, Perus, Boliviens, Paraguays und des nördlichen Argentiniens. Auch auf der Insel Trinidad kommt die Art vor.
Ihr bevorzugtes Habitat sind tropische und subtropische Regenwälder, doch die Tayra zeigt sich erstaunlich anpassungsfähig. Sie besiedelt ebenso Nebelwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen, Sekundärwälder, Waldränder und Plantagen. In manchen Regionen wird sie selbst in der Nähe menschlicher Siedlungen beobachtet. Die Art kommt vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 2.400 Metern vor, vereinzelt auch darüber. Dichte, geschlossene Waldbestände werden als Biotop bevorzugt, offene Graslandschaften und Wüsten meidet die Tayra hingegen konsequent.
Ernährung
Die Tayra ist ein ausgesprochener Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Einen wesentlichen Teil ihrer Nahrung machen Früchte aus – eine Besonderheit unter den Mardern, die überwiegend carnivor leben. Daneben erbeutet sie kleine bis mittelgroße Wirbeltiere wie Nagetiere, Kaninchen, Eidechsen, Vögel und deren Eier. Auch Insekten, Honig und Aas werden nicht verschmäht.
Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Jahreszeit und regionalem Angebot. In Zeiten reichhaltiger Fruchtproduktion kann der pflanzliche Anteil überwiegen, während in anderen Perioden tierische Beute dominiert. Tayras sind geschickte Jäger, die ihre Beute sowohl am Boden als auch in den Bäumen verfolgen. Es gibt Beobachtungen, dass Tayras unreife Kochbananen verstecken und erst nach einigen Tagen zurückkehren, um die nachgereiften Früchte zu fressen – ein Verhalten, das auf eine Form der Vorratshaltung und vorausschauenden Planung hindeutet.
Verhalten & Lebensweise
Im Gegensatz zu vielen anderen Marderarten ist die Tayra vorwiegend tagaktiv, wobei die Aktivitätsschwerpunkte in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden liegen. Sie bewegt sich sowohl am Boden als auch im Geäst der Bäume mit großer Gewandtheit und kann weite Sprünge zwischen Ästen vollführen. Auch Schwimmen beherrscht sie problemlos.
Tayras leben einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren, oft handelt es sich dabei um Mutter-Jungtier-Verbände oder Paare. Die Tiere nutzen Baumhöhlen, verlassene Baue anderer Tiere oder dichte Vegetation als Schlafplätze und Ruhestätten. Ihr Revier markieren sie mit dem Sekret ihrer Analdrüsen. Die Reviergrößen variieren erheblich und können je nach Lebensraumqualität zwischen 5 und 25 Quadratkilometern betragen.
Die Kommunikation erfolgt über verschiedene Lautäußerungen, darunter bellende, knurrende und schnurrende Laute. Bei Bedrohung kann die Tayra ein übelriechendes Sekret aus den Analdrüsen absondern, das jedoch weniger intensiv ist als das verwandter Musteliden wie etwa der Skunks.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Tayra ist nicht strikt saisonal gebunden, wobei Geburten in manchen Regionen gehäuft im Frühjahr auftreten. Nach einer Tragzeit von etwa 63 bis 70 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein bis drei Jungtiere zur Welt, seltener auch vier. Es gibt Hinweise auf eine verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle (Keimruhe), wie sie bei anderen Mardern verbreitet ist, doch die Datenlage hierzu ist nicht eindeutig.
Die Jungtiere kommen blind und weitgehend hilflos zur Welt. Ihre Augen öffnen sich nach etwa 35 bis 58 Tagen. Die Entwöhnung erfolgt mit etwa zwei bis drei Monaten, doch die Jungtiere