Teichfrosch
TTierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pelophylax esculentus (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Echte Frösche (Ranidae)
- Gattung: Wasserfrösche (Pelophylax)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Teiche, Weiher, Gräben, Flussauen
- Größe: 6–12 cm Kopf-Rumpf-Länge
- Gewicht: 15–40 g
- Lebenserwartung: 6–12 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Teichfrosch ist ein mittelgroßer Froschlurch, dessen Körperbau zwischen seinen beiden Elternarten – dem Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) und dem Seefrosch (Pelophylax ridibundus) – liegt. Die Oberseite ist variabel gefärbt und reicht von einem kräftigen Grasgrün über Olivgrün bis hin zu bräunlichen Tönen. Viele Individuen tragen eine helle, gelblich-grüne Rückenmittellinie, die vom Kopf bis zur Kloake verläuft. Die Flanken und der Rücken sind mit unregelmäßigen dunklen Flecken besetzt. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich und kann eine schwache dunkle Marmorierung aufweisen.
Die Haut ist relativ glatt, besitzt jedoch ausgeprägte Drüsenleisten (Dorsolateralfalten), die an den Körperseiten entlanglaufen. Die Hinterbeine sind kräftig und lang, die Zehen durch deutliche Schwimmhäute verbunden. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist der innere Fersenhöcker, der beim Teichfrosch klein und flach ausfällt – im Unterschied zum Kleinen Wasserfrosch, dessen Fersenhöcker größer und stärker gewölbt ist. Die Männchen besitzen paarige, seitlich am Kopf liegende Schallblasen, die bei der Lautäußerung als helle, kugelförmige Strukturen hervortreten.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Teichfroschs erstreckt sich über weite Teile Europas, von Frankreich im Westen bis nach Russland im Osten. Nördlich reicht das Areal bis Südschweden und in die baltischen Staaten, südlich bis Norditalien und den nördlichen Balkan. In Mitteleuropa ist er eine der häufigsten Amphibienarten und nahezu flächendeckend anzutreffen.
Als Habitat bevorzugt der Teichfrosch stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichlich Unterwasser- und Ufervegetation. Typische Biotope sind Teiche, Weiher, Altarme, Gräben, Parkgewässer und die Verlandungszonen größerer Seen. Er besiedelt sowohl natürliche als auch künstlich angelegte Gewässer wie Gartenteiche und Kiesgruben. Im Vergleich zum Seefrosch zeigt er eine stärkere Bindung an kleinere Gewässer, während er größere und tiefere Wasserkörper eher meidet. An Land hält er sich meist in unmittelbarer Gewässernähe auf und entfernt sich nur selten weit vom Ufer.
Ernährung
Der Teichfrosch ernährt sich als opportunistischer Prädator von einer breiten Palette an Wirbellosen. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Fliegen, Käfer, Libellen und deren Larven, daneben Spinnen, Schnecken und Würmer. Größere Exemplare nehmen gelegentlich auch kleine Wirbeltiere auf, darunter junge Frösche anderer Arten, Kaulquappen und kleine Fische. Die Beute wird überwiegend visuell wahrgenommen und mit einem schnellen Vorschnellen der klebrigen Zunge erbeutet. Der Teichfrosch jagt sowohl im Wasser als auch an Land, wobei er sich häufig am Gewässerrand auf die Lauer legt und auf vorbeikommende Beutetiere wartet.
Verhalten & Lebensweise
Teichfrösche sind überwiegend tagaktiv, zeigen aber auch in der Dämmerung und in warmen Nächten Aktivität. Sie sind ausgeprägte Sonnenanbeter und verbringen einen erheblichen Teil des Tages beim Sonnenbaden auf Seerosenblättern, Steinen oder am Uferrand. Bei Störung springen sie mit einem charakteristischen Satz ins Wasser und tauchen unter.
Die Art bildet keine Reviere im engeren Sinne, zeigt aber während der Fortpflanzungszeit eine gewisse räumliche Bindung an bevorzugte Rufplätze. Männchen rufen oft in dichten Chorverbänden, wobei der Ruf ein rhythmisches, laut knarrendes „Ärrr-ärrr-ärrr" darstellt, das in warmen Frühlingsnächten weithin hörbar ist. Teichfrösche überwintern je nach Lokalität im Schlamm am Gewässergrund oder in frostfreien Verstecken an Land, etwa in Erdlöchern, unter Steinen oder im Wurzelbereich von Bäumen. Die Winterruhe dauert in Mitteleuropa etwa von Oktober bis März.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt je nach Witterung im April oder Mai und kann bis in den Juni hinein andauern. Die Balz findet im Wasser statt, wobei die Männchen durch ausdauernde Rufe Weibchen anlocken. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen von hinten in der sogenannten Amplexus-Haltung. Das Weibchen gibt daraufhin mehrere hundert bis einige tausend Eier in kleinen Laichklumpen oder lockeren Laichballen ab, die an Wasserpflanzen oder auf dem Gewässergrund abgelegt werden.
Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und durchlaufen über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten die Metamorphose zum Jungfrosch. Während dieser Phase ernähren sie sich zunächst von Algen und Detritus, später zunehmend auch von tierischer Kost. Die Geschlechtsreife wird nach etwa zwei bis drei Jahren erreicht. Eine elterliche Fürsorge nach der Eiablage findet nicht statt.
Bedrohung & Schutzstatus
Der Teichfrosch wird von der IUCN auf der Roten Liste als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In Deutschland ist er durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Zudem f