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Termite

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Tierart – Insekten > Sonstige Insekten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Isoptera (traditionell); heute als Infraordnung innerhalb der Blattodea (Schaben) klassifiziert
  • Ordnung: Blattodea (Schaben)
  • Familien: u. a. Rhinotermitidae, Termitidae, Kalotermitidae, Mastotermitidae, Hodotermitidae (insgesamt ca. 9 Familien mit rund 3.000 beschriebenen Arten)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen weltweit; einige Arten auch in gemäßigten Breiten
  • Größe: Arbeiterinnen 4–15 mm; Königinnen mancher Arten bis über 10 cm (Hinterleib)
  • Gewicht: Arbeiterinnen 1–5 mg; physogastrische Königinnen bis zu mehreren Gramm
  • Lebenserwartung: Arbeiterinnen und Soldaten wenige Monate bis ca. 2 Jahre; Königinnen bis zu 30–50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Termiten werden umgangssprachlich oft als „weiße Ameisen" bezeichnet, obwohl sie taxonomisch nicht mit den Ameisen (Formicidae) verwandt sind. Ihr Körper ist weichhäutig, meist blass-weiß bis gelblich gefärbt und nur schwach chitinisiert. Im Gegensatz zu Ameisen besitzen Termiten keine deutliche Wespentaille – Thorax und Abdomen gehen nahezu nahtlos ineinander über. Die Fühler sind perlschnurartig (moniliform) und unterscheiden sich damit von den geknickten Antennen der Ameisen.

Innerhalb einer Kolonie treten verschiedene Kasten auf, die sich äußerlich deutlich unterscheiden. Arbeiter sind blind, flügellos und mit kauenden Mundwerkzeugen ausgestattet. Soldaten tragen je nach Art stark vergrößerte Mandibeln oder eine nasenförmige Fontanelle, aus der ein klebriges Wehrsekret abgesondert werden kann (sogenannte Nasuti-Soldaten bei der Familie Termitidae). Die Geschlechtstiere – Könige und Königinnen – besitzen zunächst zwei Paar gleich große, häutige Flügel, die nach dem Schwärmflug an vorgebildeten Bruchstellen abgeworfen werden. Bei der Königin schwillt das Abdomen durch die enorme Eiproduktion im Laufe der Zeit stark an (Physogastrie).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Termiten erstreckt sich überwiegend über die Tropen und Subtropen. Die größte Artendichte findet sich in den tropischen Regenwäldern Afrikas, Südamerikas und Südostasiens. Einzelne Gattungen wie Reticulitermes kommen jedoch auch in gemäßigten Breiten vor – in Europa etwa Reticulitermes flavipes und Reticulitermes lucifugus, die im Mittelmeerraum und vereinzelt sogar in Städten wie Hamburg und Paris nachgewiesen wurden.

Je nach Art besiedeln Termiten unterschiedliche Habitate: Bodentermiten (z. B. Coptotermes) legen unterirdische Gangsysteme an, Trockenkäfertermiten (Kalotermitidae) leben direkt im Holz, und Höhere Termiten der Familie Termitidae errichten teils monumentale oberirdische Bauten. Diese Termitenbauten – auch Termitenhügel genannt – können Höhen von über sechs Metern erreichen und sind aus einer Mischung von Erde, Speichel und Kot gefertigt. Sie verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, das Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Inneren reguliert.

Ernährung

Termiten ernähren sich vorwiegend von Zellulose, die sie aus totem Holz, Laub, Humus, Gras oder Dung gewinnen. Da Zellulose für die meisten Tiere unverdaulich ist, sind Termiten auf die Hilfe von Symbionten angewiesen. Bei stammesgeschichtlich älteren Gruppen (sogenannte „niedere Termiten") leben einzellige Flagellaten im Enddarm, die den Zelluloseabbau übernehmen. Bei den Höheren Termiten (Termitidae) übernehmen stattdessen spezialisierte Bakteriengemeinschaften diese Funktion.

Eine Sonderstellung nehmen die Pilzzüchtenden Termiten der Unterfamilie Macrotermitinae ein. Sie bauen in ihren Nestern sogenannte Pilzgärten an, in denen sie den Pilz Termitomyces kultivieren. Vorverdautes Pflanzenmaterial wird dem Pilz als Substrat zugeführt; die Termiten ernähren sich dann von den nährstoffreichen Pilzstrukturen. Diese Form der Landwirtschaft besteht seit mindestens 30 Millionen Jahren.

Verhalten & Lebensweise

Termiten sind eusoziale Insekten und leben in streng organisierten Staaten mit Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Kasten. Eine Kolonie besteht typischerweise aus einem Königspaar, Arbeitern, Soldaten und – zu bestimmten Zeiten – geflügelten Geschlechtstieren (Alatae). Die Koloniegrößen variieren je nach Art erheblich: Kleine Trockenholztermiten-Völker umfassen wenige hundert Individuen, während Kolonien von Macrotermes bellicosus mehrere Millionen Tiere zählen können.

Die Kommunikation innerhalb der Kolonie erfolgt überwiegend chemisch über Pheromone sowie durch Vibrationen, die durch Kopfschlagen auf den Untergrund erzeugt werden. Arbeiter übernehmen die Nahrungsbeschaffung, den Nestbau und die Brutpflege. Soldaten verteidigen die Kolonie gegen Fressfeinde – vor allem Ameisen, die zu den bedeutendsten natürlichen Gegenspielern der Termiten zählen. Viele Termitenarten sind lichtscheu und meiden den direkten Kontakt mit der Außenwelt; ihre Aktivitäten finden überwiegend im Inneren des Nestes oder in überdachten Laufgängen statt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Zur Fortpflanzungszeit – in den Tropen meist zu Beginn der Regenzeit – verlassen geflügelte Geschlechtstiere das Nest in großen Schwärmen. Nach einem kurzen Flug werfen sie die Flügel ab. Männchen und Weibchen finden sich paarweise zusammen und suchen gemeinsam einen geeigneten Nistplatz. Dieses Gründerpaar wird zur Königin und zum König der neuen Kolonie.

Die Königin legt zunächst nur wenige Eier. Erst im