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Tigerfink

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Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Amandava amandava
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
  • Gattung: Amandava
  • Lebensraum: Graslandschaften, Feuchtgebiete, Reisfelder und Buschland in Süd- und Südostasien
  • Größe: 9–10 cm
  • Gewicht: 7–10 g
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 10 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Tigerfink gehört zu den kleinsten Vertretern der Prachtfinken und verdankt seinen deutschen Namen der auffälligen weißen Punktzeichnung auf den Flanken und Flügeldecken, die an das Muster eines Tigerfells erinnert. Er wird im deutschsprachigen Raum auch als Tigerfink, Amarant oder häufiger als Roter Astrild bezeichnet. Im Englischen ist er unter dem Namen „Red Avadavat" oder „Strawberry Finch" bekannt.

Das Gefieder des Männchens zeigt im Prachtkleid eine intensive rote Grundfärbung an Kopf, Brust und Oberseite, durchsetzt mit zahlreichen kleinen weißen Tupfen. Der Bürzel leuchtet ebenfalls kräftig rot. Außerhalb der Brutzeit verblasst die Rotfärbung deutlich und weicht einem eher bräunlichen Ton, wobei die charakteristische Punktzeichnung erhalten bleibt. Das Weibchen ist insgesamt schlichter gefärbt: Die Oberseite erscheint graubraun, die Unterseite heller mit einem leichten rötlichen Schimmer an Bürzel und Flanken. Auch beim Weibchen sind die weißen Punkte vorhanden, jedoch weniger kontrastreich. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern kegelförmig, kompakt und rot bis dunkelrot gefärbt. Die Augen sind dunkelbraun, die Beine fleischfarben.

Jungvögel ähneln zunächst dem Weibchen und zeigen erst nach der ersten vollständigen Mauser die geschlechtstypische Ausfärbung.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Tigerfinken erstreckt sich über weite Teile des indischen Subkontinents, von Pakistan über Indien, Nepal und Bangladesch bis nach Myanmar, Thailand und Teile Südchinas. Eingeführte Populationen existieren zudem auf verschiedenen tropischen Inseln sowie in Teilen Südeuropas, etwa auf der Iberischen Halbinsel, wo sich verwilderte Bestände etabliert haben.

Der bevorzugte Lebensraum umfasst offene bis halboffene Landschaften mit dichter Bodenvegetation. Tigerfrinken besiedeln Feuchtgebiete, Schilfgürtel, Ufervegetation entlang von Flüssen und Seen, Reisfelder sowie hohes Grasland. Trockene Habitate werden gemieden. Die Art zeigt eine deutliche Bindung an Wasser und hält sich bevorzugt in der Nähe von Gewässern auf. Auch in der Kulturlandschaft ist der Tigerfink regelmäßig anzutreffen – Reisanbaugebiete und bewässerte Felder bieten ihm sowohl Nahrung als auch Deckung.

Ernährung

Der Tigerfink ernährt sich überwiegend von Sämereien kleiner Gräser und Wildkräuter. Reiskörner und andere Getreidesamen werden ebenfalls aufgenommen, was den Vögeln in landwirtschaftlich genutzten Regionen gelegentlich den Ruf eines Ernteschädlings einbringt. Ergänzend stehen kleine Insekten und deren Larven auf dem Speiseplan – insbesondere während der Brutzeit steigt der Proteinbedarf, und die Altvögel verfüttern verstärkt tierische Kost an die Nestlinge. Die Nahrungssuche findet vorwiegend am Boden oder in niedriger Vegetation statt. In kleinen Trupps durchstreifen Tigerfinken systematisch Grasbestände und picken Samen direkt von den Halmen.

Verhalten & Lebensweise

Tigerfinken sind tagaktive Vögel mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich zu Schwärmen von mehreren Dutzend bis über hundert Individuen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und abends dicht gedrängt in Schilfbeständen oder Büschen übernachten. Diese Schlafgemeinschaften bieten Schutz vor Auskühlung und Fressfeinden.

Der Gesang des Männchens ist leise, hoch und melodisch – eine schnelle Abfolge zarter, etwas silbriger Töne, die vor allem während der Balz vorgetragen werden. Das Männchen singt dabei häufig von einer erhöhten Warte aus, etwa einem Grashalm oder einer Schilfspitze. Die Balz umfasst neben dem Gesang auch ein typisches Verbeugungsverhalten, bei dem das Männchen einen Grashalm im Schnabel hält und sich rhythmisch vor dem Weibchen verneigt.

Gegenüber Artgenossen verhalten sich Tigerfinken weitgehend friedlich. Revierverhalten zeigt sich nur in unmittelbarer Nestnähe, und auch dort bleibt es bei kurzen Drohgebärden ohne ernsthaftere Auseinandersetzungen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit des Tigerfinken fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets mit der Regenzeit zusammen, wenn das Nahrungsangebot am reichhaltigsten ist. In Indien liegt die Hauptbrutzeit zwischen Juni und November. Beide Partner errichten gemeinsam ein kugelförmiges Nest aus Grashalmen und feinen Pflanzenfasern, das in dichter Vegetation nahe dem Boden oder in Schilfbeständen versteckt wird. Der Innenraum wird mit weichen Federn und Pflanzenflaum ausgepolstert.

Das Gelege besteht in der Regel aus 4 bis 7 weißen Eiern. Beide Altvögel brüten abwechselnd, wobei die Brutdauer etwa 11 bis 13 Tage beträgt. Die Nestlinge schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Eltern mit vorverdauter Nahrung gefüttert, zunächst überwiegend mit Insekten. Nach rund 18 bis 21 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, werden jedoch noch einige Tage weiter von den Altvögeln versorgt. Unter günstigen Bedingungen sind zwei bis