T Tierlexikon.net
← Lexikon

Tokeh

T

Tierart – Reptilien > Echsen – Geckos

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gekko gecko
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
  • Familie: Geckos (Gekkonidae)
  • Gattung: Gekko
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Felslandschaften, menschliche Siedlungen in Süd- und Südostasien
  • Größe: 25–35 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 150–300 g
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis über 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Tokeh (Gekko gecko) ist einer der größten Vertreter der Familie der Geckos und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 35 Zentimetern, wobei der Schwanz etwa die Hälfte der Körperlänge ausmacht. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen, der Kopf im Verhältnis zum Rumpf auffallend groß und breit. Die Augen sind groß, besitzen senkrecht geschlitzte Pupillen und sind – wie bei den meisten nachtaktiven Geckoarten – nicht mit beweglichen Lidern versehen. Stattdessen schützt eine transparente Schuppe, die sogenannte Brille, das Auge. Die Tiere reinigen diese regelmäßig mit der Zunge.

Die Grundfärbung der Haut variiert zwischen bläulichem Grau und Olivgrün. Über den gesamten Körper verteilen sich rötliche bis orangefarbene Flecken sowie helle, oft weißliche Tupfen. Diese Farbgebung dient der Tarnung in der natürlichen Umgebung aus Baumrinde und Fels. Die Haut ist mit feinen, körnigen Schuppen bedeckt, zwischen denen größere Tuberkelschuppen hervortreten. An den Zehen befinden sich Haftlamellen, die mit Millionen mikroskopisch kleiner Härchen (Setae) besetzt sind. Diese ermöglichen es dem Tokeh, selbst an glatten, senkrechten Flächen und kopfüber an Decken zu laufen – ein Prinzip, das auf Van-der-Waals-Kräften beruht.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Tokehs erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Er kommt von Nordostindien und Nepal über Bangladesh, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha bis nach Südchina, Malaysia, Indonesien und auf die Philippinen vor. Als Kulturfolger hat er sein Habitat darüber hinaus auf zahlreiche Gebiete ausgedehnt, in die er durch den Menschen eingeschleppt wurde, darunter Teile Floridas, einige Karibikinseln sowie Hawaii.

Der Tokeh bewohnt vorwiegend tropische Regenwälder, kommt aber ebenso in lichten Wäldern, an Felsklippen und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten vor. In seinem Biotop bevorzugt er vertikale Strukturen: Baumstämme, Felswände und Gebäudemauern. In ländlichen wie städtischen Siedlungen Südostasiens ist er ein häufiger Mitbewohner menschlicher Häuser, wo er sich tagsüber hinter Wandverkleidungen, in Dachsparren oder hinter Möbeln verbirgt.

Ernährung

Der Tokeh ist ein opportunistischer Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Er ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen Gliederfüßern, darunter Grillen, Heuschrecken, Kakerlaken, Käfer und Spinnen. Größere Exemplare erbeuten gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie junge Mäuse, kleine Eidechsen, Frösche und sogar andere, kleinere Geckoarten. Vereinzelt wurde auch die Aufnahme von kleinen Schlangen und nestjungen Vögeln beobachtet. Die Beute wird durch einen schnellen Vorstoß gepackt und mit den kräftigen Kiefern festgehalten. Der Tokeh ist ein Lauerjäger, der geduldig an einer Stelle verharrt und zuschlägt, sobald ein Beutetier in Reichweite kommt.

Verhalten & Lebensweise

Der Tokeh ist streng nachtaktiv. Tagsüber ruht er in Spalten, Baumhöhlen oder anderen Verstecken, die er über längere Zeiträume als feste Ruheplätze nutzt. Mit Einbruch der Dämmerung beginnt er seine Jagdaktivitäten, wobei er sich meist nicht weit von seinem Tagesversteck entfernt.

Die Art ist ausgesprochen territorial. Männchen verteidigen ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen und andere Eindringlinge. Bei Bedrohung reißen Tokehs das Maul weit auf, können kräftig zubeißen und dabei die Kiefer regelrecht verkrampfen, sodass ein Loslassen des Bisses erschwert wird. Zusätzlich stoßen sie bei Stress bellende oder zischende Laute aus.

Seinen Namen verdankt der Tokeh seinem markanten Ruf, einem lauten, zweisilbigen „To-keh" oder „Ge-cko", das die Männchen vor allem während der Paarungszeit in schneller Folge wiederholen. Dieser Ruf ist über beachtliche Distanzen hörbar und dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Anlockung von Weibchen. In Teilen Südostasiens gilt der Ruf des Tokehs als Glücksbringer – je öfter er nacheinander ruft, desto größer das verheißene Glück, so der Volksglaube.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Tokehs erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über die wärmeren Monate, kann in äquatornahen Regionen aber ganzjährig stattfinden. Die Balz wird durch die Rufe des Männchens eingeleitet. Zur Kopulation nähert sich das Männchen dem Weibchen und hält es mit einem Nackenbiss fest.

Das Weibchen legt pro Gelege ein bis zwei hartschalige Eier, die an festen Unterlagen wie Felswänden, Baumrinde oder Hauswänden angeklebt werden. Die Eier haften nach dem Trocknen so fest, dass sie ohne Beschädigung kaum entfernt werden können. Pro Saison können mehrere Gelege im Abstand von wenigen Wochen produziert werden. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur zwei bis sechs Monate. Die Schlüpflinge sind