Tokovogel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tockus (Gattung) bzw. diverse Arten innerhalb der Gattungen Tockus und Lophoceros
- Ordnung: Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes)
- Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
- Lebensraum: Savannen, Trockenwälder, Halbwüsten und offene Buschlandschaften Afrikas
- Größe: 35–60 cm (je nach Art)
- Gewicht: 90–350 g
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 25 Jahre
Aussehen & Merkmale
Tokovögel gehören zu den kleineren Vertretern der Familie der Nashornvögel. Ihr auffälligstes Merkmal ist der verhältnismäßig große, leicht nach unten gebogene Schnabel, der bei einigen Arten leuchtend rot, bei anderen gelb oder orange gefärbt ist. Anders als bei vielen größeren Nashornvogelarten fehlt den Tokovögeln der namensgebende Hornaufsatz (Casque) auf dem Oberschnabel weitgehend oder ist nur rudimentär ausgebildet.
Das Gefieder variiert je nach Art erheblich. Der Rotschnabeltoko (Tockus erythrorhynchus) zeigt ein kontrastreiches Schwarz-Weiß-Muster mit weißer Unterseite und schwarzem Rücken. Der Südliche Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas) besitzt ein ähnliches Farbschema, jedoch mit einem kräftig gelben Schnabel. Der Von-der-Decken-Toko (Tockus deckeni) zeichnet sich durch einen zweifarbigen Schnabel aus – beim Männchen rot mit elfenbeinfarbener Spitze, beim Weibchen vollständig schwarz. Dieser Geschlechtsdimorphismus im Schnabel ist bei den Tokovögeln besonders ausgeprägt.
Die Augen sind von nackter Gesichtshaut umgeben, deren Färbung artspezifisch variiert. Die Beine sind kurz und kräftig, die Zehen nach dem typischen Nashornvogel-Muster verwachsen – die äußeren drei Zehen sind an der Basis miteinander verbunden (Syndaktylie). Der Schwanz ist lang und gestuft, was den Vögeln im Flug ein charakteristisches Erscheinungsbild verleiht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Tokovögel erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrikas. Sie besiedeln vorwiegend offene und halboffene Landschaften: Trockensavannen, Dornbuschsavannen, lichte Trockenwälder und Akazienhaine. Einige Arten dringen auch in Halbwüstengebiete vor, sofern dort vereinzelte Bäume als Nist- und Schlafplätze vorhanden sind.
Der Rotschnabeltoko ist die am weitesten verbreitete Art und kommt vom Sahel bis nach Südafrika vor. Der Monteiro-Toko (Tockus monteiri) hingegen ist ein Endemit Namibias und bewohnt dort felsdurchsetzte Trockengebiete. Der Südliche Gelbschnabeltoko bevorzugt die Savannen des südlichen und östlichen Afrikas, während der Bradfield-Toko (Lophoceros bradfieldi) auf die Trockengebiete im südwestlichen Afrika beschränkt ist. Die Biotopwahl hängt stark von der Verfügbarkeit geeigneter Bruthöhlen in alten Bäumen ab.
Ernährung
Tokovögel sind Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Insekten und andere Wirbellose – Käfer, Heuschrecken, Termiten, Spinnen und Skorpione werden am Boden aufgepickt oder aus der Rinde von Bäumen gelöst. Daneben fressen Tokovögel Samen, Früchte und Beeren, gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Geckos und nestjunge Vögel.
Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden. Mit kurzen, hüpfenden Schritten durchstreifen die Vögel die Savannenlandschaft und wenden Laub, Rindenstücke oder Dung, um darunter verborgene Beutetiere aufzuspüren. Größere Nahrungsstücke werden gegen einen Ast oder Stein geschlagen, um sie zu zerkleinern. In der Regenzeit steigt der Insektenanteil in der Nahrung deutlich an, während in der Trockenzeit vermehrt pflanzliche Kost aufgenommen wird.
Verhalten & Lebensweise
Tokovögel sind tagaktiv und zeigen die höchste Aktivität in den kühleren Morgen- und Abendstunden. In der Mittagshitze ruhen sie im Schatten von Bäumen. Außerhalb der Brutzeit leben sie in lockeren Gruppen oder Familienverbänden von bis zu zehn Individuen. Während der Brutzeit verteidigen Paare ein Revier, das sie mit charakteristischen Rufen markieren.
Der Ruf der Tokovögel ist namensgebend: Ein monoton wiederholtes „tok-tok-tok" oder „tok-tok-tokaaa", das vor allem in den frühen Morgenstunden über die Savanne schallt. Der Flug wirkt durch den wellenförmigen Verlauf und die im Verhältnis zum Körper großen Flügel etwas unbeholfen. Am Boden dagegen bewegen sich Tokovögel geschickt und schnell.
In manchen Regionen gehen Tokovögel eine lockere Vergesellschaftung mit Zwergmangusten ein. Beide Arten profitieren von der erhöhten Wachsamkeit gegenüber Greifvögeln und Bodenräubern – eine Form der Kooperation, die als Mutualismus beschrieben wird.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutbiologie der Tokovögel weist eine für Nashornvögel typische Besonderheit auf: Das Weibchen mauert sich während der Brutzeit in einer Baumhöhle ein. Mit Lehm, Kot und Nahrungsresten verschließt es den Eingang bis auf einen schmalen Spalt, durch den das Männchen Nahrung zuführt. Dieser Einschluss schützt Gelege und Küken vor Nesträubern wie Schlangen und Greifvögeln.
Das Gelege umfasst je nach Art drei bis sechs weiße Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 23