Tomatenfrosch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Dyscophus antongilii
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Engmaulfrösche (Microhylidae)
- Gattung: Dyscophus
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sumpfgebiete und Sekundärvegetation im Nordosten Madagaskars
- Größe: Weibchen 8,5–10,5 cm, Männchen 6–6,5 cm
- Gewicht: Weibchen bis 230 g, Männchen ca. 40–60 g
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 10 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Tomatenfrosch verdankt seinen deutschen Trivialnamen der intensiv roten bis orangeroten Körperfärbung, die bei ausgewachsenen Weibchen besonders kräftig ausgeprägt ist. Männchen zeigen dagegen eine deutlich blassere, eher gelblich-orange bis bräunlich-rote Tönung. Jungtiere sind zunächst braun bis olivfarben und nehmen ihre endgültige Färbung erst mit der Geschlechtsreife an.
Der Körperbau ist gedrungen und rundlich, mit einem breiten, flachen Kopf und einer kurzen, stumpfen Schnauze. Die Augen sind verhältnismäßig groß und besitzen eine runde Pupille. Die Haut ist glatt bis leicht körnig und fühlt sich feucht an. An den Hinterbeinen fehlen Schwimmhäute weitgehend, was den Tomatenfrosch als vorwiegend terrestrische Art kennzeichnet. Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich nicht nur in der Färbung, sondern auch in der Körpergröße: Weibchen werden erheblich größer und schwerer als die Männchen.
Neben Dyscophus antongilii umfasst die Gattung Dyscophus zwei weitere Arten: den Sambava-Tomatenfrosch (Dyscophus guineti) und Dyscophus insularis. Alle drei Arten ähneln sich in der Körperform, unterscheiden sich jedoch in Färbungsintensität und Verbreitungsgebiet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Dyscophus antongilii beschränkt sich auf den Nordosten Madagaskars, insbesondere auf die Region um die Bucht von Antongil. Dort besiedelt der Tomatenfrosch tropische Tieflandregenwälder, Sumpfgebiete, Flussufer und angrenzende Sekundärvegetation in Höhenlagen von Meereshöhe bis etwa 200 Meter. Als Habitat bevorzugt die Art feuchte, schattige Biotope mit lockeren Böden, in die sie sich tagsüber eingraben kann. Auch in der Nähe menschlicher Siedlungen – etwa in Gärten, Gräben und an Bewässerungskanälen – werden Tomatenfrösche regelmäßig angetroffen. Die Nähe zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern ist für die Fortpflanzung essenziell.
Madagaskar als Insel weist eine extrem hohe Endemismusrate auf. Der Tomatenfrosch ist ein typisches Beispiel für die einzigartige Amphibienfauna der Insel, die durch lange geographische Isolation entstanden ist.
Ernährung
Der Tomatenfrosch ernährt sich als opportunistischer Insektenfresser von einer breiten Palette wirbelloser Tiere. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Grillen, Käfer und Motten, daneben auch Spinnen, Würmer, Schnecken und andere Gliederfüßer. Die Beute wird durch eine schnelle Zungenbewegung ergriffen und unzerkaut verschluckt. Aufgrund seines breiten Mauls kann der Tomatenfrosch auch relativ große Beutetiere überwältigen. Die Nahrungssuche findet überwiegend in der Dämmerung und nachts statt, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist und zahlreiche Beutetiere aktiv werden.
Verhalten & Lebensweise
Tomatenfrösche sind strikt nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich unter Laub, Totholz, Steinen oder graben sich in den feuchten Waldboden ein. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen sie ihre Verstecke und bewegen sich langsam auf der Suche nach Nahrung über den Boden. Die Art ist einzelgängerisch; Tomatenfrösche bilden keine sozialen Gruppen und verteidigen kein festes Revier. Begegnungen zwischen Artgenossen verlaufen außerhalb der Paarungszeit meist ohne Konflikte.
Bei Bedrohung setzt der Tomatenfrosch eine auffällige Abwehrstrategie ein: Er bläht seinen ohnehin runden Körper auf, um größer zu wirken. Gleichzeitig sondert die Haut ein weißliches, klebriges Sekret ab, das beim Fressfeind die Schleimhäute reizt und im Maul verklebt. Dieses Hautsekret kann bei empfindlichen Personen auch allergische Reaktionen auslösen. Die leuchtend rote Färbung der Weibchen wird als Warnfärbung (Aposematismus) interpretiert, die potenzielle Fressfeinde – darunter Schlangen und kleine Raubtiere – auf die Ungenießbarkeit hinweist.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung des Tomatenfrosches ist eng an die Regenzeit gekoppelt, die in Nordost-Madagaskar etwa von November bis März andauert. Männchen versammeln sich in der Nähe von temporären Tümpeln, überschwemmten Gräben und flachen Gewässern und locken die Weibchen mit lauten, repetitiven Rufen an. Die Balzrufe klingen wie eine Reihe kurzer, tiefer Klicklaute und sind über Entfernungen von mehreren Dutzend Metern hörbar.
Die Paarung erfolgt im Wasser in der für Froschlurche typischen Amplexus-Stellung: Das Männchen klammert sich von oben auf dem Rücken des deutlich größeren Weibchens fest. Das Weibchen legt zwischen 1.000 und 1.500 Eier an der Wasseroberfläche oder knapp darunter ab. Die Eier sind von einer gelatinösen Hülle umgeben und bilden einen Laichteppich.
Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa 36 Stunden und ernähren