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Träger

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Träger bezeichnet in der Jäger- und Weidmannssprache den Hals des Schalenwildes. Er gehört zu den zahlreichen jagdlichen Fachausdrücken, mit denen Jäger die Körperteile des Wildes benennen und die sich über Jahrhunderte in der deutschen Jagdtradition herausgebildet haben. Der Ausdruck wird für nahezu alle heimischen Schalenwildarten verwendet – also für Rotwild, Damwild, Rehwild, Gamswild, Muffelwild und Schwarzwild gleichermaßen. Beim Schwarzwild (Wildschwein) ist allerdings gelegentlich auch der Begriff Hals gebräuchlich, während sich „Träger" dort weniger durchgesetzt hat.

Die Bezeichnung leitet sich von der Funktion dieses Körperteils ab: Der Hals trägt den Kopf des Tieres mitsamt dem Geweih oder den Hörnern. Gerade bei Hirschen, deren Geweih ein erhebliches Gewicht erreichen kann, ist der Träger eine anatomisch besonders leistungsfähige Körperpartie mit kräftiger Muskulatur.

Anatomie und Bedeutung beim Schalenwild

Der Träger umfasst den gesamten Halsbereich des Wildes von der Haupt (Kopf) genannten Partie bis zum Übergang in den Rumpf, also bis zur Schulter bzw. zum Blatt (Schulterblatt). Er besteht aus der Halswirbelsäule mit sieben Halswirbeln, einer ausgeprägten Muskulatur, der Speiseröhre (Schlund oder Drossel in der Jägersprache), der Luftröhre und den großen Blutgefäßen, die den Kopf versorgen.

Die Muskulatur des Trägers ist je nach Wildart und Geschlecht unterschiedlich stark entwickelt. Beim Rothirsch schwillt der Träger während der Brunft im September und Oktober deutlich an. Die Nackenmuskulatur verdickt sich durch hormonelle Veränderungen erheblich, sodass der Hirsch optisch massiger und wuchtiger wirkt. Diese Verdickung dient den Kommentkämpfen zwischen rivalisierenden Hirschen, bei denen enorme Kräfte über Hals und Geweih übertragen werden. Nach der Brunft bildet sich die Muskulatur wieder zurück, und der Träger erscheint schlanker.

Auch beim Rehbock ist im Sommer eine Zunahme des Trägerumfangs zu beobachten, wenngleich weniger ausgeprägt als beim Rothirsch. Weibliches Wild – Tier (Hirschkuh), Alttier und Ricke – besitzt generell einen schlankeren und grazileren Träger als männliches Wild.

Der Träger in der jagdlichen Praxis

Ansprechen und Altersbestimmung

Die Form und Beschaffenheit des Trägers ist ein wichtiges Merkmal beim Ansprechen (Beurteilen) von Wild. An der Stärke und Haltung des Trägers lässt sich das Geschlecht, das ungefähre Alter und die körperliche Verfassung eines Stückes ablesen. Ein alter Hirsch trägt seinen Kopf häufig tiefer und zeigt einen dicken, kurz wirkenden Träger, während jüngere Stücke oft einen längeren, schlankeren Hals aufweisen. Beim Rehwild gilt ein kurzer, dicker Träger ebenfalls als Indiz für ein älteres, reifes Stück.

Der Trägerschuss bezeichnet einen Schuss, der den Hals des Wildes trifft. Dieser Schuss ist in der Jagdpraxis umstritten. Einerseits führt ein exakt platzierter Trägerschuss, der die Halswirbelsäule trifft, zum sofortigen Tod des Wildes – das Stück bricht am Anschuss zusammen, ohne noch eine Fluchtbewegung auszuführen. Andererseits ist die Trefferfläche auf die Halswirbelsäule relativ schmal, und bei einem Fehlschuss besteht die Gefahr, lediglich die Muskulatur, die Drossel oder den Schlund zu verletzen. In diesem Fall entsteht ein schlecht nachzusuchendes, schwer leidendes Stück. Aus Gründen des Tierschutzes und der Weidgerechtigkeit wird daher in der jagdlichen Ausbildung überwiegend der Blattschuss (Schuss auf Herz und Lunge hinter dem Schulterblatt) als sichere und tierschutzgerechte Schussabgabe empfohlen.

Wildbretverwertung

Bei der Zerlegung (Zerwirken) des erlegten Wildes wird der Träger als eigenes Teilstück abgetrennt. Das Fleisch des Trägers ist von Bindegewebe durchzogen und eignet sich gut zum Schmoren, für Ragouts und zur Herstellung von Wildbrühe oder Wildfond. Beim Rotwild liefert der Träger eine beachtliche Fleischmenge. Beim Rehwild fällt der Ertrag geringer aus, das Trägerfleisch wird dort häufig zu Wildwurst oder Wildpastete verarbeitet.

Verwandte Begriffe in der Weidmannssprache

Die Jägersprache unterscheidet die Körperteile des Wildes mit einer eigenen, über Jahrhunderte gewachsenen Terminologie. Im unmittelbaren Umfeld des Trägers finden sich folgende Begriffe:

  • Haupt – der Kopf des Schalenwildes
  • Drossel – die Kehle, also die Unterseite des Halses, insbesondere Luft- und Speiseröhre
  • Mähne – das verlängerte Haar am Träger, besonders ausgeprägt beim Rothirsch und beim Muffelwidder
  • Blatt – das Schulterblatt, an das der Träger anschließt
  • Widerrist – der Übergang vom Träger zum Rücken, die höchste Stelle des Rückens über den Schulterblättern
  • Geäse – das Maul beim Schalenwild, am vorderen Ende des Haupts

Die Verwendung dieser Fachbegriffe ist nicht bloß Tradition, sondern dient der präzisen Verständigung unter Jägern. Wenn bei einer Nachsuche der Schütze den genauen Sitz des Schusses beschreiben soll, liefern Angaben wie „tiefer Trägerschuss" oder „h