Ukelei
UTierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Alburnus alburnus
- Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
- Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
- Gattung: Alburnus
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer Europas
- Größe: 12–20 cm, selten bis 25 cm
- Gewicht: 20–60 g, maximal etwa 100 g
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre, in Ausnahmefällen bis 10 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Ukelei ist ein schlanker, seitlich stark abgeflachter Kleinfisch mit einem nach oben gerichteten, oberständigen Maul. Der Körper ist langgestreckt und stromlinienförmig. Die Schuppen sind verhältnismäßig groß, sitzen aber nur locker in der Haut und lösen sich bei Berührung leicht ab. Entlang der Seitenlinie zählt man 46 bis 54 Schuppen.
Die Rückenseite ist blaugrau bis grünlich gefärbt, die Flanken schimmern silbrig-weiß mit einem auffälligen metallischen Glanz. Die Bauchseite ist reinweiß. Die Afterflosse ist deutlich länger als die Rückenflosse und besitzt 17 bis 21 Weichstrahlen – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten. Die paarigen Brust- und Bauchflossen sind grau bis leicht gelblich, Rücken- und Schwanzflosse erscheinen dunkelgrau.
Ein markanter Kiel, der sich zwischen den Bauchflossen und dem After erstreckt, ist ein weiteres diagnostisches Merkmal. Die Augen sind im Verhältnis zur Kopfgröße relativ groß, was auf die Bedeutung des Sehsinns bei der Nahrungssuche hinweist.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Ukelei erstreckt sich über weite Teile Europas – von Südfrankreich und dem nördlichen Spanien über Mitteleuropa bis nach Russland und in die Zuflüsse des Kaspischen Meeres. In Skandinavien kommt die Art bis nach Südfinnland und Mittelschweden vor. Auf den Britischen Inseln, in Island und in Süditalien fehlt der Ukelei hingegen.
Als Habitat bevorzugt der Ukelei nährstoffreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer. Typische Biotope sind Seen, Teiche, Altarme, Kanäle sowie die Mittel- und Unterläufe von Flüssen. In schnell strömenden Oberläufen oder kühlen Gebirgsbächen ist er nicht anzutreffen. Der Ukelei hält sich bevorzugt in den oberen Wasserschichten auf, häufig dicht unter der Oberfläche, wo er seinen Nahrungsbedarf deckt. In Gewässern der Brassen- und Barbenregion ist er regelmäßig in großen Stückzahlen vertreten.
Ernährung
Der Ukelei ist ein Allesfresser mit einem starken Schwerpunkt auf tierischer Kost. Hauptnahrung bilden Insekten und deren Larven, die an die Wasseroberfläche fallen oder dort schlüpfen. Fliegende Insekten wie Mücken, Eintagsfliegen und kleine Käfer werden geschickt von der Oberfläche aufgenommen. Daneben frisst der Ukelei Zooplankton, vor allem Kleinkrebse (Daphnien, Copepoden), Würmer und gelegentlich Fischlaich.
Im Frühjahr und Sommer ergänzen pflanzliche Bestandteile wie Algen und Pollen den Speiseplan. Die oberständige Maulstellung ist eine Anpassung an die bevorzugte Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche. An warmen Sommerabenden lässt sich gut beobachten, wie Ukelei-Schwärme regelrecht nach Insekten an der Oberfläche springen – die dabei entstehenden kleinen Ringe auf dem Wasser sind ein typisches Erkennungszeichen für das Vorkommen dieser Art.
Verhalten & Lebensweise
Der Ukelei ist ein ausgeprägter Schwarmfisch. Er bildet oft große, dicht zusammenstehende Schwärme in den oberflächennahen Wasserschichten. Diese Schwarmbildung dient in erster Linie dem Schutz vor Fressfeinden wie Hecht, Barsch, Zander und fischfressenden Vögeln wie Graureiher oder Kormoran.
Die Art ist vorwiegend tagaktiv und zeigt die höchste Aktivität in den Morgen- und Abendstunden. Bei starker Sonneneinstrahlung ziehen sich die Schwärme in tiefere Bereiche oder in den Schatten von Ufergehölzen zurück. Im Winter verlagert der Ukelei seinen Aufenthalt in tiefere Wasserzonen und reduziert seine Aktivität deutlich, ohne jedoch eine echte Winterruhe einzulegen.
Der Ukelei ist ein schneller, wendiger Schwimmer. Seine Reaktionsgeschwindigkeit an der Oberfläche macht ihn zu einem effizienten Jäger auf Anfluginsekten. Die Schwärme sind sehr mobil und können innerhalb eines Gewässers große Strecken zurücklegen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Laichzeit des Ukelei erstreckt sich von Mai bis Juli, wenn die Wassertemperaturen 15 bis 18 °C erreichen. Die Laichabgabe erfolgt in mehreren Schüben (Portionslaicher), was das Risiko eines Totalverlustes durch ungünstige Bedingungen verringert.
Zur Balzzeit versammeln sich die Schwärme in flachen Uferbereichen. Die Männchen tragen in dieser Phase einen feinen Laichausschlag auf dem Kopf und an den Brustflossen. Die Weibchen heften ihre klebrigen, etwa 1,5 mm großen Eier an Steine, Pflanzen oder andere feste Substrate im Flachwasser. Ein Weibchen kann pro Laichsaison insgesamt 3.000 bis 10.000 Eier abgeben.
Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur 5 bis 10 Tage. Die frisch geschlüpften Larven sind etwa 5 mm lang und zehren zunächst vom Dottersack. Nach dessen Aufbrauch beginnen sie, eigenständig Plankton aufzunehmen. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Geschlechtsreife wird im zweiten oder dritten Lebensjahr erreicht, bei