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Vorwerkhuhn

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland (Hamburg)
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), anerkannt seit 1966
  • Gewichtsklasse: Mittelschweres Huhn
  • Gewicht Hahn: 2,5–3,0 kg
  • Gewicht Henne: 2,0–2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 170 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 55 g
  • Eierfarbe: Cremefarben bis hellbraun
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre
  • Gefieder/Farben: Goldfarben mit schwarzem Schwanz und schwarzer Halsbehangzeichnung (Bellfederzeichnung)

Herkunft & Geschichte

Das Vorwerkhuhn verdankt seinen Namen dem Hamburger Züchter Oskar Vorwerk, der die Rasse ab 1900 systematisch erzüchtete. Sein Ziel war ein wirtschaftliches, pflegeleichtes Zweinutzungshuhn mit einer auffällig gleichmäßigen, goldfarbenen Grundfärbung – eine Farbkombination, die es in dieser Form bei Hühnern bis dahin nicht gab. Zur Abstammung des Vorwerkhuhns gehören mehrere Rassen: Vorwerk kreuzte Orpingtons, Ramelslohер, Andalusier und Lakenfelder, um sein Zuchtziel zu verwirklichen. Besonders der Lakenfelder diente als Vorbild für die markante Zeichnung mit schwarzem Hals und schwarzem Schwanz bei hellem Rumpf – nur dass beim Vorwerkhuhn das Weiß durch ein sattes Goldgelb ersetzt wurde.

Bereits 1912 wurde die Rasse erstmals auf einer Ausstellung in Hamburg vorgestellt. Die beiden Weltkriege dezimierten den Bestand jedoch drastisch. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Vorwerkhuhn kurz vor dem Aussterben. Erst in den 1960er-Jahren nahmen sich engagierte Züchter der Rasse wieder an, sodass der BDRG das Vorwerkhuhn 1966 offiziell anerkannte. Dennoch gilt die Rasse bis heute als gefährdet. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt das Vorwerkhuhn auf ihrer Roten Liste. Verschiedene Zuchtverbände und Sondervereine – allen voran der Sonderverein der Züchter des Vorwerkhuhnes und der Zwerg-Vorwerkhühner – bemühen sich aktiv um den Erhalt und die Verbreitung dieser besonderen deutschen Hühnerrasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Vorwerkhuhn ist ein kompakt gebautes, mittelgroßes Huhn mit breiter Brust und waagerechter Körperhaltung. Der Körperbau wirkt kräftig, aber nicht plump. Besonders charakteristisch ist die Gefiederfärbung: Der gesamte Rumpf zeigt ein sattes, gleichmäßiges Goldgelb ohne jede Schaftzeichnung. Hals- und Sattelbehang des Hahns sowie der Halsbehang der Henne sind tiefschwarz mit schmalem goldenem Saum. Der Schwanz ist ebenfalls schwarz, beim Hahn mit grünlich-metallischem Glanz in den Sicheln.

Der Kopf trägt einen mittelgroßen Einfachkamm mit vier bis sechs gleichmäßigen Zacken. Die Ohrscheiben sind weiß, die Augen orangerot. Die Läufe sind schiefergrau und unbefiedert. Insgesamt wirkt das Vorwerkhuhn harmonisch und elegant. Im Rassestandard wird großer Wert auf die Reinheit der goldgelben Grundfarbe gelegt – bräunliche oder zu blasse Töne gelten als Zuchtfehler, ebenso wie weiße Federn im Rumpfgefieder oder fehlende Halsbehangzeichnung.

Neben der Großrasse existiert auch eine Zwergform, das Zwerg-Vorwerkhuhn, das ab den 1960er-Jahren erzüchtet wurde und sich besonders für kleinere Gärten eignet.

Charakter & Wesen

Das Vorwerkhuhn gilt als ausgesprochen lebhaft, neugierig und selbstbewusst. Es ist ein aktives Huhn, das gerne scharrt, seine Umgebung erkundet und sich dabei durchaus wachsam zeigt. Gegenüber dem Menschen werden Vorwerkhühner bei regelmäßigem Kontakt schnell zutraulich, ohne dabei aufdringlich zu werden. Viele Halter beschreiben sie als treu und unkompliziert im Umgang.

Hähne sind in der Regel gut verträglich, solange das Verhältnis von Hahn zu Hennen stimmt. Innerhalb der Herde herrscht meist eine stabile Rangordnung, und auch die Vergesellschaftung mit anderen Rassen verläuft in der Regel problemlos. Die Hennen zeigen gelegentlich Brutlust, sind aber keine besonders zuverlässigen Glucken. Wer Naturbrut anstrebt, sollte daher eine brutfreudige Amme einplanen oder auf Kunstbrut zurückgreifen.

Haltung & Pflege

Vorwerkhühner sind robust und stellen keine hohen Ansprüche an die Haltung. Sie eignen sich hervorragend für die Freilandhaltung und benötigen ausreichend Auslauf, um ihrem Bewegungsdrang nachzukommen. Ein Auslaufbereich mit Grasfläche, Büschen und Schattenplätzen kommt ihrem natürlichen Verhalten entgegen – sie scharren und picken ausdauernd und benötigen Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben.

Da sie vergleichsweise gut fliegen können, empfiehlt sich ein Zaun von mindestens 1,50 Meter Höhe, besser höher, oder eine Voliere mit Überdachung. Der Stall sollte trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Auf einen ausreichend dimensionierten Scharrbereich mit Einstreu sowie erhöhte Sitzstangen ist zu achten. Die Gefiederpflege erledigen die Tiere weitgehend selbst, sofern ein Staubbad zur Verfügung steht. Eine spezielle Federpflege durch den Halter ist im Normalfall nicht nötig.

Vorwerkhühner sind winterhart und kommen mit mitteleuropäischen Witterungsverhältnissen gut zurecht. Bei extremer Kälte sollte der Kamm mit etwas Melkfett vor Erfrierungen geschützt werden.

Ernährung

Die Fütterung des Vorwerkhuhns unterscheidet