Wabenkröte
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pipa pipa
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Zungenlose Frösche (Pipidae)
- Gattung: Pipa
- Lebensraum: Tropische Süßgewässer Südamerikas
- Größe: 10–20 cm Kopf-Rumpf-Länge
- Gewicht: 100–160 g
- Lebenserwartung: Bis zu 8 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Wabenkröte gehört zu den ungewöhnlichsten Amphibien der Welt. Ihr Körper ist extrem abgeflacht und erinnert in der Aufsicht an ein welkes Blatt – eine Anpassung, die der Tarnung auf dem Gewässergrund dient. Die Haut ist bräunlich bis olivgrau gefärbt, mit zahlreichen warzenartigen Erhebungen und lappigen Hautfortsätzen entlang der Kieferränder. Diese fransigen Strukturen verstärken die Tarnwirkung und dienen möglicherweise auch der Wahrnehmung von Wasserströmungen.
Die Augen sind klein und nach oben gerichtet, was der rein aquatischen Lebensweise entspricht. Die Vorderbeine sind dünn und enden in langen, sternförmig gespreizten Fingern ohne Schwimmhäute. An den kräftigen Hinterbeinen befinden sich hingegen große Schwimmhäute. Ein auffälliges Merkmal ist das Fehlen von Zähnen und Zunge – die Wabenkröte gehört zur Familie der Zungenlosen Frösche (Pipidae) und teilt dieses Merkmal mit dem bekannten Krallenfrosch (Xenopus laevis).
Das vielleicht bekannteste äußere Merkmal zeigt sich allerdings nur bei brütenden Weibchen: Auf deren Rücken bilden sich wabenartige Hautkammern, in denen die Eier heranreifen. Diesem Brutmerkmal verdankt die Art ihren deutschen Namen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Wabenkröte erstreckt sich über weite Teile des nördlichen und zentralen Südamerikas. Die Art kommt in Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Peru, Suriname, Trinidad und Venezuela vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind langsam fließende oder stehende Süßgewässer im tropischen Tieflandregenwald: schlammige Flussarme, überschwemmte Waldflächen, Tümpel und Gräben.
Die Wabenkröte lebt fast ausschließlich aquatisch und verlässt das Wasser nur in Ausnahmefällen, etwa bei saisonalen Wanderungen zwischen austrocknenden und wasserführenden Gewässern. Sie bevorzugt trübe, nährstoffreiche Biotope mit weichem Schlammgrund, in dem sie sich eingraben kann. In klaren, schnell fließenden Gewässern fehlt sie.
Ernährung
Die Wabenkröte ernährt sich von kleinen Wirbellosen, darunter Insektenlarven, Würmer und kleine Krebstiere. Gelegentlich werden auch kleine Fische erbeutet. Da sie keine Zunge besitzt, nutzt sie eine charakteristische Saugschnapp-Technik: Durch ruckartiges Öffnen des Mauls entsteht ein Unterdruck, der die Beute zusammen mit dem umgebenden Wasser in die Mundhöhle zieht. Die langen, empfindlichen Finger der Vorderbeine helfen beim Aufstöbern von Nahrung im Schlamm und Detritus des Gewässergrunds. Zusätzlich verfügt die Wabenkröte über ein Seitenlinienorgan – eine bei erwachsenen Froschlurchen seltene Eigenschaft –, mit dem sie Druckwellen im Wasser wahrnehmen und so Beutetiere auch in trübem Wasser orten kann.
Verhalten & Lebensweise
Die Wabenkröte ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag am Gewässergrund verborgen, wo sie dank ihrer flachen Körperform und Tarnfärbung kaum von Laub und Schlamm zu unterscheiden ist. Sie ist ein Einzelgänger ohne festes Revier und zeigt außerhalb der Fortpflanzungszeit kaum soziale Interaktionen.
Eine Besonderheit ist die Lautproduktion: Da die Wabenkröte keinen Kehlsack besitzt, erzeugt sie ihre Rufe durch schnelles Zusammenschlagen des Zungenbeins, was ein metallisches Klicken unter Wasser produziert. Diese Klicklaute dienen der Partnersuche während der Balzzeit und können über größere Distanzen im Wasser wahrgenommen werden.
Bei Bedrohung verharrt die Wabenkröte zunächst reglos. Wird sie dennoch ergriffen, kann sie ein übelriechendes Hautsekret absondern, das potenzielle Fressfeinde abschreckt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Wabenkröte ist einzigartig unter den Amphibien und hat die Art weltbekannt gemacht. Die Paarung wird durch die einsetzende Regenzeit ausgelöst, wenn der Wasserstand steigt und die Gewässer nährstoffreicher werden. Das Männchen umklammert das Weibchen in einer inguinalen Amplexus-Haltung – es hält sich also vor den Hinterbeinen des Weibchens fest.
Das Paar vollführt dann gemeinsame Loopings im Wasser: Bei jeder Drehung gibt das Weibchen einige Eier ab, die vom Männchen besamt und mit den Hinterbeinen auf den Rücken des Weibchens gestrichen werden. Dieser Vorgang wiederholt sich über mehrere Stunden, bis 60 bis 100 Eier auf dem Rücken verteilt sind. In den folgenden Stunden schwillt die Rückenhaut des Weibchens an und umschließt die Eier vollständig. Es bilden sich die namensgebenden wabenartigen Kammern, in denen die gesamte Larvenentwicklung stattfindet.
Nach etwa 12 bis 20 Wochen schlüpfen keine Kaulquappen, sondern fertig entwickelte, rund 2 cm große Jungkröten aus den Hauttaschen. Diese durchlaufen die Metamorphose also vollständig im Rücken der Mutter – eine Form der direkten Entwicklung, die als Brutpflege auf der Körperoberfläche (Dorsal-Brutp