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Waldmaus

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Apodemus sylvaticus
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Gattung: Waldmäuse (Apodemus)
  • Lebensraum: Laubwälder, Waldränder, Hecken, Gärten, Felder
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 8–11 cm, Schwanzlänge 7–11 cm
  • Gewicht: 15–30 g
  • Lebenserwartung: 12–18 Monate in freier Wildbahn, bis zu 4 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Die Waldmaus ist eine mittelgroße Vertreterin der Gattung Apodemus. Ihr Fell zeigt auf der Oberseite eine gelblich-braune bis rotbraune Färbung, die an den Flanken allmählich heller wird. Die Unterseite ist scharf abgegrenzt weißlich bis grau gefärbt. Ein charakteristisches, wenn auch nicht bei allen Individuen gleich stark ausgeprägtes Merkmal ist ein gelblicher Brustfleck, der sich als länglicher oder ovaler Bereich zwischen den Vorderbeinen erstreckt. Im Unterschied zur eng verwandten Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) bildet dieser Fleck bei der Waldmaus kein durchgehendes Halsband.

Die Ohren sind auffallend groß und rundlich, die Augen dunkel und vorstehend – beides Anpassungen an die vorwiegend nachtaktive Lebensweise. Die Hinterfüße sind im Vergleich zum Körper kräftig und relativ lang (19–23 mm), was der Waldmaus eine ausgeprägte Sprungfähigkeit verleiht. Der Schwanz ist annähernd so lang wie der restliche Körper, dünn beschuppt und spärlich behaart. Er dient beim Klettern als Balancierhilfe. Bei Gefahr kann die Schwanzhaut abgestreift werden (Autotomie), was dem Tier die Flucht vor Fressfeinden ermöglicht – allerdings wächst die verlorene Haut nicht nach.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Waldmaus erstreckt sich über weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel und den Britischen Inseln bis nach Kleinasien und in den westlichen Iran. Nordwärts reicht die Verbreitung bis Südskandinavien, südwärts bis Nordafrika. In Mitteleuropa zählt die Waldmaus zu den häufigsten Kleinsäugern überhaupt.

Trotz ihres Namens ist die Waldmaus keineswegs ausschließlich an Wälder gebunden. Ihr bevorzugtes Habitat umfasst zwar Laub- und Mischwälder mit krautreicher Bodenvegetation, doch sie besiedelt ebenso Waldränder, Feldgehölze, Hecken, Gärten, Parks und landwirtschaftlich genutzte Flächen. In offener Kulturlandschaft teilt sie sich das Biotop häufig mit der Gelbhalsmaus und der Hausmaus (Mus musculus). In den Wintermonaten dringt die Waldmaus regelmäßig in Gebäude, Scheunen und Keller ein, wo sie gelegentlich mit der Hausmaus verwechselt wird.

Die Art zeigt eine beachtliche Höhenverbreitung und wurde in den Alpen bis auf über 2.000 Meter Höhe nachgewiesen.

Ernährung

Die Waldmaus ist ein ausgesprochener Allesfresser (Omnivor) mit saisonal wechselnder Nahrungszusammensetzung. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Samen und Früchte, insbesondere Bucheckern, Eicheln, Haselnüsse und Getreidekörner. Ergänzend frisst sie Knospen, Pilze, Beeren und grüne Pflanzenteile. In den Frühlings- und Sommermonaten steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an: Insekten, Insektenlarven, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen decken dann den erhöhten Proteinbedarf, vor allem während der Fortpflanzungszeit.

Waldmäuse legen im Herbst Nahrungsvorräte an, indem sie Samen und Nüsse in flachen Erdlöchern oder unter Laubschichten verstecken. Dieses Hortverhalten (Scatter-Hoarding) hat erhebliche ökologische Bedeutung: Vergessene oder nicht wiedergefundene Vorräte keimen im Frühjahr aus, sodass die Waldmaus maßgeblich zur Ausbreitung von Baumarten wie Eiche und Buche beiträgt.

Verhalten & Lebensweise

Die Waldmaus ist überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruht sie in selbstgegrabenen unterirdischen Bauten, die aus einfachen Gängen und einer gepolsterten Nestkammer bestehen. Die Bauten liegen meist nur 5–30 cm unter der Erdoberfläche und verfügen über mehrere Eingänge. Alternativ nutzt die Waldmaus auch natürliche Hohlräume unter Baumwurzeln, Steinhaufen oder Holzstapeln.

Die Art lebt überwiegend einzelgängerisch, zeigt aber je nach Populationsdichte und Jahreszeit eine gewisse soziale Flexibilität. In der kalten Jahreszeit wurden mehrere Individuen in gemeinsamen Nestern beobachtet, vermutlich um den Wärmeverlust zu reduzieren. Feste Reviere werden vor allem von Männchen während der Fortpflanzungszeit verteidigt, wobei die Aktionsräume der Männchen (bis zu 2.500 m²) deutlich größer sind als die der Weibchen (etwa 500–1.000 m²).

Die Fortbewegung erfolgt überwiegend springend – typisch sind Sprünge von bis zu 80 cm Weite. Waldmäuse klettern geschickt und können auch kurze Strecken schwimmen. Zur Orientierung nutzen sie Duftmarken und ein hervorragendes räumliches Gedächtnis.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit der Waldmaus erstreckt sich in Mitteleuropa in der Regel von März bis Oktober, kann aber in milden Wintern nahezu ganzjährig andauern. Weibchen sind polyöstrisch und können bei guter Nahrungsverfügbarkeit drei bis vier Würfe pro Jahr hervorbringen. Nach einer Tragzeit von 25 bis 26 Tagen kommen pro Wurf durchschnittlich vier bis sechs Jun