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Walross

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Odobenus rosmarus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Familie: Walrosse (Odobenidae)
  • Gattung: Odobenus
  • Lebensraum: Arktische Küstengewässer, Packeis, Treibeiszonen
  • Größe: Bullen bis 3,6 m, Kühe bis 3,0 m Körperlänge
  • Gewicht: Bullen 800–1.800 kg, Kühe 400–1.250 kg
  • Lebenserwartung: 30–40 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Das Walross ist nach den See-Elefanten das größte Mitglied der Ordnung der Robbenartigen (Pinnipedia) und der einzige rezente Vertreter der Familie Odobenidae. Sein massiger, zylindrischer Körper ist von einer bis zu fünf Zentimeter dicken Haut bedeckt, die bei älteren Tieren tief gefurcht und von rötlich-brauner bis grauer Farbe ist. Unter der Haut liegt eine Fettschicht (Blubber) von bis zu 15 Zentimetern Dicke, die als Wärmeisolierung und Energiespeicher dient. Ein dichtes Fell, wie es bei anderen Robbenarten vorkommt, fehlt beim erwachsenen Walross weitgehend – lediglich kurze, spärliche Haare bedecken den Körper.

Das auffälligste Merkmal sind die verlängerten oberen Eckzähne, die als Stoßzähne (Hauer) nach unten ragen. Sie können bei Bullen über einen Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu fünf Kilogramm erreichen. Kühe tragen ebenfalls Stoßzähne, die jedoch kürzer und schlanker ausfallen. Das breite, flache Maul ist von einem dichten Polster aus steifen Tasthaaren (Vibrissen) umgeben, die bis zu 15 Zentimeter lang werden und als hochempfindliche Sinnesorgane bei der Nahrungssuche am Meeresboden dienen. Die kleinen Augen deuten auf eine untergeordnete Rolle des Sehsinns hin, während das Gehör gut entwickelt ist.

Die Vorder- und Hinterflossen sind kräftig ausgebildet. Anders als bei Hundsrobben (Phocidae) können Walrosse ihre Hinterflossen unter den Körper drehen und sich so an Land vergleichsweise geschickt fortbewegen – ein Merkmal, das sie mit den Ohrenrobben (Otariidae) teilen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Walrosses erstreckt sich über die arktischen und subarktischen Küstenregionen der Nordhalbkugel. Es werden zwei Unterarten unterschieden: Das Atlantische Walross (Odobenus rosmarus rosmarus) besiedelt die Gewässer von der kanadischen Arktis über Grönland, Spitzbergen und Nowaja Semlja bis in die Karasee. Das Pazifische Walross (Odobenus rosmarus divergens) lebt im Beringmeer, der Tschuktschensee und entlang der sibirischen und alaskischen Küsten. Eine gelegentlich diskutierte dritte Unterart, das Laptew-Walross (O. r. laptevi), wird von vielen Taxonomen nicht anerkannt.

Das bevorzugte Habitat sind flache Schelfgewässer mit Wassertiefen unter 80 Metern, da die Tiere zur Nahrungssuche auf den Grund tauchen müssen. Treibeis und Packeiskanten dienen als Ruheplätze (sogenannte Haul-out-Plätze). Wo kein Eis verfügbar ist, nutzen Walrosse felsige Küstenabschnitte und Sandstrände, an denen sich mitunter Tausende von Tieren zu dichten Kolonien zusammenfinden.

Ernährung

Walrosse sind überwiegend benthische Fresser – sie ernähren sich also vorrangig von Organismen des Meeresbodens. Den Hauptanteil der Nahrung bilden Muscheln, insbesondere verschiedene Arten der Herzmuscheln und Sandklaffmuscheln. Ergänzend stehen Schnecken, Seeigel, Seegurken, Polychaeten (Vielborster) und Krebstiere auf dem Speiseplan. Die Tiere spüren ihre Beute mit den empfindlichen Vibrissen auf und lösen Muscheln durch Saugbewegungen aus dem Sediment. Das Fleisch wird herausgesaugt, die Schalen werden in der Regel ausgespuckt. Pro Tag nimmt ein ausgewachsenes Walross etwa 30 bis 50 Kilogramm Nahrung auf.

Gelegentlich werden auch Robben erbeutet, vor allem durch einzelne spezialisierte Bullen. Dieses räuberische Verhalten ist jedoch nicht die Norm und scheint regional begrenzt aufzutreten.

Verhalten & Lebensweise

Walrosse sind ausgeprägt gesellige Tiere, die in großen Gruppen leben. Auf den Haul-out-Plätzen liegen sie dicht gedrängt nebeneinander, wobei Körperkontakt toleriert und offenbar sogar gesucht wird. Außerhalb der Fortpflanzungszeit bilden Bullen und Kühe meist getrennte Gruppen. Die Tiere sind nicht streng nachtaktiv oder tagaktiv, sondern folgen einem Rhythmus aus Fressperioden im Wasser und Ruhephasen an Land oder auf dem Eis.

Die Stoßzähne erfüllen mehrere Funktionen: Sie dienen als Rangabzeichen in der sozialen Hierarchie, als Waffe bei Auseinandersetzungen zwischen Bullen und als Hilfsmittel beim Aufstieg aus dem Wasser auf Eisschollen – der Gattungsname Odobenus bedeutet „der mit den Zähnen Gehende". Innerhalb der Gruppen besteht eine klare Rangordnung, die sich nach Körpergröße und Stoßzahnlänge richtet. Konflikte werden durch Drohgebärden, lautes Schnauben und – wenn nötig – durch Hiebe mit den Stoßzähnen ausgetragen, führen aber selten zu tödlichen Verletzungen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Wintermonate von Januar bis April. Bullen konkurrieren um die Gunst der Kühe, indem sie im Wasser komplexe Lautäußerungen produzieren – eine Art Balzgesang, der aus Klick-, Klopf- und Glockenlauten besteht. Diese akustischen Sign