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Wanderigel

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Tierart – Säugetiere > Insektenfresser & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Erinaceus vagans (hypothetisch; keine anerkannte Art – siehe Hinweis unter „Besonderheiten")
  • Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
  • Familie: Igel (Erinaceidae)
  • Gattung: Erinaceus / teils Hemiechinus
  • Lebensraum: Offene Steppen, Halbwüsten, lichte Waldränder
  • Größe: 20–27 cm Körperlänge
  • Gewicht: 350–700 g
  • Lebenserwartung: 4–7 Jahre in freier Wildbahn, bis 10 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Unter dem volkstümlichen Namen „Wanderigel" werden verschiedene Igelarten zusammengefasst, die im Gegensatz zu den in Mitteleuropa bekannten Braunbrustigeln (Erinaceus europaeus) ausgedehnte saisonale Wanderungen unternehmen. Morphologisch ähneln sie den übrigen Vertretern der Familie Erinaceidae stark. Der Körper ist gedrungen, die Schnauze spitz zulaufend. Die Oberseite ist mit bis zu 6.000 hohlen Stacheln bedeckt, die aus modifiziertem Keratin bestehen und jeweils 2–3 cm lang werden. Die Stacheln sind in der Regel hell gebändert mit dunkler Spitze und Basis, was eine gewisse Tarnung in trockenem Grasland ermöglicht.

Die Bauchseite trägt ein weiches, gräulich-braunes Fell. Die Beine sind im Vergleich zu sesshafteren Igelarten etwas länger und kräftiger gebaut – eine Anpassung an die teils beträchtlichen Distanzen, die diese Tiere zurücklegen. Die Ohren können je nach zugeordneter Art mittelgroß bis auffallend groß sein; besonders bei den Langohrigeln (Hemiechinus auritus), die gelegentlich ebenfalls als Wanderigel bezeichnet werden, erreichen die Ohrmuscheln bis zu 5 cm Länge. Die großen Ohren dienen sowohl der akustischen Ortung von Beutetieren als auch der Thermoregulation in heißen Habitaten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der als Wanderigel bezeichneten Populationen erstreckt sich über die Steppengebiete Zentralasiens, den Kaukasus, Teile des Nahen Ostens sowie aride Regionen Nordafrikas. Typische Biotope sind trockene Grassteppen, Halbwüsten mit spärlicher Strauchvegetation, Kulturlandschaften am Rand von Oasen und lichte Gehölzstreifen entlang von Flusstälern.

Die Bezeichnung „Wanderigel" rührt von der Tatsache her, dass diese Populationen – anders als der weitgehend standorttreue Europäische Igel – saisonale Ortswechsel von bis zu 10–15 Kilometern vornehmen. Ausgelöst werden diese Wanderungen durch Veränderungen im Nahrungsangebot, Trockenperioden oder den Beginn der Fortpflanzungszeit. In besonders trockenen Jahren können die zurückgelegten Distanzen noch größer ausfallen, da die Tiere feuchteren Mikrohabitaten folgen, in denen sich Wirbellose konzentrieren.

Ernährung

Wie alle Vertreter der Erinaceidae sind Wanderigel in erster Linie Insektenfresser. Ihre Nahrung setzt sich aus Käfern, Heuschrecken, Ameisen, Termiten und deren Larven zusammen. Ergänzt wird der Speiseplan durch Schnecken, Spinnen, kleine Eidechsen und gelegentlich Vogeleier. In der Nähe menschlicher Siedlungen nehmen sie auch pflanzliche Kost wie heruntergefallene Früchte und Beeren zu sich.

Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend nachtaktiv. Die Tiere nutzen dabei ihren ausgeprägten Geruchssinn, um Beutetiere unter der Erdoberfläche oder in der Laubschicht aufzuspüren. Pro Nacht kann ein Wanderigel mehrere Kilometer auf Nahrungssuche zurücklegen – ein Verhalten, das bei sesshafteren Arten in dieser Intensität selten beobachtet wird.

Verhalten & Lebensweise

Wanderigel sind Einzelgänger. Außerhalb der Paarungszeit meiden sie den Kontakt zu Artgenossen. Jedes Tier nutzt ein lockeres Streifgebiet, das je nach Nahrungsangebot zwischen 5 und 50 Hektar umfassen kann – deutlich mehr als die Reviere des Europäischen Igels. Von einem festen Revier im engeren Sinne kann man nicht sprechen, da die Gebiete kaum verteidigt werden und sich stark überlappen.

Tagsüber verbergen sich die Tiere in selbstgegrabenen flachen Mulden, unter Steinen, in verlassenen Nagetierbauten oder im Schutz dichter Vegetation. In Regionen mit kalten Wintern halten Wanderigel einen Winterschlaf, der je nach Breitengrad und Witterung zwei bis vier Monate dauern kann. In wärmeren Teilen des Verbreitungsgebiets wird stattdessen eine sommerliche Ruheperiode (Ästivation) eingelegt, wenn Hitze und Trockenheit das Nahrungsangebot stark einschränken.

Bei Gefahr rollen sich Wanderigel wie alle Igel zu einer Stachelkugel zusammen. Durch einen kräftigen Hautmuskel (Musculus orbicularis) wird das Stachelkleid nach außen gerichtet. Gegen Prädatoren wie Uhus, Schakale und größere Schlangen bietet dieser Mechanismus wirksamen Schutz.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den gemäßigten Breiten auf die Monate April bis Juni, in subtropischen Gebieten kann sie früher einsetzen. Die Balz ist wenig spektakulär: Das Männchen umkreist das Weibchen über längere Zeit, wobei es schnaubende Lautäußerungen von sich gibt. Das Weibchen wehrt zunächst ab, bis es schließlich die Paarung zulässt.

Nach einer Tragzeit von 35–42 Tagen bringt das Weibchen in einem mit Laub und Gras ausgepolsterten Nest zwei bis sechs Jungtiere zur Welt. Die Neugeborenen sind blind, taub und wiegen nur etwa 10–15 Gramm. Ihre Stacheln sind bei der Geburt weich