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Wasserfloh

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Daphnia (Gattung), häufigste Art: Daphnia pulex
  • Ordnung: Krallenschwänze (Anomopoda)
  • Überordnung: Wasserflöhe (Cladocera)
  • Familie: Daphniidae
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer weltweit
  • Größe: 0,2–6 mm, je nach Art
  • Gewicht: Wenige Mikrogramm (nicht einzeln messbar)
  • Lebenserwartung: Etwa 40–60 Tage unter günstigen Bedingungen; Dauereier können jahrzehntelang überdauern

Aussehen & Merkmale

Wasserflöhe gehören trotz ihres Namens nicht zu den Insekten, sondern zu den Krebstieren (Crustacea). Ihren volkstümlichen Namen verdanken sie der hüpfenden Fortbewegung im Wasser, die an das Springen von Flöhen erinnert. Der Körper ist seitlich abgeflacht und wird von einer zweiklappigen, durchscheinenden Schale – dem Carapax – umhüllt. Diese chitinhaltige Hülle ist bei vielen Arten so transparent, dass innere Organe, insbesondere das schlagende Herz und der gefüllte Darm, unter dem Mikroskop gut sichtbar sind.

Am Kopf sitzt ein einzelnes, zusammengesetztes Facettenauge, das durch Muskeln in verschiedene Richtungen bewegt werden kann. Daneben befindet sich häufig ein kleineres Naupliusauge, ein einfacher Lichtsinnesrezeptor. Das auffälligste Fortbewegungsorgan sind die stark vergrößerten zweiten Antennen, die als zweiästige Ruderantennen ausgebildet sind. Mit kräftigen Schlägen dieser Antennen bewegt sich das Tier ruckartig durch das Wasser. Die Thorakopoden – die Brustbeine – dienen weniger der Fortbewegung als der Nahrungsaufnahme: Sie erzeugen einen Wasserstrom, der Nahrungspartikel zu den Mundwerkzeugen leitet.

Die Körperfärbung variiert je nach Ernährungszustand und Sauerstoffgehalt des Wassers. In sauerstoffarmen Gewässern produzieren viele Daphnien vermehrt Hämoglobin und nehmen eine rötliche Färbung an. Gut ernährte Tiere in sauerstoffreichem Wasser erscheinen dagegen eher gelblich bis grünlich.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Daphnia ist nahezu kosmopolitisch verbreitet. Wasserflöhe besiedeln stehende und langsam fließende Süßgewässer aller Art – von kleinen Tümpeln und Pfützen über Weiher und Teiche bis hin zu großen Seen. Einige Arten kommen auch in Brackwasser vor. Das bevorzugte Habitat sind nährstoffreiche (eutrophe) Gewässer mit ausreichend Phytoplankton.

In Mitteleuropa zählen Daphnia pulex, Daphnia magna, Daphnia longispina und Daphnia galeata zu den häufigsten Arten. Sie sind sowohl im Flachland als auch in Gebirgsregionen anzutreffen. Die vertikale Verteilung innerhalb eines Gewässers ist nicht gleichmäßig: Tagsüber halten sich viele Wasserflöhe in tieferen, dunkleren Wasserschichten auf und steigen in der Dämmerung zur Oberfläche auf – ein Phänomen, das als Diel Vertical Migration bekannt ist und der Vermeidung von Fressfeinden dient.

Ernährung

Wasserflöhe sind Filtrierer. Mit ihren Thorakopoden erzeugen sie einen kontinuierlichen Wasserstrom durch den Carapax. Dabei werden Schwebealgen (Phytoplankton), Bakterien, Hefen und feine organische Partikel (Detritus) aus dem Wasser gefiltert und den Mundwerkzeugen zugeführt. Diese Ernährungsweise macht sie zu äußerst effizienten Primärkonsumenten im Nahrungsnetz stehender Gewässer.

Die Filtrierleistung einer einzelnen Daphnia magna beträgt bis zu 4 Milliliter pro Stunde. In dichten Populationen können Wasserflöhe die Algenkonzentration eines Gewässers spürbar reduzieren – ein Effekt, der in der Gewässerökologie als Klarwasserstadium bezeichnet wird und häufig im Frühsommer auftritt.

Verhalten & Lebensweise

Wasserflöhe leben überwiegend pelagisch, also im freien Wasserkörper. Sie bilden keine festen Sozialverbände, treten aber häufig in hohen Dichten auf, sodass Schwarmbildung zu beobachten ist. Ihre Aktivität folgt einem Tag-Nacht-Rhythmus: Die bereits beschriebene vertikale Wanderung wird durch Lichtintensität gesteuert und dient primär dem Schutz vor visuell jagenden Fressfeinden wie Fischen und Libellenlarven.

Gegenüber Umweltveränderungen reagieren Wasserflöhe mit morphologischer Plastizität. In Anwesenheit von Raubfeinden wie der Büschelmückenlarve Chaoborus oder dem Raubwassserfloh Leptodora kindtii können Daphnien innerhalb einer Generation sogenannte Verteidigungsstrukturen ausbilden – etwa verlängerte Helmstrukturen am Kopf oder Schwanzstacheln. Diese induzierte Abwehr wird durch chemische Signalstoffe (Kairomone) der Räuber ausgelöst.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Wasserflöhe gehört zu den am besten untersuchten unter den Wirbellosen. Unter günstigen Bedingungen vermehren sich Daphnien durch Parthenogenese – eingeschlechtliche Fortpflanzung ohne Befruchtung. Die Weibchen produzieren genetisch identische Nachkommen, die in einer Bruttasche (Marsupium) auf dem Rücken heranreifen. Alle wenige Tage wird ein neuer Satz von 5 bis über 100 Eiern abgelegt, je nach Art und Nahrungsangebot.

Verschlechtern sich die Lebensbedingungen – etwa durch Nahrungsmangel, sinkende Temperaturen oder hohe Populationsdichte – werden auch männliche Tiere produziert. Es kommt zur sexu