Wasserfrosch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pelophylax esculentus (Synonym: Rana esculenta)
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Echte Frösche (Ranidae)
- Gattung: Wasserfrösche (Pelophylax)
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Feuchtwiesen, Auenlandschaften
- Größe: 6–12 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
- Gewicht: 15–80 g
- Lebenserwartung: 5–12 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Wasserfrosch zeigt die typische Gestalt der Echten Frösche: einen gedrungenen, muskulösen Körper mit kräftigen, langen Hinterbeinen und ausgeprägten Schwimmhäuten zwischen den Zehen. Die Haut ist glatt bis leicht warzig und stets feucht. Die Grundfärbung variiert erheblich – von hellem Grasgrün über Olivgrün bis hin zu bräunlichen Tönen. Über die Rückenmitte verläuft bei vielen Exemplaren ein heller, gelblich-grüner Längsstreifen. Die Flanken sind häufig mit dunklen, unregelmäßigen Flecken gezeichnet, die Bauchseite ist weißlich bis gelblich und meist ungefleckt oder schwach marmoriert.
Ein charakteristisches Merkmal sind die seitlich am Kopf liegenden, deutlich hervortretenden Trommelfelle (Tympana), die bei Männchen etwa so groß wie das Auge sind, bei Weibchen etwas kleiner. Männchen besitzen zudem paarige Schallblasen an den Mundwinkeln, die beim Rufen als graue bis weißliche Blasen sichtbar hervortreten. Die Augen sind groß, die Pupillen horizontal-elliptisch. Entlang des Rückens verlaufen gut sichtbare Drüsenleisten (Dorsolateralfalten), die bei der Abgrenzung gegenüber anderen Arten eine diagnostische Rolle spielen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Wasserfroschs erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Osteuropas, von Frankreich im Westen bis nach Russland im Osten. In Deutschland gehört er zu den häufigsten Amphibienarten und kommt in nahezu allen Bundesländern vor. Er besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten, bevorzugt jedoch stehende oder langsam fließende Gewässer mit üppiger Ufervegetation: Weiher, Teiche, Altarme, Gräben, Feuchtwiesen und Moorränder. Entscheidend ist das Vorhandensein sonnenexponierter Flachwasserzonen, in denen sich die wechselwarmen Tiere aufwärmen können.
Im Gegensatz zum eng verwandten Grasfrosch (Rana temporaria) bleibt der Wasserfrosch ganzjährig in Gewässernähe. Auch außerhalb der Fortpflanzungszeit entfernt er sich selten mehr als wenige Meter vom Ufer. Sein Biotop muss daher sowohl aquatische als auch terrestrische Strukturen bieten – etwa Röhrichtzonen, flache Uferböschungen und angrenzende Wiesen.
Ernährung
Wasserfrösche sind opportunistische Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Die Hauptnahrung besteht aus Insekten – insbesondere Fliegen, Mücken, Käfern und Libellen – sowie aus Spinnen, Schnecken und Würmern. Größere Exemplare erbeuten gelegentlich auch kleine Fische, Kaulquappen anderer Amphibienarten oder junge Frösche. Die Beuteaufnahme erfolgt über einen schnellen Zungenschlag: Die vorn am Unterkiefer befestigte, klebrige Zunge wird in Sekundenbruchteilen herausgeschleudert und klappt mit der Beute zurück in die Mundhöhle.
Kaulquappen ernähren sich dagegen überwiegend herbivor. Sie weiden Algenbeläge von Steinen und Pflanzen ab und filtern Mikroorganismen aus dem Wasser. Erst mit der Metamorphose stellt sich die Ernährungsweise vollständig auf tierische Kost um.
Verhalten & Lebensweise
Wasserfrösche sind tagaktive und wärmeliebende Amphibien, die an sonnigen Tagen häufig auf Seerosenblättern, Steinen oder am Ufer beim Sonnenbaden zu beobachten sind. Bei Störung springen sie mit einem kräftigen Satz ins Wasser und tauchen ab. Nachts ruhen sie in ufernaher Vegetation oder flach unter der Wasseroberfläche.
Ihre Rufaktivität gehört zu den lautesten unter den europäischen Amphibien. Männchen erzeugen mit ihren paarigen Schallblasen ein weithin hörbares, rhythmisches Quaken, das in Gruppen zu regelrechten Froschkonzerten anschwillt. Diese Rufe dienen der Reviermarkierung und der Anlockung paarungsbereiter Weibchen. Die Rufaktivität erreicht ihren Höhepunkt in den Abend- und Nachtstunden der Fortpflanzungszeit, ist aber auch tagsüber zu hören.
Die Winterstarre verbringen Wasserfrösche am Gewässergrund, eingegraben im Schlamm, wo sie über die Haut genügend Sauerstoff aufnehmen. In milden Wintern können einzelne Tiere bereits im Februar aktiv werden, die Hauptaktivitätsphase beginnt jedoch im April.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz- und Paarungszeit erstreckt sich von Mai bis Juni und liegt damit deutlich später als die des Grasfroschs. Männchen besetzen Rufplätze im Flachwasser und locken Weibchen mit ausdauernden Rufserien an. Die Paarung erfolgt in Form des Amplexus: Das Männchen umklammert das Weibchen von hinten in der Lendengegend (inguinaler Amplexus ist bei dieser Gattung allerdings nicht üblich – es handelt sich um axillaren Amplexus, also eine Umklammerung hinter den Vorderbeinen).
Das Weibchen legt zwischen 2.000 und 10.000 Eier in mehreren kleinen Laichballen ab, die an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund haften. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur 5–10 Tage. Die Kaulquappen durchlaufen über einen Zeitraum von 2–3 Monaten die Metamorphose, bevor sie als fertig