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Weiße Fliege

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Aleyrodoidea (Überfamilie); bekannteste Art: Trialeurodes vaporariorum (Gewächshaus-Weiße Fliege) und Bemisia tabaci (Tabak-Weiße Fliege)
  • Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
  • Unterordnung: Pflanzenläuse (Sternorrhyncha)
  • Familie: Mottenschildläuse (Aleyrodidae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen weltweit; in gemäßigten Breiten vor allem in Gewächshäusern und an Zimmerpflanzen
  • Größe: 1–3 mm Körperlänge (je nach Art)
  • Gewicht: Unter 1 mg (vernachlässigbar gering)
  • Lebenserwartung: Adulte Tiere leben etwa 4–6 Wochen; der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei bis zum Imago dauert 3–7 Wochen (temperaturabhängig)

Aussehen & Merkmale

Trotz ihres volkstümlichen Namens handelt es sich bei Weißen Fliegen nicht um echte Fliegen (Diptera), sondern um Angehörige der Pflanzenläuse innerhalb der Ordnung Hemiptera. Die Bezeichnung „Mottenschildläuse" beschreibt ihr Erscheinungsbild treffender: Die winzigen Insekten tragen zwei Paar zarte, weiß bestäubte Flügel, die in Ruhestellung dachartig über dem Hinterleib zusammengelegt werden. Der weiße bis gelblich-weiße Wachsstaub, der Flügel und Körper bedeckt, wird von speziellen Wachsdrüsen der Epidermis abgesondert und dient dem Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden.

Der Körperbau ist typisch für Sternorrhyncha: Der Kopf trägt ein stechendes Saugrüssel-Mundwerkzeug (Rostrum), mit dem Pflanzensäfte aufgenommen werden. Die Fühler sind siebengliedrig. Die Facettenaugen sind verhältnismäßig groß und nierenförmig. Die Beine sind dünn, aber kräftig genug für kurze Sprünge. Larven und Nymphen sind flügellos, abgeflacht und von ovaler Form. Sie sitzen fest an der Blattunterseite und ähneln in dieser Phase eher Schildläusen als flugfähigen Insekten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Familie Aleyrodidae umfasst weltweit über 1.500 beschriebene Arten. Ihr Diversitätszentrum liegt in den Tropen und Subtropen, wo sie ganzjährig im Freiland leben. In gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas sind Weiße Fliegen im Freien nur während der warmen Sommermonate anzutreffen. Ihr bevorzugtes Habitat sind hier Gewächshäuser, Wintergärten und beheizte Innenräume, in denen konstant hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit herrschen.

Trialeurodes vaporariorum, die Gewächshaus-Weiße Fliege, stammt ursprünglich aus Mittelamerika und hat sich durch den internationalen Pflanzenhandel nahezu weltweit ausgebreitet. Bemisia tabaci, die Tabak-Weiße Fliege, ist in tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens und Amerikas heimisch und gilt als eine der invasivsten Insektenarten der Welt. Beide Arten besiedeln ein breites Spektrum an Wirtspflanzen – von Zierpflanzen über Gemüsekulturen bis hin zu Baumwolle und Tabak.

Ernährung

Weiße Fliegen ernähren sich ausschließlich phytophag, also von Pflanzensäften. Sowohl die Larven als auch die adulten Tiere stechen mit ihrem Rostrum das Phloem der Wirtspflanze an und saugen den zuckerreichen Siebröhrensaft. Da dieser Saft einen hohen Kohlenhydratanteil, aber nur wenig Aminosäuren enthält, müssen die Tiere große Mengen Flüssigkeit aufnehmen, um ihren Stickstoffbedarf zu decken.

Der überschüssige Zucker wird in Form von Honigtau ausgeschieden – einer klebrigen Substanz, die sich auf Blättern, Früchten und umgebenden Oberflächen absetzt. Auf diesem Honigtau siedeln sich häufig Rußtaupilze (Capnodiales) an, die das Blattwerk schwarz verfärben und die Photosyntheseleistung der Pflanze zusätzlich herabsetzen. Neben dem direkten Saugschaden und der Rußtaubildung fungieren mehrere Arten – insbesondere Bemisia tabaci – als Vektoren für pflanzenpathogene Viren, darunter Begomoviren und Criniviren.

Verhalten & Lebensweise

Weiße Fliegen sind tagaktive Insekten, die sich bei Störung in kurzen, flatternden Flügen von der Blattunterseite erheben. Da sie nur schwache Flieger sind, bewegen sie sich meist über kurze Distanzen. Die Ausbreitung über größere Entfernungen erfolgt passiv durch Wind oder den Transport befallener Pflanzen.

Die Tiere leben in losen Aggregationen auf der Blattunterseite, ohne ausgeprägte Sozialstrukturen oder Revierverhalten. Die Wirtspflanzenwahl erfolgt über olfaktorische und visuelle Reize: Gelbe und grüngelbe Farbtöne wirken besonders anziehend, was im Pflanzenschutz durch den Einsatz gelber Leimtafeln zur Befallskontrolle genutzt wird. Weiße Fliegen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C besonders schnell, weshalb warme, geschützte Standorte bevorzugt werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung erfolgt in der Regel zweigeschlechtlich, doch einige Populationen pflanzen sich auch parthenogenetisch fort – unbefruchtete Eier ergeben dabei männliche Nachkommen (Arrhenotokie). Ein Weibchen legt im Laufe seines Lebens zwischen 100 und 300 Eier, die es kreisförmig auf der Blattunterseite ablegt. Die Eier sind winzig, birnenförmig und über einen kurzen Stiel im Blattgewebe verankert.

Die Entwicklung verläuft über vier Nymphenstadien. Das erste Larvenstadium (