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Weißer Hai

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Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Carcharodon carcharias
  • Ordnung: Makrelenhaiartige (Lamniformes)
  • Familie: Makrelenhaie (Lamnidae)
  • Gattung: Carcharodon
  • Lebensraum: Küstennahe und pelagische Gewässer gemäßigter bis subtropischer Meere
  • Größe: Durchschnittlich 4–5 m, maximal bis etwa 6,5 m (Weibchen größer als Männchen)
  • Gewicht: 700–1.100 kg, Einzelexemplare bis über 2.000 kg
  • Lebenserwartung: Geschätzt 40–70 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Weiße Hai – auch als Menschenhai oder Großer Weißhai bezeichnet – ist einer der größten räuberischen Fische der Erde. Sein Körperbau ist torpedoförmig und hydrodynamisch optimiert, was ihn zu einem ausdauernden und schnellen Schwimmer macht. Die Körperoberseite ist schiefergrau bis bräunlich-blau gefärbt, die Unterseite dagegen weiß. Diese Gegenschattierung dient der Tarnung: Von oben betrachtet verschmilzt der Hai mit dem dunklen Meeresgrund, von unten hebt er sich kaum gegen das helle Oberflächenlicht ab.

Das Maul ist breit, leicht unterständig und mit mehreren Reihen dreieckiger, gesägter Zähne bestückt. Abgenutzte oder verlorene Zähne werden kontinuierlich durch nachrückende Zähne aus hinteren Reihen ersetzt – ein bei Haien typisches Revolvergebiss. Die Zähne der oberen Kieferhälfte sind breit und dreieckig, die des Unterkiefers etwas schmaler und spitzer, was das Greifen und Zerteilen großer Beutetiere erleichtert.

Die Haut des Weißen Hais ist mit Placoidschuppen (Hautzähnchen) bedeckt, die eine raue Oberfläche bilden und den Strömungswiderstand verringern. Die Augen sind vergleichsweise klein und dunkel, besitzen aber keine Nickhaut; stattdessen kann der Hai beim Biss die Augen nach hinten in die Augenhöhlen rollen, um sie vor Verletzungen zu schützen. Auffällig ist die große, sichelförmige Schwanzflosse (Caudalflosse), deren oberer und unterer Lappen annähernd gleich lang sind – ein Merkmal der Familie Lamnidae, das auf hohe Schwimmgeschwindigkeiten hinweist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Weißen Hais erstreckt sich über nahezu alle Ozeane, mit Schwerpunkten in gemäßigten und subtropischen Zonen. Bedeutende Populationen finden sich vor den Küsten Südafrikas, Südaustraliens, Kaliforniens, im westlichen Mittelmeer sowie rund um Neuseeland. Vereinzelte Sichtungen sind auch aus tropischen Regionen und sogar aus subarktischen Gewässern dokumentiert.

Als Habitat bevorzugt Carcharodon carcharias küstennahe Gewässer über dem Kontinentalschelf, insbesondere in der Nähe von Robbenkolonien, Flussmündungen und felsigen Riffen. Er hält sich häufig in Tiefen bis etwa 250 m auf, unternimmt jedoch regelmäßig Tauchgänge bis über 1.000 m. Satellitentelemetrie hat gezeigt, dass einzelne Individuen transozeanische Wanderungen über mehrere Tausend Kilometer zurücklegen. Im offenen Ozean durchquert der Weiße Hai dabei auch pelagische Biotope weit abseits jeder Küste.

Ernährung

Junge Weiße Haie ernähren sich vorwiegend von Knochenfischen, kleineren Haien und Rochen sowie von Kopffüßern. Mit zunehmender Körpergröße verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu energiereichen Meeressäugern: Robben, Seelöwen, See-Elefanten und gelegentlich kleine Zahnwale gehören zur Beute adulter Tiere. Auch Aas, etwa Walkadaver, wird bereitwillig angenommen und kann ganze Gruppen von Weißen Haien anlocken.

Beim Beutefang setzt der Weiße Hai häufig eine charakteristische Technik ein: Er nähert sich seiner Beute von unten und beschleunigt senkrecht nach oben, um das Opfer mit einem kraftvollen Biss zu überraschen. Vor der Küste Südafrikas springt er dabei nicht selten vollständig aus dem Wasser – ein Verhalten, das als „Breaching" bezeichnet wird. Nach dem ersten Biss zieht sich der Hai oft zurück und wartet, bis die Beute durch Blutverlust geschwächt ist, bevor er sie endgültig frisst.

Verhalten & Lebensweise

Der Weiße Hai ist ein überwiegend solitär lebender Jäger, der keine festen Reviere besetzt, sondern große Gebiete durchstreift. An Nahrungsquellen wie Robbenkolonien können sich mehrere Individuen gleichzeitig einfinden, wobei eine hierarchische Ordnung zu beobachten ist: Größere Tiere dominieren kleinere, Weibchen oft Männchen gleicher Größe. Aggressive Auseinandersetzungen werden in der Regel durch ritualisiertes Drohverhalten vermieden.

Als eine von wenigen Haiarten ist der Weiße Hai in der Lage, seine Körpertemperatur teilweise über der Umgebungstemperatur zu halten. Dieses als regionale Endothermie bezeichnete System nutzt Gegenstrom-Wärmetauscher (Rete mirabile) in der Muskulatur, den Eingeweiden und dem Gehirn. Dadurch kann der Hai auch in kühleren Gewässern effizient jagen und schneller reagieren als rein ektotherme Arten.

Weiße Haie sind tag- und dämmerungsaktiv, wobei die Jagd auf Robben besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag stattfindet – Zeiten, in denen die Lichtverhältnisse eine Annäherung von unten begünstigen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie des Weißen Hais ist nur lückenhaft erforscht, da trächtige Weibchen selten gefangen oder beobachtet werden. Die Art ist ovovivipar (lebendgebärend ohne Plazenta): Die Embryonen entwickeln sich im Uterus und ernähren sich zunächst vom Dottersack, später durch Oophagie – dem Verzehr unbefruchteter