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Wels

W

Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Silurus glanis
  • Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
  • Familie: Echte Welse (Siluridae)
  • Gattung: Silurus
  • Lebensraum: Große Flüsse, Seen und Stauseen mit schlammigem Grund
  • Größe: Durchschnittlich 1,3–1,6 m, Maximalwerte über 2,7 m
  • Gewicht: 40–80 kg üblich, Rekordexemplare über 130 kg
  • Lebenserwartung: 50–80 Jahre, in Ausnahmefällen noch deutlich mehr

Aussehen & Merkmale

Der Europäische Wels – auch als Waller oder Schaidfisch bezeichnet – ist der größte rein im Süßwasser lebende Fisch Europas. Sein Körper ist langgestreckt, seitlich nur mäßig abgeflacht und im vorderen Bereich massig gebaut, während er nach hinten hin zunehmend schmaler wird und in einen langen, seitlich zusammengedrückten Schwanz übergeht. Der Kopf ist breit und deutlich abgeflacht, das Maul endständig und sehr weit. Am Oberkiefer sitzt je ein langer, beweglicher Bartfaden (Bartel), am Unterkiefer befinden sich vier kürzere Barteln. Diese sechs Barteln dienen als hochempfindliche Tastorgane.

Die Haut des Welses ist schuppenlos und mit einer dicken Schleimschicht überzogen, die den Fisch vor Parasiten und Verletzungen schützt. Die Grundfärbung variiert von olivgrün über dunkelbraun bis schwarz, wobei die Flanken häufig marmoriert oder wolkig gefleckt erscheinen. Die Bauchseite ist heller, oft gelblich-weiß. Die Augen sind im Verhältnis zum Kopf auffallend klein – ein Hinweis auf die überwiegend nachtaktive Lebensweise, bei der der Sehsinn gegenüber dem Tast- und Geruchssinn eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Rückenflosse ist klein und sitzt weit vorn, während die Afterflosse extrem lang ausgebildet ist und sich bis zur Schwanzflosse erstreckt. Brust- und Bauchflossen sind kräftig. Die Brustflossenstrahlen tragen beim männlichen Tier insbesondere zur Laichzeit verdickte Strukturen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Silurus glanis erstreckt sich von Mitteleuropa ostwärts bis zum Aralsee und Kasachstan. In Mitteleuropa besiedelt der Wels die großen Flusssysteme von Donau, Rhein, Elbe und Oder sowie deren Zuflüsse. In den vergangenen Jahrzehnten wurde er zudem in zahlreichen westeuropäischen Gewässern ausgesetzt, etwa in Spanien, Frankreich und Italien, wo er sich teilweise stark vermehrt hat.

Das bevorzugte Habitat sind tiefe, langsam fließende oder stehende Gewässer mit weichem Grund. Typische Biotope sind Altarme, Buhnenfelder, tiefe Kolke unterhalb von Wehren, Baggerseen und große Stauseen. Tagsüber hält sich der Wels in Unterständen auf – unter Totholz, in Uferhöhlungen, an unterspülten Baumwurzeln oder in dichten Krautfeldern. Entscheidend für das Vorkommen sind eine ausreichende Gewässertiefe, Deckungsmöglichkeiten und ein gutes Nahrungsangebot. In kühlen, sauerstoffreichen Gebirgsbächen fehlt der Wels dagegen vollständig.

Ernährung

Der Europäische Wels ist ein opportunistischer Raubfisch. Jungfische ernähren sich zunächst von Zooplankton, Insektenlarven, Würmern und kleinen Krebstieren. Mit zunehmender Größe verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu Fischen – Brassen, Rotaugen, Barsche und Aale gehören zur bevorzugten Beute. Große Exemplare nehmen gelegentlich auch Frösche, Wasservögel wie junge Enten oder Blässhühner sowie kleine Säugetiere auf, die ins Wasser geraten.

Die Jagd erfolgt überwiegend nachts und in der Dämmerung. Der Wels nutzt dabei seine Barteln, das Seitenlinienorgan und ein ausgeprägtes Gehör, um Beutetiere über Vibrationen und Druckwellen zu orten. In trübem Wasser, wo viele andere Prädatoren benachteiligt sind, ist der Wels besonders erfolgreich. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch Einsaugen der Beute über das weit aufreißbare Maul.

Verhalten & Lebensweise

Der Wels ist ein ausgesprochen nachtaktiver Fisch. Tagsüber ruht er weitgehend reglos an seinem Standplatz und wird erst mit Einbruch der Dunkelheit aktiv. Einzelgängerisch veranlagt, verteidigt er seinen Einstand gegenüber Artgenossen, wobei es zwischen Rivalen zu Droh- und Verdrängungsverhalten kommen kann. Ein klassisches Revier im engeren Sinne wird jedoch nicht dauerhaft markiert – Welse wechseln ihre Standplätze saisonal und in Abhängigkeit von Wassertemperatur und Nahrungsangebot.

Im Winter fällt der Wels bei Wassertemperaturen unter etwa 8 °C in eine Art Winterruhe. Der Stoffwechsel wird stark herabgefahren, der Fisch nimmt kaum noch Nahrung auf und verharrt nahezu bewegungslos in tiefen Bereichen des Gewässers. Erst mit steigenden Temperaturen im Frühjahr beginnt die Phase erhöhter Aktivität und Nahrungssuche.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit des Welses fällt in die Monate Mai bis Juli, wenn die Wassertemperatur mindestens 18–20 °C erreicht. Das Männchen bereitet in Flachwasserzonen eine Laichgrube vor – meist zwischen Pflanzenwurzeln, Totholz oder an unterspülten Uferpartien. Das Weibchen legt dort zwischen 25.000 und 30.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht ab. Bei einem großen Weibchen kann das Gelege somit mehrere Hunderttausend Eier umfassen.

Nach der Eiablage übernimmt das Männchen die Brutpflege. Es bewacht das Gelege über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen, bis die Larven schlüpfen, und fächelt mit der Schwanzflo