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Wolldecke

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Wolldecke gehört zur traditionellen Jäger- und Weidmannssprache und bezeichnet das dichte, wollige Haarkleid bestimmter Wildtierarten. Im engeren Sinne wird damit das Winterfell des Schwarzwildes (Wildschwein) beschrieben, das aus einer Kombination von groben Borsten und darunter liegender, dichter Unterwolle besteht. Der Ausdruck wird gelegentlich auch auf das besonders dichte Fell anderer Schalenwildarten übertragen, vor allem wenn die Unterwolle im Winterhalbjahr stark ausgeprägt ist.

Die Wolldecke ist vom Begriff der Decke abzugrenzen, der in der Weidmannssprache allgemein für die abgezogene Haut eines Stückes Schalenwild steht. Während „Decke" das Fell als Ganzes meint, hebt „Wolldecke" die besondere Beschaffenheit des Haarkleides hervor – nämlich den hohen Anteil an weicher, isolierender Unterwolle, die dem Tier als natürlicher Kälteschutz dient.

Herkunft und Verwendung des Begriffs

Die deutsche Jägersprache hat sich über Jahrhunderte als eigenständige Fachsprache entwickelt. Zahlreiche Begriffe beschreiben die körperlichen Merkmale des Wildes mit großer Genauigkeit. Die Wolldecke gehört zu jenen Ausdrücken, die sowohl in der mündlichen Verständigung unter Jägern als auch in der jagdlichen Fachliteratur Verwendung finden.

Verwandte Begriffe aus der Weidmannssprache sind unter anderem:

  • Decke – die Haut des Schalenwildes (beim Niederwild spricht man von Balg)
  • Schwarte – die besonders dicke, derbe Haut des Schwarzwildes
  • Winterdecke – das dichtere und längere Haarkleid, das Wild im Herbst anlegt
  • Sommerdecke – das kürzere, dünnere Haarkleid der warmen Monate
  • Borsten – die groben, steifen Deckhaare beim Schwarzwild (auch Federn genannt)
  • Grannen – die äußeren, festeren Haare, die über der Unterwolle liegen

Aufbau und Funktion der Wolldecke beim Schwarzwild

Die Wolldecke des Wildschweins ist ein hervorragendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit heimischer Wildtierarten an kalte Witterungsbedingungen. Das Haarkleid der Sauen besteht aus zwei Schichten: den äußeren Deckhaaren (Borsten) und der darunter liegenden, feinen Unterwolle. Letztere bildet eine isolierende Luftschicht, die den Körper vor Wärmeverlust schützt.

Im Spätherbst beginnt das Schwarzwild, sein Sommerhaarkleid gegen die dichtere Winterdecke zu wechseln. Dieser Haarwechsel wird durch die abnehmende Tageslichtlänge und sinkende Temperaturen ausgelöst. Die Unterwolle wächst dann besonders dicht und lang, sodass eine regelrechte Wollschicht entsteht – die namensgebende Wolldecke. Gleichzeitig werden die Borsten länger und dichter, besonders im Bereich des Rückens, wo sie den charakteristischen Kamm (auch Bürste oder Mähne genannt) bilden.

Die Farbe der Wolldecke variiert je nach Alter und Unterart. Frischlinge tragen ihr typisches längsgestreiftes Jugendkleid, während ältere Stücke eine dunkelbraune bis schwarzgraue Decke aufweisen. Bei starken Keilern kann die Wolldecke im Winter so dicht sein, dass sie zusammen mit der darunter liegenden Schwarte und der ausgeprägten Fettschicht einen erheblichen Schutzpanzer bildet – auch als Schild bezeichnet.

Jagdliche Bedeutung

Für den Jäger hat die Beschaffenheit der Wolldecke praktische Relevanz. Die Dichte des Winterfells beeinflusst die Wirkung des Geschosses beim Schuss. Gerade bei starken Keilern kann die Kombination aus dichter Wolldecke, derber Schwarte und dem sogenannten Schild dazu führen, dass leichtere Geschosse weniger tief eindringen. Erfahrene Jäger berücksichtigen dies bei der Wahl von Kaliber und Geschosstyp für die Schwarzwildjagd im Winter.

Darüber hinaus gibt die Wolldecke Aufschluss über den Gesundheitszustand und die Kondition eines Stückes Wild. Ein gesundes Tier mit ausreichender Nahrungsgrundlage trägt eine gleichmäßig dichte und glänzende Decke. Kahle Stellen, struppiges oder stumpfes Haar können hingegen auf Parasitenbefall (etwa durch die Sauglingsfliege oder Räudemilben), Mangelernährung oder Krankheiten hindeuten. Bei der Beurteilung des erlegten Wildes – dem sogenannten Ansprechen – spielt die Qualität der Decke daher eine wesentliche Rolle.

Wolldecke bei anderen Wildarten

Obwohl der Begriff Wolldecke primär mit dem Schwarzwild verbunden ist, wird er gelegentlich auch für das dichte Winterhaarkleid anderer Wildtierarten gebraucht. Das Rotwild (Rothirsch) entwickelt im Winter ein deutlich dichteres Fell mit verstärkter Unterwolle, ebenso das Gamswild, dessen feines Unterhaar früher unter dem Namen Gamswolle bekannt war und sogar textil verarbeitet wurde.

Beim Muffelwild ist die wollige Unterwolle besonders stark ausgeprägt und erinnert an das Vlies domestizierter Schafe – was angesichts der engen Verwandtschaft nicht überrascht. Auch beim Rehwild ist die Winterdecke deutlich dichter als das Sommerhaarkleid, wenngleich die Unterwolle hier weniger stark entwickelt ist als bei größeren Schalenwildarten.

Kulturhistorische Einordnung

Die Wolldecke ist als