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Wollhalsstorch

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ciconia episcopus
  • Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
  • Familie: Störche (Ciconiidae)
  • Gattung: Ciconia
  • Lebensraum: Feuchtgebiete, Sümpfe, Flussniederungen und Reisfelder in tropischen und subtropischen Regionen
  • Größe: 80–95 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 150–180 cm
  • Gewicht: 1,5–2,5 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 15–25 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Wollhalsstorch ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie der Störche. Sein auffälligstes Merkmal ist das namensgebende wollig-lockige Gefieder am Hals und Nacken, das aus weichen, krausen weißen Federn besteht und dem Vogel ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht. Dieses seidige Halsgefieder hebt ihn deutlich von anderen Arten der Gattung Ciconia ab.

Das übrige Gefieder des Wollhalsstorchs zeigt ein kontrastreiches Muster: Kopf, Hals und Bauch sind überwiegend weiß, während Rücken, Flügel und Schwanz glänzend schwarz gefärbt sind. Das Schwarz der Oberseite schimmert je nach Lichteinfall metallisch grünlich oder violett. Der kräftige, leicht nach unten gebogene Schnabel ist dunkelrot bis schwärzlich gefärbt. Die Beine sind lang und rot, typisch für Schreitvögel, die in seichten Gewässern auf Nahrungssuche gehen. Die unbefiederte Gesichtshaut um die Augen ist rötlich bis dunkelgrau. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; der Geschlechtsdimorphismus ist nur gering ausgeprägt, wobei Männchen im Durchschnitt etwas größer sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wollhalsstorchs erstreckt sich über weite Teile der Tropen und Subtropen in drei Kontinenten. Man unterscheidet drei Unterarten: Ciconia episcopus episcopus in Süd- und Südostasien (vom indischen Subkontinent über Sri Lanka bis nach Indonesien und die Philippinen), Ciconia episcopus microscelis in Subsahara-Afrika sowie Ciconia episcopus neglecta auf den Kleinen Sundainseln und in Teilen Südostasiens. Einige Taxonomen betrachten die afrikanische Population inzwischen als eigenständige Art (Ciconia microscelis), was jedoch noch nicht einheitlich anerkannt ist.

Als bevorzugtes Habitat wählt der Wollhalsstorch Feuchtgebiete in Tieflandregionen. Dazu zählen Sümpfe, Überschwemmungsflächen, Flussufer, Seen, Mangroven und bewässerte Agrarflächen wie Reisfelder. Anders als viele andere Storcharten meidet er trockene, offene Graslandschaften und ist stärker an Gewässer gebunden. Er besiedelt sowohl naturbelassene Biotope als auch vom Menschen geprägte Kulturlandschaften, solange ausreichend Wasser und Nahrung vorhanden sind. Gelegentlich wird er auch in städtischen Randgebieten und auf Mülldeponien beobachtet.

Ernährung

Der Wollhalsstorch ist ein opportunistischer Fleischfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Seine Hauptnahrung besteht aus Fischen, Fröschen, Kaulquappen, Krebstieren, Wasserinsekten und deren Larven. Ergänzend frisst er Schlangen, Eidechsen, kleine Nagetiere und gelegentlich Aas. In Reisfeldern erbeutet er bevorzugt Frösche und Wasserschnecken.

Bei der Nahrungssuche schreitet er langsam durch seichte Gewässer und stochert mit dem Schnabel im Schlamm. Dabei nutzt er eine Technik, bei der er mit den Füßen den Boden aufwühlt, um versteckte Beutetiere aufzuscheuchen. Diese Methode ist auch von anderen Schreitvögeln bekannt. Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten wie dem Weißstorch (Ciconia ciconia) jagt der Wollhalsstorch selten auf trockenem Land.

Verhalten & Lebensweise

Der Wollhalsstorch ist überwiegend tagaktiv und lebt außerhalb der Brutzeit einzelgängerisch oder in kleinen, lockeren Gruppen. Größere Ansammlungen entstehen an besonders nahrungsreichen Stellen oder an gemeinschaftlichen Schlafplätzen in hohen Bäumen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigt er vor allem während der Brutzeit, wenn Nistplätze gegen Artgenossen verteidigt werden.

Wie die meisten Störche ist auch der Wollhalsstorch weitgehend stumm, da der Stimmkopf (Syrinx) nur schwach ausgebildet ist. Zur Kommunikation – insbesondere bei der Balz und am Nest – setzt er stattdessen auf Schnabelklappern. Zudem werden Droh- und Begrüßungsgesten durch Kopfbewegungen und Flügelhaltungen signalisiert. In Teilen seines Verbreitungsgebiets unternimmt der Wollhalsstorch saisonale Wanderungen, die an das Einsetzen oder Abklingen von Regenzeiten gekoppelt sind. Diese Zugbewegungen sind jedoch weniger regelmäßig und weiträumig als die von paläarktischen Storcharten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region und richtet sich nach dem Einsetzen der Regenzeit, die ein erhöhtes Nahrungsangebot mit sich bringt. In Südasien brüten die Vögel meist zwischen Juli und Oktober, in Afrika je nach Gebiet von September bis März.

Der Wollhalsstorch lebt in der Regel monogam, wobei Paarbindungen oft über mehrere Brutsaisons bestehen. Die Balz umfasst Schnabelklappern, gegenseitiges Gefiederputzen und gemeinsames Nestbauverhalten. Das Nest wird aus Zweigen und Ästen in Baumkronen errichtet, häufig in großer Höhe. In manchen Regionen brütet die Art auch in lockeren Kolonien zusammen mit anderen Wasservogelarten wie Reihern und Kormoranen.

Das Gelege besteht aus zwei bis fünf weißen Eiern, die von beiden Elternte