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Wollläuse

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pseudococcidae (Familie)
  • Ordnung: Hemiptera (Schnabelkerfe)
  • Unterordnung: Sternorrhyncha (Pflanzenläuse)
  • Überfamilie: Coccoidea (Schildläuse)
  • Familie: Pseudococcidae
  • Gattungen (Auswahl): Pseudococcus, Planococcus, Phenacoccus, Dysmicoccus
  • Lebensraum: Tropische bis gemäßigte Klimazonen; an Pflanzen aller Art, häufig auch in Gewächshäusern und Innenräumen
  • Größe: 1–5 mm (Weibchen), Männchen deutlich kleiner
  • Gewicht: Wenige Milligramm, nicht systematisch erfasst
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 1–3 Monate, Männchen wenige Tage
  • Artenzahl: Weltweit über 2.000 beschriebene Arten, in Mitteleuropa rund 80 Arten

Aussehen & Merkmale

Wollläuse – auch als Schmierläuse bezeichnet – verdanken ihren deutschen Namen dem weißlichen, wachsartigen Sekret, das ihren Körper wie eine dünne Wollschicht überzieht. Dieses Sekret wird von spezialisierten Drüsen an der Körperoberfläche produziert und bildet feine Fäden oder mehlige Beläge, die den Tieren ein charakteristisches, watteähnliches Erscheinungsbild verleihen.

Der Körper der Weibchen ist oval bis länglich, abgeflacht und segmentiert. Er trägt am Rand häufig kurze Wachsfäden, die besonders am Hinterleib ausgeprägt sein können und bei manchen Arten wie ein Strahlenkranz wirken. Die Körperfarbe unter der Wachsschicht variiert von gelblich über rosa bis dunkelbraun. Weibchen sind stets flügellos und behalten zeitlebens ein larvenähnliches Aussehen – ein Zustand, den die Entomologie als Neotenie bezeichnet.

Männchen dagegen durchlaufen eine vollständige Metamorphose und entwickeln ein Paar zarter, durchsichtiger Flügel. Sie sind erheblich kleiner als die Weibchen, besitzen keine funktionsfähigen Mundwerkzeuge und leben nur kurz genug, um sich zu paaren. Wie alle Hemiptera besitzen Wollläuse stechend-saugende Mundwerkzeuge in Form eines dünnen Stechrüssels (Rostrum), der bei den Weibchen und Larven zur Nahrungsaufnahme dient.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pseudococcidae erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Die höchste Artendichte findet sich in tropischen und subtropischen Regionen. In gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa treten Wollläuse vor allem als Schädlinge an Zimmerpflanzen, in Gewächshäusern und unter geschützten Bedingungen auf. Einige Arten wie die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) oder die Langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus) sind durch den internationalen Pflanzenhandel nahezu weltweit verschleppt worden.

Als Habitat bevorzugen Wollläuse geschützte, warme und eher trockene Stellen an Pflanzen. Typische Aufenthaltsorte sind Blattachseln, die Unterseiten von Blättern, Rindenspalten, der Wurzelhals und bei einigen Arten auch der Wurzelbereich im Substrat. Letztere werden als Wurzelläuse oder Erdwollläuse (Gattung Rhizoecus) bezeichnet und gehören streng genommen zur eigenständigen Familie Rhizoecidae, werden aber umgangssprachlich oft den Wollläusen zugeordnet.

Ernährung

Wollläuse ernähren sich ausschließlich phytophag, also von Pflanzensäften. Mit ihrem feinen Stechrüssel durchstoßen sie die Epidermis der Wirtspflanze und zapfen die Siebröhren (Phloem) an. Der aufgenommene Pflanzensaft ist reich an Zucker, aber arm an Aminosäuren. Um ihren Stickstoffbedarf zu decken, müssen die Tiere große Mengen Saft aufnehmen und den überschüssigen Zucker als klebrige Flüssigkeit – den sogenannten Honigtau – wieder ausscheiden.

Dieser Honigtau bildet die Grundlage einer ökologisch bedeutsamen Beziehung: Ameisen verschiedener Arten ernähren sich davon und schützen die Wollläuse im Gegenzug vor Fressfeinden. Diese Trophobiose gleicht der Beziehung zwischen Ameisen und Blattläusen und kann dazu führen, dass Ameisen Wollläuse gezielt auf neue Wirtspflanzen umsiedeln.

Verhalten & Lebensweise

Wollläuse sind vergleichsweise sessile Insekten. Adulte Weibchen bewegen sich nur wenig und verharren oft über längere Zeiträume an einer Saugstelle. Die Larven des ersten Stadiums – die sogenannten Crawler – sind hingegen mobil und dienen der Ausbreitung. Sie lassen sich vom Wind tragen oder bewegen sich aktiv zu neuen Pflanzenbereichen.

Ein ausgeprägtes Sozialverhalten existiert nicht, doch bilden sich häufig dichte Kolonien an günstigen Saugstellen. Diese Aggregationen entstehen weniger durch aktive Zusammenschlüsse als durch die Tatsache, dass Weibchen ihre Eier am Saugort ablegen und die schlüpfenden Larven sich in unmittelbarer Nähe ansiedeln. Die Wachsausscheidungen der Kolonie bilden dabei einen gewissen kollektiven Schutz gegen Austrocknung und Fressfeinde.

Die meisten Arten sind ganzjährig aktiv, sofern die Temperaturen es zulassen. In tropischen Habitaten findet eine kontinuierliche Vermehrung statt; in gemäßigten Klimazonen können Überwinterungsstadien auftreten, etwa als Eier in schützenden Wachshüllen oder als Larven in Rindenspalten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung verläuft je nach Art geschlechtlich oder parthenogenetisch. Bei der Langschwänzigen Schmierlaus etwa ist Parthenogenese verbreitet – Weibchen bringen ohne Befruchtung lebende Larven zur Welt (