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Wühlmaus

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Arvicolinae (Unterfamilie); bekannteste einheimische Art: Feldmaus (Microtus arvalis)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Wühler (Cricetidae)
  • Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
  • Lebensraum: Wiesen, Äcker, Gärten, Waldränder, Feuchtgebiete – je nach Art
  • Größe: 7–23 cm Kopf-Rumpf-Länge (artabhängig)
  • Gewicht: 15–120 g
  • Lebenserwartung: 1–2 Jahre in freier Wildbahn, in Ausnahmefällen bis 3 Jahre

Aussehen & Merkmale

Wühlmäuse sind kompakt gebaute Nagetiere mit gedrungener Körperform, die auf ein Leben in unterirdischen Gangsystemen angepasst ist. Der Kopf ist breit und rundlich, die Schnauze stumpf. Die Augen sind im Vergleich zu echten Mäusen (Muridae) auffallend klein, ebenso die Ohren, die häufig kaum aus dem dichten Fell herausragen. Diese Reduktion der Sinnesorgane am Kopf verringert den Widerstand beim Graben und schützt vor eindringender Erde.

Das Fell ist dicht, weich und meist in gedeckten Braun-, Grau- oder Ockertönen gefärbt, wobei die Bauchseite in der Regel heller erscheint als der Rücken. Der Schwanz ist im Verhältnis zum Körper deutlich kürzer als bei Langschwanzmäusen – ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal. Die Vorderpfoten sind kräftig und mit kurzen Krallen versehen, die zum Graben genutzt werden. Bei der Schermaus (Arvicola terrestris), der größten einheimischen Wühlmausart, sind die Grabwerkzeuge besonders ausgeprägt.

Das Gebiss weist die für Nagetiere typischen, ständig nachwachsenden Schneidezähne auf. Zusätzlich besitzen Wühlmäuse wurzellose Backenzähne mit schmelzfaltiger Kaufläche, die eine effiziente Zerkleinerung pflanzlicher Nahrung ermöglichen und ebenfalls zeitlebens nachwachsen.

Lebensraum & Verbreitung

Die Unterfamilie der Wühlmäuse umfasst weltweit rund 150 Arten, die auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet sind. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordamerika über Europa und Nordasien bis nach Ostasien. In Mitteleuropa kommen etwa ein Dutzend Arten vor, darunter die Feldmaus, die Erdmaus (Microtus agrestis), die Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) und die Schermaus.

Die besiedelten Habitate sind ebenso vielfältig wie die Artenzahl. Offene Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden das Biotop der Feldmaus, während die Rötelmaus Laub- und Mischwälder bevorzugt. Schermäuse halten sich gern in der Nähe von Gewässern und in Gärten mit lockerem, humusreichem Boden auf. Einige Arten besiedeln auch alpine Matten oberhalb der Baumgrenze oder Sumpfgebiete. Entscheidend für das Vorkommen ist stets ein grabbarer Untergrund, der die Anlage von Gangsystemen erlaubt.

Ernährung

Wühlmäuse ernähren sich überwiegend pflanzlich. Gräser, Kräuter, Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, Rinde und Samen bilden je nach Art und Jahreszeit die Hauptnahrung. Die Feldmaus frisst vor allem oberirdische Pflanzenteile und Grassamen, während die Schermaus bevorzugt Wurzeln und unterirdische Speicherorgane anknabbert – was sie in Gärten und Obstanlagen zum gefürchteten Schädling macht.

Die Rötelmaus nimmt darüber hinaus in nennenswerten Mengen Insekten, Larven und gelegentlich auch Pilze auf. Im Herbst legen einige Arten Nahrungsvorräte in speziellen Kammern ihres Bausystems an. Der tägliche Nahrungsbedarf ist hoch: Wühlmäuse nehmen pro Tag das Äquivalent ihres eigenen Körpergewichts oder sogar mehr an Pflanzenmasse zu sich, bedingt durch den kalorienarmen Charakter ihrer Nahrung und den hohen Energieverbrauch, den das Leben im Untergrund mit sich bringt.

Verhalten & Lebensweise

Das zentrale Element der Lebensweise aller Wühlmäuse ist das weitverzweigte Gangsystem. Es dient als Schutz vor Fressfeinden, als Fortbewegungsweg, als Vorratslager und als Ort der Jungenaufzucht. Die Gänge verlaufen je nach Art dicht unter der Erdoberfläche oder in größerer Tiefe. Feldmäuse legen oberirdisch gut sichtbare Laufwege zwischen den Gangeingängen an, die als Wechsel bezeichnet werden.

Die meisten Wühlmausarten sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei ein polyphasischer Aktivitätsrhythmus überwiegt: Kurze Aktivitätsphasen von ein bis drei Stunden wechseln sich rund um die Uhr mit Ruhephasen ab. Einen echten Winterschlaf halten Wühlmäuse nicht. Sie bleiben ganzjährig aktiv und nutzen in der kalten Jahreszeit ihre unterirdischen Gangsysteme und Vorratskammern.

Feldmäuse leben in lockeren Kolonien, innerhalb derer mehrere Weibchen benachbarte Reviere bewohnen. Männchen durchstreifen größere Gebiete und verteidigen ihr Revier mit aggressivem Verhalten gegenüber Artgenossen. Die Schermaus hingegen lebt weitgehend einzelgängerisch und duldet außerhalb der Paarungszeit keine Artgenossen in ihrem Gangsystem.

Zu den wichtigsten Fressfeinden zählen Mauswiesel, Hermelin, Turmfalke, Schleiereule, Mäusebussard und Fuchs. Die Populationsdichte von Wühlmäusen unterliegt teils erheblichen Schwankungen. Bei der Feldmaus treten in Abständen von drei bis fünf Jahren sogenannte Massenvermehrungen auf, bei denen Populationsdichten von mehreren tausend Individuen pro Hektar erreicht werden können.