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Wüstenhornviper

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cerastes cerastes
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Vipern (Viperidae)
  • Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)
  • Gattung: Hornvipern (Cerastes)
  • Lebensraum: Sandwüsten, Halbwüsten und Geröllsteppen Nordafrikas und des Nahen Ostens
  • Größe: 30–60 cm, selten bis 85 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 100–250 g
  • Lebenserwartung: 15–18 Jahre in Gefangenschaft, in der Natur vermutlich 10–12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Wüstenhornviper ist eine gedrungene, relativ kurze Viper mit einem breiten, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom schlanken Hals absetzt. Das auffälligste Merkmal sind die hornartigen Auswüchse über den Augen, die aus einzelnen aufgerichteten Schuppen bestehen. Diese sogenannten Supraokularhörner sind bei manchen Individuen stark ausgeprägt, bei anderen kaum vorhanden oder fehlen ganz. Ob die Hörner dem Schutz der Augen vor Sand dienen oder eine Rolle bei der Tarnung spielen, ist nicht abschließend geklärt.

Die Grundfärbung der Schuppen variiert zwischen sandgelb, beige, graubraun und rötlich – stets angepasst an den jeweiligen Untergrund des Habitats. Über den Rücken verläuft eine Reihe dunkler, oft bräunlicher Flecken, die in unregelmäßigen Abständen angeordnet sind. Die Bauchseite ist einheitlich hell. Die stark gekielten Rückenschuppen verleihen der Haut eine raue Textur. Die Pupillen sind vertikal geschlitzt, typisch für nachtaktive Arten. Am Schwanzende fällt ein kurzer, stumpfer Abschluss auf, der die Wüstenhornviper von vielen anderen Vipernarten unterscheidet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Wüstenhornviper erstreckt sich über weite Teile Nordafrikas – von Mauretanien und Marokko im Westen über Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten bis in den Norden des Sudan. Östlich reicht das Areal über die Sinai-Halbinsel bis nach Israel, Jordanien und den Südwesten des Irak. Die Art besiedelt bevorzugt sandige Biotope wie Dünenlandschaften und flache Sandebenen, kommt aber auch in steinigen Halbwüsten und Trockensavannen vor.

Die Wüstenhornviper meidet dichte Vegetation und stark felsige Gebirgszüge. Sie ist an extreme Hitze und Trockenheit angepasst und toleriert Temperaturen, die für viele andere Reptilien tödlich wären. In den Randbereichen von Oasen und in der Nähe menschlicher Siedlungen tritt sie gelegentlich auf, was zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führt.

Ernährung

Die Wüstenhornviper ernährt sich vorwiegend von kleinen Wirbeltieren. Zur Hauptbeute zählen Eidechsen, vor allem Geckos und Skinke, sowie kleine Nagetiere wie Rennmäuse und Wüstenspringmäuse. Gelegentlich werden auch kleine Vögel und deren Eier gefressen. Die Schlange jagt aus dem Hinterhalt: Sie gräbt sich in den Sand ein, wobei nur die Augen und die Nasenöffnungen an der Oberfläche bleiben. Nähert sich ein Beutetier, schnappt die Viper blitzschnell zu und injiziert ihr Gift durch die langen, beweglichen Röhrenzähne (Solenoglyphen). Das Beutetier wird nach dem Biss losgelassen und anhand der Zungenspur verfolgt, sobald das Gift gewirkt hat.

Verhalten & Lebensweise

Die Wüstenhornviper ist überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber verbirgt sie sich in selbst gegrabenen Mulden im Sand, unter Steinen oder in verlassenen Nagetierbauten. Die Fortbewegung erfolgt häufig in der charakteristischen Seitenwindtechnik, bei der die Schlange schräg zur Bewegungsrichtung über den lockeren Sand gleitet. Diese Bewegungsform minimiert den Kontakt mit dem heißen Untergrund und verhindert ein Einsinken.

Die Art lebt einzelgängerisch. Individuelle Reviere werden nicht aktiv verteidigt, doch die Tiere halten in der Regel Abstand zueinander. Bei Bedrohung zeigt die Wüstenhornviper ein typisches Warnverhalten: Sie reibt ihre stark gekielten Seitenschuppen in einer schleifenförmigen Körperbewegung aneinander und erzeugt dadurch ein lautes, rasselndes Geräusch – ein Vorgang, der als Stridulation bezeichnet wird. Dieses akustische Signal ist nicht mit dem Rasseln der Klapperschlangen zu verwechseln, da es auf einem völlig anderen Mechanismus beruht.

Das Gift der Wüstenhornviper ist ein Mischgift mit hämotoxischen und zytotoxischen Komponenten. Für gesunde erwachsene Menschen ist ein Biss in der Regel nicht tödlich, kann jedoch starke Schwellungen, Gewebeschäden und erhebliche Schmerzen verursachen. Unbehandelt drohen Nekrosen an der Bissstelle. In abgelegenen Wüstenregionen ohne medizinische Versorgung kann ein Biss allerdings gefährlich werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate April bis Juni. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und folgen deren Duftspur. Kommenttkämpfe zwischen rivalisierenden Männchen kommen vor: Dabei winden sich die Kontrahenten umeinander und versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken, ohne zu beißen.

Die Wüstenhornviper ist ovipar – sie legt also Eier. Etwa vier bis acht Wochen nach der Paarung setzt das Weibchen 8 bis 23 Eier ab, die es in feuchtem Sand oder unter Steinen vergräbt. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 50 bis 80 Tage. Die Schlü