Wundergecko
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Teratoscincus scincus (Schlegel, 1858)
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Familie: Geckos (Gekkonidae), teils in eigene Familie Sphaerodactylidae gestellt
- Gattung: Wundergeckos (Teratoscincus)
- Lebensraum: Sandwüsten, Halbwüsten und Steppen Zentralasiens
- Größe: Gesamtlänge 12–16 cm, davon etwa die Hälfte Schwanz
- Gewicht: 10–25 g
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre in Gefangenschaft, in der Natur vermutlich kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Wundergecko besitzt einen gedrungenen, leicht abgeflachten Körper mit einem auffällig großen Kopf und großen, lidlosen Augen – typisch für nachtaktive Geckoarten. Die Pupillen sind vertikal geschlitzt und ermöglichen ausgezeichnetes Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit. Die Grundfärbung der Oberseite variiert zwischen blassgelb, sandfarben und hellbraun, oft mit unregelmäßigen dunkleren Querbändern oder Flecken, die eine hervorragende Tarnung auf sandigen Untergründen bieten. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben.
Das markanteste Merkmal der Gattung Teratoscincus sind die ungewöhnlich großen, fischähnlichen Schuppen auf der Körperoberseite. Diese überlappenden Cycloidschuppen erinnern an die Beschuppung von Fischen und unterscheiden die Wundergeckos deutlich von den meisten anderen Geckoarten, die typischerweise kleinere Granularschuppen tragen. Die Schwanzschuppen sind besonders groß und plattenartig angeordnet. An den Zehen fehlen die für viele Geckos typischen Haftlamellen. Stattdessen besitzen Wundergeckos seitlich gefranste Zehen, die als Sandspreizer wirken und ein Einsinken im lockeren Substrat verhindern.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Teratoscincus scincus erstreckt sich über weite Teile Zentralasiens – vom östlichen Iran über Afghanistan und Pakistan bis nach Turkmenistan, Usbekistan und in die westlichen Grenzgebiete Chinas (Xinjiang). Die Art besiedelt bevorzugt sandige und lehmige Wüstenregionen, Halbwüsten sowie locker mit Vegetation bestandene Steppen. Als Habitat dienen vor allem Gebiete mit lockeren, grabfähigen Böden, in denen die Tiere ihre Wohnhöhlen anlegen können. Man findet sie von Meeresniveau bis in Höhen von etwa 1.500 Metern.
Die Gattung Teratoscincus umfasst mehrere Arten, darunter den Gemeinen Wundergecko (T. scincus), den Roborowski-Wundergecko (T. roborowskii) und den Przewalski-Wundergecko (T. przewalskii). Die einzelnen Arten unterscheiden sich in ihrem Verbreitungsgebiet, wobei T. scincus die weiteste Verbreitung aufweist.
Ernährung
Wundergeckos ernähren sich ausschließlich von Wirbellosen. Auf dem Speiseplan stehen Insekten wie Käfer, Heuschrecken, Grillen und Schmetterlinge sowie Spinnen und gelegentlich Skorpione. Die Beute wird visuell geortet und in einem schnellen Vorstoß erbeutet. Die großen Augen ermöglichen es den Tieren, auch bei minimaler Beleuchtung Beutetiere zuverlässig zu erkennen. Wundergeckos trinken selten direkt Wasser; einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs decken sie über die aufgenommene Nahrung. Bei Taubildung lecken sie Feuchtigkeit von Steinen und Pflanzenteilen ab.
Verhalten & Lebensweise
Der Wundergecko ist streng nachtaktiv und verbringt die heißen Tagesstunden in selbstgegrabenen Erdhöhlen. Diese Wohnröhren können bis zu 50 cm tief in den Boden reichen, wo die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse deutlich günstiger sind als an der Oberfläche. Die Tiere leben einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Männchen zeigen territoriales Verhalten und dulden andere Männchen in ihrer unmittelbaren Umgebung nicht.
Eine Besonderheit im Verhalten ist die Stridulation – das Erzeugen von Geräuschen durch Reiben der großen Schwanzschuppen. Fühlt sich ein Wundergecko bedroht, schwingt er den Schwanz hin und her, wobei die übereinander gleitenden Schuppen ein rasselndes, zischendes Geräusch erzeugen. Dieser akustische Abwehrmechanismus soll potenzielle Fressfeinde abschrecken. Als zusätzliche Verteidigungsstrategie kann der Gecko – wie viele Echsen – seinen Schwanz bei Gefahr abwerfen (Autotomie). Die großen Schwanzschuppen lösen sich dabei besonders leicht, was vermutlich die Aufmerksamkeit des Angreifers auf den sich noch bewegenden, abgetrennten Schwanz lenkt.
Die Aktivitätsphase beginnt nach Sonnenuntergang, wenn die Bodentemperatur auf ein erträgliches Maß gesunken ist. Bei besonders kalten Nachttemperaturen oder während der Wintermonate fallen die Tiere in eine Winterruhe, die je nach Region mehrere Monate andauern kann.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in den Frühling, typischerweise von April bis Juni. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und nähern sich mit charakteristischen Schwanzbewegungen, die sowohl visuelle als auch akustische Signale erzeugen. Die Balz ist kurz und umfasst Berührungen und Bisse in Nacken und Flanken des Weibchens.
Weibchen legen pro Gelege ein bis zwei hartschalige Eier, die in selbst gegrabene Kammern im feuchteren Untergrund abgelegt werden. Pro Saison sind bis zu drei Gelege möglich. Die Inkubationszeit beträgt je nach Umgebungstemperatur 60 bis 100 Tage