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Yokohama

Y

Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Japan (Urform), Weiterentwicklung in Deutschland und Frankreich
  • Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter); europäischer Standard nach EE (Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture)
  • Größe: Mittelgroßes Huhn, aufrechte, schlanke Erscheinung
  • Gewicht: Hahn 1,5–2,0 kg, Henne 1,0–1,5 kg
  • Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Weiß, Rot-Sattel (weiß mit roten Schulter- und Sattelfedern); extrem langes Schwanz- und Sattelgefieder beim Hahn

Herkunft & Geschichte

Die Yokohama-Hühner gehen auf langschwänzige japanische Hühnerrassen zurück, insbesondere auf die berühmten Onagadori, deren Schwanzfedern in Japan seit Jahrhunderten auf extreme Länge gezüchtet wurden. Der Name „Yokohama" leitet sich vom gleichnamigen japanischen Hafenstadt ab, über die im 19. Jahrhundert die ersten Exemplare nach Europa verschifft wurden.

Der französische Züchter und Geflügelliebhaber Girad importierte um 1864 die ersten langschwänzigen Hühner aus Japan nach Europa. Von Frankreich aus gelangten sie rasch nach Deutschland, wo engagierte Züchter die Rasse unter dem Namen Yokohama weiterentwickelten. Während die japanischen Onagadori Schwanzlängen von mehreren Metern erreichen können – ermöglicht durch eine genetische Besonderheit, die den jährlichen Federwechsel der Schwanzfedern unterdrückt –, wurden die europäischen Yokohama auf eine praktikablere, wenngleich immer noch eindrucksvolle Schwanzlänge selektiert. Das europäische Yokohama mausert in der Regel jährlich, wobei die Schwanzfedern des Hahns dennoch Längen von 80 cm bis über einen Meter erreichen können.

Die Abstammung der Yokohama ist somit eine spannende Mischung aus japanischer Zuchtgeschichte und europäischer Veredelung. Die Rasse wurde in Deutschland bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den Rassestandard aufgenommen und wird seitdem von spezialisierten Zuchtverbänden betreut. Heute zählt das Yokohama zu den Zierhuhnrassen und ist auf Geflügelausstellungen ein regelmäßiger Blickfang.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Yokohama ist ein elegantes, schlankes Huhn mit aufrechter, fasanenartiger Haltung. Der Körper ist langgestreckt, die Brust mäßig breit, die Schultern markant und leicht angehoben. Die gesamte Silhouette wirkt edel und wild zugleich – ein Erbe der jagdvogelartigen Vorfahren.

Das hervorstechendste Rassemerkmal ist das außergewöhnlich lange Schwanzgefieder des Hahns. Die Sichel- und Sattelfedern fließen in weichen Bögen nach hinten und können den Boden berühren. Das Gefieder liegt insgesamt straff am Körper an und besitzt einen seidigen Glanz. Beim Farbschlag Rot-Sattel zeigt der Hahn leuchtend rote Schulter- und Sattelfedern auf ansonsten weißem Grund – ein spektakulärer Kontrast. Der weiße Farbschlag präsentiert sich reinweiß ohne Einlagerungen.

Der Kamm ist ein kleiner Walnusskamm oder Erbsenkamm, was dem Kopf ein kompaktes, zierliches Aussehen verleiht. Die Ohrscheiben sind klein und rötlich, die Augen orangerot. Die Läufe sind gelb, fein und mittellang, was den wildhaften Gesamteindruck unterstreicht. Hennen wirken insgesamt dezenter, tragen aber ebenfalls ein relativ langes Schwanzgefieder im Vergleich zu anderen Hühnerrassen.

Charakter & Wesen

Yokohama-Hühner gelten als lebhaft, wachsam und durchaus eigenständig. Sie haben ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis und zeigen ein aktives Erkundungsverhalten. Im Vergleich zu vielen Wirtschaftsrassen sind sie deutlich temperamentvoller und flinker.

Bei regelmäßigem, ruhigem Umgang werden Yokohama durchaus zutraulich und handzahm. Besonders Hennen entwickeln mit der Zeit eine gewisse Bindung zu ihren Haltern. Als treu und standorttreu lassen sie sich gut in eine bestehende Gruppe integrieren, wobei Hähne untereinander mitunter dominant auftreten können.

Die Rasse zeigt ein ausgeprägtes Flugvermögen. Yokohama sind gute Flieger und nutzen erhöhte Sitzstangen, Zäune und Bäume gerne als Aussichtspunkte. Dieses lebhafte, fast wildvogelartige Wesen macht sie zu faszinierenden Beobachtungstieren, erfordert aber eine entsprechend gesicherte Haltungsumgebung.

Haltung & Pflege

Die Haltung von Yokohama stellt besondere Anforderungen, die vor allem dem langen Schwanzgefieder geschuldet sind. Der Auslauf sollte großzügig bemessen, idealerweise mit Rasenfläche ausgestattet und frei von dornigem oder stark verholztem Bewuchs sein, der das empfindliche Gefieder beschädigen könnte.

Die Sitzstangen im Stall müssen ausreichend hoch angebracht sein, damit die langen Schwanzfedern nicht auf dem Boden schleifen und durch Feuchtigkeit oder Kot verschmutzen. Erfahrene Züchter empfehlen eine Sitzhöhe von mindestens einem Meter bei entsprechend trockenem, sauberem Einstreu. Der Stall sollte gut belüftet, zugfrei und vor Raubtieren gesichert sein.

Die Gefiederpflege spielt eine zentrale Rolle. Während die Tiere ihr Gefieder großteils selbst in Ordnung halten, sollte der Halter regelmäßig auf Verschmutzungen, Parasitenbefall und abgebrochene Federn kontrollieren. Ein trockenes Sandbad ist essenziell, damit die Hühner ihr natürliches Pflegeverhalten ausleben können. Beschäftigung durch Freilauf, Scharren und Futtersuche hält die Tiere physisch und psychisch gesund.

Wegen ihres guten Flugvermögens ist eine Überdachung des Auslaufs oder ein ausreichend hoher