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Zitronenhai

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Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Negaprion brevirostris
  • Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
  • Familie: Requiemhaie (Carcharhinidae)
  • Gattung: Negaprion
  • Lebensraum: Küstennahe tropische und subtropische Gewässer, Mangrovenzonen, Flussmündungen, Korallenriffe
  • Größe: 240–300 cm, maximal bis 340 cm
  • Gewicht: 90–180 kg, maximal etwa 250 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Zitronenhai verdankt seinen deutschen Namen der gelblich-braunen bis olivfarbenen Tönung seiner Oberseite, die bei bestimmten Lichtverhältnissen an die Farbe einer Zitrone erinnert. Die Bauchseite ist deutlich heller und geht in ein schmutziges Weiß über. Diese Färbung dient als Tarnung über sandigen Böden, dem bevorzugten Untergrund dieser Art.

Körperbaulich ist der Zitronenhai kräftig und gedrungen, mit einer relativ kurzen, abgerundeten Schnauze – worauf auch das Artepitheton brevirostris (lateinisch: „Kurzschnauze") hinweist. Ein auffälliges Bestimmungsmerkmal sind die beiden nahezu gleich großen Rückenflossen. Bei den meisten anderen Requiemhaien ist die zweite Rückenflosse erheblich kleiner als die erste. Die Brustflossen sind breit und sichelförmig. Die Haut ist mit feinen Placoidschuppen (Hautzähnchen) bedeckt, die dem Körper eine raue Oberfläche verleihen und den Strömungswiderstand beim Schwimmen verringern.

Das Gebiss besteht aus schmalen, spitzen Zähnen im Oberkiefer, die leicht nach hinten gebogen sind, und breiteren, glatter geformten Zähnen im Unterkiefer. Diese Zahnform ist typisch für Arten, die vorwiegend Fische und Weichtiere erbeuten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Zitronenhais erstreckt sich über den westlichen Atlantik von New Jersey (USA) über die Karibik und den Golf von Mexiko bis nach Südbrasilien. Im östlichen Atlantik kommt die Art vereinzelt vor der Küste Westafrikas vor, etwa vor Senegal und der Elfenbeinküste. Eine nahe verwandte Schwesterart, der Sichelflossen-Zitronenhai (Negaprion acutidens), besiedelt den Indopazifik.

Als Habitat bevorzugt der Zitronenhai flache Küstengewässer mit Wassertiefen von meist unter 90 Metern. Mangrovenwälder, Seegraswiesen, Korallenriffe und Flussmündungen bilden die typischen Biotope. Juvenile Tiere halten sich häufig in sehr flachen Mangrovengebieten auf, die als Kinderstube dienen und Schutz vor größeren Raubfischen bieten. Gelegentlich dringen Zitronenhaie in Brackwasser und Flussmündungen vor, gelten aber nicht als echte Süßwasserbewohner.

Ernährung

Der Zitronenhai ist ein opportunistischer Raubfisch. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Knochenfischen wie Meeräschen, Schnappern, Meerbrassen und kleineren Haien sowie aus Rochen, Krebstieren und Kopffüßern wie Tintenfischen. Die Jagd erfolgt vorwiegend in der Dämmerung und während der Nacht, weshalb die Art als überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv eingestuft wird. Tagsüber ruhen die Tiere häufig am Grund.

Beim Beutefang nutzt der Zitronenhai sowohl sein gutes Gehör als auch die Lorenzinischen Ampullen – elektrosensitive Organe in der Schnauzenregion, mit denen er die schwachen elektrischen Felder von Beutetieren wahrnehmen kann. Auch der Geruchssinn spielt eine zentrale Rolle bei der Nahrungssuche in trübem Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Zitronenhaie gelten als vergleichsweise soziale Haie. Sie bilden häufig lockere Gruppen, insbesondere Jungtiere halten sich in kleinen Verbänden in ihren Aufwuchsgebieten auf. Untersuchungen an der Bimini-Station auf den Bahamas – einem der am besten erforschten Zitronenhai-Habitate weltweit – haben gezeigt, dass Jungtiere stabile soziale Präferenzen für bestimmte Artgenossen entwickeln. Dieses Verhalten deutet auf eine rudimentäre Form sozialer Bindungen hin, wie sie bei Haien selten dokumentiert ist.

Zitronenhaie zeigen eine gewisse Standorttreue. Insbesondere Weibchen kehren zur Fortpflanzung häufig in die Gewässer zurück, in denen sie selbst geboren wurden – ein als Philopatrie bezeichnetes Phänomen. Adulte Tiere legen dennoch teils erhebliche Wanderungen zurück und können saisonal ihr Revier verlagern, meist in Abhängigkeit von Wassertemperatur und Nahrungsverfügbarkeit.

Gegenüber dem Menschen verhält sich der Zitronenhai in der Regel nicht aggressiv. Unprovozierte Angriffe sind äußerst selten. Allerdings kann die Art bei Bedrängung oder Fütterung durchaus wehrhaft reagieren, sodass im Umgang Vorsicht geboten ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Zitronenhaie sind vivipar, das heißt sie bringen lebende Junge zur Welt. Die Weibchen besitzen eine Dottersack-Plazenta, über die die Embryonen während der Tragzeit mit Nährstoffen versorgt werden. Die Paarung erfolgt in flachen Küstenbereichen. Nach einer Tragzeit von etwa 10 bis 12 Monaten bringt das Weibchen zwischen 4 und 17 Jungtiere zur Welt, typischerweise in geschützten Mangrovenzonen.

Die Neugeborenen messen bei der Geburt rund 60 bis 65 cm. Eine elterliche Fürsorge nach der Geburt findet nicht statt. Die Jungtiere sind vom ersten Moment an auf sich selbst gestellt, profitieren aber von der Deckung, die das Mangrovenhabitat bietet. Die Geschlechtsreife wird bei Männchen mit etwa 12 Jahren, bei Weibchen mit etwa