Zwerg-cochin
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Steckbrief
- Herkunft: China, weiterentwickelt in England und den USA
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Rassegruppe Zwerg-Asiaten
- Größe: Sehr klein, gedrungen; Hahn ca. 25–30 cm, Henne etwas kleiner
- Gewicht: Hahn ca. 850 g, Henne ca. 750 g
- Lebenserwartung: 6–10 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder/Farben: Extrem reich befiedert mit Fußbefiederung und Latschen; anerkannte Farbschläge u. a. schwarz, weiß, gelb, blau, gesperbert, splash, rebhuhnfarbig, kennfarbig, silber-gebändert, gold-braun-gesäumt
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung der Zwerg-Cochins lässt sich auf die großen Cochins zurückführen, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus China nach Europa und Nordamerika gelangten. Dort lösten sie das sogenannte „Cochin-Fieber" aus – eine regelrechte Begeisterungswelle unter Geflügelzüchtern, die von der imposanten Erscheinung dieser kugelrunden, reich befiederten Hühner fasziniert waren. Bereits um 1860 begannen englische Züchter, gezielt kleinere Varianten zu selektieren. In Großbritannien spricht man bis heute von „Pekin Bantams", während sich im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung Zwerg-Cochin durchgesetzt hat.
Ob die Zwerg-Cochins tatsächlich direkte Verzwergungen der Großrasse sind oder ob eigenständige chinesische Zwerghühner eingekreuzt wurden, ist unter Fachleuten umstritten. Historische Quellen berichten, dass britische Soldaten während des Zweiten Opiumkrieges 1860 aus dem Sommerpalast bei Peking kleine befiederte Hühner mitbrachten. Diese könnten als Grundlage für die heutige Rasse gedient haben. Der Zuchtverband in Deutschland führt die Zwerg-Cochins als eigenständige Rasse mit eigenem Rassestandard, der im Rassegeflügelstandard des BDRG festgelegt ist.
Aussehen & Rassemerkmale
Zwerg-Cochins gehören zu den auffälligsten Erscheinungen unter den Zwerghühnern. Ihr Körperbau ist kugelig und extrem breit, wobei die Rückenlinie vom Hals zum Schwanz deutlich nach vorn geneigt ist. Dadurch wirken die Tiere wie kleine, aufgeplusterte Federbälle. Charakteristisch ist die überaus reiche Befiederung, die den gesamten Körper bedeckt – einschließlich der Läufe und Zehen. Diese ausgeprägte Fußbefiederung, die als „Latschen" bezeichnet wird, ist ein zentrales Rassemerkmal und im Standard ausdrücklich gefordert.
Der Kopf ist verhältnismäßig klein mit einem einfachen, aufrechten Kamm. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen je nach Farbschlag dunkel bis orange. Das Schwanzgefieder ist beim Hahn üppig mit weichen, leicht geschwungenen Sicheln besetzt, bleibt aber insgesamt kurz. Die Flügel sind klein und verschwinden regelrecht im Körpergefieder. Insgesamt soll die Silhouette von vorn wie von der Seite nahezu rund erscheinen.
Die Vielfalt der anerkannten Farbschläge ist beachtlich. Besonders beliebt sind weiß, schwarz und gelb (buff), doch auch seltenere Varianten wie splash, birkenfarben oder gold-braun-gesäumt finden ihre Liebhaber auf Rassegeflügelschauen.
Charakter & Wesen
Zwerg-Cochins gelten als ausgesprochen zahm, ruhig und zutraulich. Sie entwickeln schnell Vertrauen zum Menschen und lassen sich oft ohne Weiteres auf den Arm nehmen. Ihr Wesen ist friedlich und gelassen – Hektik oder Aggressivität sind dieser Rasse fremd. Auch untereinander zeigen sich die Tiere verträglich, Rangordnungskämpfe verlaufen in der Regel mild.
Durch ihre anhängliche und geduldige Art eignen sich Zwerg-Cochins hervorragend als Familienhühner. Kinder können den Umgang mit Tieren an ihnen lernen, ohne dass Angst vor Picken oder Kratzen bestehen muss. Die Hennen sind häufig brutfreudig und erweisen sich als fürsorgliche Glucken, die auch fremde Eier zuverlässig ausbrüten.
Trotz ihrer Ruhe sind Zwerg-Cochins durchaus neugierig und aufmerksam. Wachsam im klassischen Sinne sind sie allerdings nicht – als Alarmanlage im Garten taugen sie wenig. Dafür bestechen sie durch ihre verspielte und umgängliche Persönlichkeit.
Haltung & Pflege
Zwerg-Cochins stellen vergleichsweise bescheidene Ansprüche an den Auslauf. Aufgrund ihres schweren Gefieders und ihrer kurzen Beine sind sie keine begeisterten Flieger – ein Zaun von 60 bis 80 cm Höhe genügt in der Regel. Ein trockener, überdachter Bereich im Freigehege ist dennoch unverzichtbar, da die üppige Fußbefiederung bei dauerhafter Nässe verklumpt und Hautprobleme begünstigt.
Die Gefiederpflege erfordert besondere Aufmerksamkeit. Das dichte, weiche Federkleid sollte regelmäßig auf Parasiten wie Milben oder Federlinge kontrolliert werden. Sandbäder im Stall oder Auslauf helfen den Tieren, ihr Gefieder eigenständig zu pflegen. Die Latschen an den Füßen müssen insbesondere bei matschigen Bodenverhältnissen sauber gehalten werden, da sich sonst Kotkugeln und Schmutz ansammeln, die zu Entzündungen führen können.
Der Stall sollte gut belüftet, aber zugfrei sein. Die Sitzstangen werden idealerweise niedrig angebracht, da Zwerg-Cochins aufgrund ihrer Fußbefiederung und ihres gedrungenen Körpers keine guten Springer sind. Beschäftigung durch Laubhaufen, Picksteine oder aufgehängte Kräuterbündel hält die Tiere geistig aktiv.
Ernährung
Die Fütterung von Zwerg-Cochins unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Zwerghühner, erfordert aber Augenmaß. Da die Rasse zu Übergewicht neigt,