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Zwerg-wyandotte

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland bzw. USA (Ursprungsrasse Wyandotte), Verzwergung vorwiegend in Deutschland und England
  • Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), europäischer Standard nach dem Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE)
  • Gewicht Hahn: 1.100–1.300 g
  • Gewicht Henne: 900–1.100 g
  • Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 40 g
  • Eierfarbe: gelbbraun bis cremefarben
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre
  • Gefieder: dicht, breit anliegend, reichlich gefiedert mit üppiger Flaumunterlage
  • Farbenschläge: über 30 anerkannte Farbenschläge, darunter weiß, schwarz, blau, gelb, rebhuhnfarbig-gebändert, silber-schwarzgesäumt, gold-schwarzgesäumt, gold-blaugesäumt, gestreift und viele weitere

Herkunft & Geschichte

Die Zwerg-Wyandotte geht auf die große Wyandotte zurück, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA erzüchtet wurde. Der Name leitet sich vom nordamerikanischen Stamm der Wyandot ab. Die Großrasse entstand durch Kreuzungen verschiedener asiatischer und europäischer Hühnerrassen, darunter Brahmas, Cochins und Hamburger. Bereits um 1900 begannen Züchter in Deutschland und England damit, die Wyandotte zu verzwergen. Dabei stand das Ziel im Vordergrund, ein kompaktes, leistungsfähiges Zwerghuhn zu schaffen, das die charakteristischen Merkmale der Großrasse – insbesondere die breite, gedrungene Figur und den Rosenkamm – in verkleinerter Form bewahrt.

Die Zwerg-Wyandotte wurde rasch populär und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Zwerghühnerrassen in Europa. Ihr Aufstieg verdankt sie vor allem der enormen Farbenschlagvielfalt, die Züchter seit über hundert Jahren fasziniert. Heute zählt die Rasse bei den großen Geflügelausstellungen des BDRG regelmäßig zu den meldestärksten Rassen. Der Sonderverein der Züchter der Wyandotten und Zwerg-Wyandotten betreut die Rasse in Deutschland und wacht über die Einhaltung des Rassestandards.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Zwerg-Wyandotte ist ein gedrungenes, kugeliges Zwerghuhn mit breiter Brust, tiefem Stand und einer harmonisch gerundeten Körperlinie. Der Rücken ist breit und vergleichsweise kurz, die Schwanzpartie gut entwickelt und beim Hahn mit gebogenen Sicheln versehen. Besonders markant ist der sogenannte „Kissenschwanz" der Henne – eine breite, nach hinten abgerundete Schwanzform, die das Gesamtbild abrundet.

Der Rosenkamm sitzt fest auf dem Kopf, ist gleichmäßig geperlt und endet in einem nach hinten gerichteten, dem Nacken folgenden Dornteil. Dieser Kammtyp ist ein wesentliches Rassemerkmal und macht die Tiere weniger anfällig für Frostschäden als Rassen mit stehendem Einzelkamm. Die Ohrscheiben sind rot, die Augen orangerot bis rotbraun. Die Läufe sind gelb, mittellang und unbefiedert.

Die enorme Farbenschlagvielfalt ist ein Alleinstellungsmerkmal der Zwerg-Wyandotte. Gesäumte Farbenschläge wie silber-schwarzgesäumt oder gold-blaugesäumt gehören zu den optisch eindrucksvollsten Varianten. Jede einzelne Feder zeigt dabei eine scharfe, gleichmäßige Säumung – ein Merkmal, das züchterisch äußerst anspruchsvoll ist. Daneben existieren gebänderte, gestreifte, einfarbige und columbia-farbige Varianten.

Charakter & Wesen

Zwerg-Wyandotten gelten als ausgesprochen zutraulich, ruhig und friedlich. Sie lassen sich gut an den Menschen gewöhnen und zeigen wenig Scheu, wenn man sich regelmäßig mit ihnen beschäftigt. Innerhalb der Gruppe verhalten sie sich verträglich – auch Hähne verschiedener Linien können in ausreichend großen Gruppen oft ohne größere Auseinandersetzungen gehalten werden.

Die Hennen sind fleißige Legerinnen und zeigen häufig Brutlust, was sie zu zuverlässigen Glucken macht. Wer Naturbrut bevorzugt, findet in Zwerg-Wyandotten ideale Partnerinnen. Die Hähne sind wachsam, ohne übermäßig laut oder aggressiv zu sein. Insgesamt handelt es sich um eine ausgeglichene, unkomplizierte Rasse, die auch für Einsteiger gut handhabbar ist.

Haltung & Pflege

Aufgrund ihrer kompakten Größe und des ruhigen Temperaments eignen sich Zwerg-Wyandotten hervorragend für die Haltung in kleineren Gärten. Ein sicher eingezäunter Auslauf genügt, da die Tiere keine ambitionierten Flieger sind – ein Zaun von 1,20 Metern Höhe reicht in der Regel aus. Der Stall sollte trocken, gut belüftet und vor Zugluft geschützt sein. Pro Tier rechnet man mit mindestens 0,5 Quadratmetern Stallfläche und mehreren Quadratmetern Auslauf.

Das dichte Gefieder mit seiner üppigen Flaumunterlage bietet guten Kälteschutz und macht die Rasse winterhart. Auch der Rosenkamm trägt dazu bei, dass Erfrierungen kaum ein Thema sind. Die Gefiederpflege übernehmen die Tiere weitgehend selbst, sofern ein Sandbad zur Verfügung steht. Bei stark befiederten Farbenschlägen empfiehlt es sich, vor der Brutsaison die Kloakenregion freizuschneiden, um die Befruchtungsrate zu verbessern.

Beschäftigung bieten Scharrmaterial, Strohballen, erhöhte Sitzstangen und gelegentlich frisches Grünfutter. Die Tiere sind neugierig und nutzen ein abwechslungsreiches Gehege intensiv.

Ernährung

Die Füt