Zwerggarnele
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Caridina spp. / Neocaridina spp. (je nach Art)
- Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
- Unterordnung: Caridea (Garnelen)
- Familie: Süßwassergarnelen (Atyidae)
- Lebensraum: Süßwassergewässer – Bäche, Flüsse, Seen, stehende Gewässer
- Größe: 1,5–4 cm (je nach Art)
- Gewicht: unter 1 g
- Lebenserwartung: 1–3 Jahre
Aussehen & Merkmale
Zwerggarnelen sind kleine Süßwasserkrebstiere mit dem typischen Körperbau der Caridea. Ihr Körper gliedert sich in zwei Hauptabschnitte: den Cephalothorax (Kopfbruststück) und das Abdomen (Hinterleib), das aus sechs beweglichen Segmenten besteht und in einem fächerförmigen Schwanz, dem Telson, endet. Der Cephalothorax wird von einem Carapax – einer festen Chitinschicht – bedeckt, der als Schutzpanzer dient. Am Kopf sitzen zwei Paar Antennen, die als Tast- und Sinnesorgane fungieren, sowie gestielte Facettenaugen, die ein weites Sichtfeld ermöglichen.
Zwerggarnelen besitzen fünf Paare von Schreitbeinen (Pereiopoden), wobei die vorderen beiden Paare zu kleinen Scheren umgebildet sind, mit denen die Tiere Nahrungspartikel aufnehmen. Die Schwimmbeine (Pleopoden) am Hinterleib dienen der Fortbewegung im Wasser und bei weiblichen Tieren zusätzlich dem Tragen der Eier.
Die Färbung variiert stark zwischen den Arten und Zuchtformen. Wildformen zeigen meist eine unauffällige, transparent-bräunliche oder grünliche Körperfarbe, die der Tarnung im natürlichen Habitat dient. Durch gezielte Selektion in der Aquaristik sind zahlreiche Farbvarianten entstanden – von leuchtendem Rot (Red Cherry) über intensives Gelb (Yellow Fire) bis hin zu tiefem Blau (Blue Dream). Bei Arten der Gattung Caridina, etwa der Bienengarnele (Caridina logemanni), treten kontrastreich gebänderte Farbmuster auf.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Zwerggarnelen erstreckt sich über weite Teile Ost- und Südostasiens. Arten der Gattung Neocaridina, insbesondere Neocaridina davidi (die häufigste im Handel vertretene Art), stammen ursprünglich aus China, Taiwan und Korea. Vertreter der Gattung Caridina besiedeln Gewässer in Südchina, Japan, Indonesien und Indien. Einige Arten kommen auch in Teilen Afrikas und Australiens vor.
Ihr natürliches Biotop sind flache, pflanzenreiche Gewässerabschnitte in Bächen, Flüssen und Seen. Sie bevorzugen Bereiche mit moderater Strömung, reichlich Aufwuchs und Falllaubschichten, die sowohl Nahrung als auch Deckung bieten. Die Wasserparameter variieren je nach Gattung erheblich: Während Neocaridina-Arten ein breites Spektrum an Wasserhärten und pH-Werten tolerieren, stellen Caridina-Arten aus tropischen Bergbächen deutlich höhere Ansprüche an weiches, leicht saures Wasser.
Durch den internationalen Handel mit Aquarientieren wurden einzelne Populationen von Neocaridina davidi in Gewässer außerhalb ihres ursprünglichen Areals eingeführt, etwa in Teile Europas, wo sie lokal verwilderte Bestände bilden können.
Ernährung
Zwerggarnelen sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. In ihrem natürlichen Lebensraum ernähren sie sich überwiegend von Aufwuchs (Biofilm) auf Steinen, Holz und Pflanzen. Dieser Biofilm besteht aus Mikroalgen, Bakterien, Pilzen und Einzellern. Ergänzend fressen sie zersetztes Pflanzenmaterial, Falllaub und abgestorbene Tierreste. Damit übernehmen Zwerggarnelen eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf ihres Ökosystems als Destruenten.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch ständiges Abweiden des Untergrunds und der Oberflächen mit den umgebildeten Vorderbeinen. Dieses typische „Zupfen" und „Fächeln" ist nahezu pausenlos zu beobachten und ein Zeichen dafür, dass die Tiere aufgrund ihrer geringen Körpergröße einen hohen relativen Energiebedarf haben.
Verhalten & Lebensweise
Zwerggarnelen leben gesellig und zeigen kein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie bilden keine hierarchischen Strukturen, sondern aggregieren in losen Gruppen, besonders an nahrungsreichen Stellen. Gegenüber Artgenossen verhalten sie sich friedlich; Aggressionen kommen praktisch nicht vor.
Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen sich in geschützten Umgebungen aber auch tagsüber. Bei Störungen reagieren sie mit einem reflexartigen Rückwärtsschwimmen – dem sogenannten Schwanzschlag oder Karidoidreflex –, bei dem die Garnele durch schnelles Einklappen des Hinterleibs ruckartig nach hinten flüchtet.
Regelmäßig häuten sich Zwerggarnelen, da ihr starrer Chitinpanzer nicht mitwächst. Dieser als Ecdysis bezeichnete Vorgang erfolgt bei Jungtieren alle paar Tage, bei adulten Tieren in größeren Abständen von zwei bis vier Wochen. Unmittelbar nach der Häutung ist der neue Panzer noch weich, und die Tiere ziehen sich in Verstecke zurück, da sie in dieser Phase besonders anfällig für Fressfeinde sind.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Zwerggarnelen folgt einem speziellen Ablauf. Sobald ein Weibchen geschlechtsreif ist und sich häutet, gibt es Pheromone ins Wasser ab, die Männchen anlocken. Es folgt eine kurze Paarung, bei der das Männchen