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Zwergkrallenfrosch

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hymenochirus (Gattung), häufigste Art: Hymenochirus boettgeri (Tornier, 1896)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Zungenlosen Frösche (Pipidae)
  • Gattung: Hymenochirus
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer in West- und Zentralafrika
  • Größe: 2,5–4 cm (Kopf-Rumpf-Länge)
  • Gewicht: 1–3 g
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Zwergkrallenfrosch gehört zu den kleinsten Vertretern der Familie Pipidae und unterscheidet sich deutlich von seinem größeren Verwandten, dem Krallenfrosch (Xenopus laevis). Der Körper ist abgeflacht und stromlinienförmig gebaut – eine Anpassung an das dauerhafte Leben im Wasser. Die Haut ist glatt, leicht warzig und je nach Art und Herkunft graubraun, olivgrün oder dunkelbraun gefärbt. Auf der Unterseite zeigt sich häufig ein hellerer, gelegentlich weißlicher Ton. Eine auffällige Musterung fehlt in der Regel, doch dunkle Flecken und Punkte können den Rücken und die Flanken zieren.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Gattung Xenopus sind die vollständig mit Schwimmhäuten versehenen Vorderfüße. Bei Xenopus sind die Vorderzehen frei. Die namensgebenden kleinen Krallen befinden sich an den drei inneren Zehen der Hinterfüße. Diese dunklen, keratinösen Krallen dienen dem Festhalten an Pflanzen und Substrat. Die Augen sind klein, seitlich am Kopf angeordnet und nach oben gerichtet. Ein Trommelfell ist äußerlich nicht sichtbar – ein typisches Merkmal der Pipidae. Die Seitenlinie ist gut ausgebildet und ermöglicht die Wahrnehmung von Druckwellen und Strömungen unter Wasser.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Hymenochirus erstreckt sich über weite Teile West- und Zentralafrikas. Hymenochirus boettgeri, die bekannteste und am weitesten verbreitete Art, kommt in Nigeria, Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Gabun und dem Kongobecken vor. Weitere Arten wie Hymenochirus curtipes und Hymenochirus feae besiedeln teilweise überlappende, teilweise eigenständige Areale in der gleichen Region.

Als Habitat bevorzugt der Zwergkrallenfrosch flache, stehende oder nur schwach fließende Gewässer. Typische Biotope sind Tümpel, Sümpfe, überschwemmte Waldgebiete, langsame Bachläufe und die bewachsenen Uferzonen von Flüssen. Dichte Vegetation, Falllaub am Gewässergrund und schlammige Substrate bieten Deckung vor Fressfeinden. Die bevorzugte Wassertemperatur liegt zwischen 22 und 28 °C. Zwergkrallenfrösche sind vollständig aquatisch und verlassen das Wasser unter normalen Umständen nicht.

Ernährung

Zwergkrallenfrösche sind opportunistische Fleischfresser. In ihrem natürlichen Lebensraum ernähren sie sich von kleinen wirbellosen Tieren: Mückenlarven, Wasserflöhe (Daphnien), Cyclops, Tubifex-Würmer und andere Kleinstlebewesen bilden die Hauptnahrung. Gelegentlich werden auch Fischbrut und Amphibienlaich aufgenommen.

Da den Pipidae eine Zunge vollständig fehlt, nutzen Zwergkrallenfrösche eine saugende Schnappbewegung zur Nahrungsaufnahme. Dabei wird das Maul ruckartig geöffnet, und der Wassersog befördert die Beute in den Schlund. Zusätzlich schieben die Tiere mit den Vorderbeinen Nahrungspartikel in Richtung Maul – ein Verhalten, das als „Schaufeln" bezeichnet wird. In Aquarienhaltung nehmen sie bereitwillig Frost- und Lebendfutter an, wobei eine abwechslungsreiche Fütterung mit Artemia, Mückenlarven und feinem Frostfutter empfohlen wird.

Verhalten & Lebensweise

Zwergkrallenfrösche sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie häufig am Gewässergrund zwischen Pflanzen oder Laubschichten und verharren dort nahezu bewegungslos. Bei Einbruch der Dunkelheit steigt die Aktivität: Die Frösche durchsuchen den Bodengrund nach Nahrung und schwimmen in kurzen, ruckartigen Bewegungen durch die Wassersäule.

Die Art ist gesellig und lebt in lockeren Gruppen ohne ausgeprägte Revierbildung. Aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen tritt selten auf und beschränkt sich auf gelegentliches Drängeln an Futterstellen. Zur Atmung steigen die Tiere regelmäßig an die Wasseroberfläche, da sie als Lungenatmer auf atmosphärische Luft angewiesen sind. Dieses Auftauchen erfolgt in Intervallen von wenigen Minuten und ist mit einem charakteristischen kurzen Schnappen an der Oberfläche verbunden.

Männchen erzeugen während der Balzzeit ein leises, summendes oder klickendes Geräusch, das unter Wasser über erstaunliche Distanzen wahrnehmbar ist. Die Lautproduktion erfolgt ohne Schallblasen durch Kontraktionen des Kehlkopfapparates.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden, wird jedoch durch steigende Wassertemperaturen und erhöhten Wasserstand begünstigt – Faktoren, die in der Natur mit der Regenzeit zusammenfallen. Während der Balz klammert sich das Männchen in einer Amplexus-Haltung an die Lendengegend des Weibchens. Das Paar steigt dann in einer spiralförmigen Schwimmbewegung zur Wasseroberfläche auf, wo das Weibchen