Aalmolch
ATierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Amphiuma means (Zweizehen-Aalmolch); Gattung Amphiuma mit drei Arten
- Ordnung: Schwanzlurche (Caudata bzw. Urodela)
- Familie: Aalmolche (Amphiumidae)
- Gattung: Amphiuma
- Lebensraum: Süßgewässer im Südosten der USA – Sümpfe, Gräben, schlammige Teiche, überschwemmte Ebenen
- Größe: Je nach Art 30 cm bis über 100 cm (Zweizehen-Aalmolch bis 116 cm)
- Gewicht: Bis etwa 1 kg bei ausgewachsenen Exemplaren des Zweizehen-Aalmolchs
- Lebenserwartung: In Gefangenschaft bis zu 27 Jahre dokumentiert; Freilanddaten lückenhaft
Aussehen & Merkmale
Aalmolche wirken auf den ersten Blick wie Aale oder Schlangen, gehören jedoch eindeutig zu den Amphibien. Ihr Körper ist langgestreckt, zylindrisch und seitlich nur wenig abgeflacht. Die glatte, schleimige Haut ist schuppenlos – wie bei allen Schwanzlurchen – und von dunkelgrauer bis schwarzbrauner Färbung, wobei die Bauchseite meist etwas heller ausfällt. Ein auffälliges Merkmal sind die extrem reduzierten Gliedmaßen: Jede der vier winzigen Extremitäten trägt je nach Art ein, zwei oder drei Zehen. Diese Stummelbeinen sind funktional nahezu bedeutungslos und dienen weder der Fortbewegung an Land noch im Wasser in nennenswertem Umfang. Die Fortbewegung erfolgt stattdessen durch schlängelnde, aalähnliche Bewegungen des gesamten Rumpfes.
Der Kopf ist relativ klein und flach, die Augen sind stark reduziert und lidlos – eine Anpassung an die überwiegend grabende und nachtaktive Lebensweise. Äußere Kiemenbüschel, wie sie bei vielen larvalen Schwanzlurchen vorkommen, fehlen bei adulten Aalmolchen. Sie besitzen jedoch ein Paar Kiemenspalten, die als schmale Öffnungen seitlich am Hals sichtbar bleiben. Die Lungen sind funktional, aber die Hautatmung spielt eine erhebliche Rolle beim Gasaustausch.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Amphiuma beschränkt sich auf die südöstlichen Vereinigten Staaten, von Virginia im Norden bis hinunter nach Florida und westwärts bis nach Louisiana und Ost-Texas. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, stehende oder langsam fließende Süßgewässer mit weichem, schlammigem Untergrund. Typische Biotope umfassen Zypressensümpfe, Entwässerungsgräben, sumpfige Überschwemmungsflächen, Reisfelder und bewachsene Teichränder.
Aalmolche verbringen den Großteil ihres Lebens im Wasser oder eingegraben im feuchten Schlamm. Bei Trockenperioden können sie sich tief in den Boden eingraben und dort in einer Art Ruhephase verharren, bis das Gewässer erneut Wasser führt. Gelegentlich verlassen sie bei starkem Regen und nachts ihre Gewässer und bewegen sich über kurze Strecken an Land.
Ernährung
Aalmolche sind carnivor und ernähren sich von einer breiten Palette an Beutetieren. Zum Nahrungsspektrum zählen Krebstiere (insbesondere Flusskrebse), Insektenlarven, Würmer, kleine Fische, Schnecken und andere Amphibien einschließlich kleinerer Artgenossen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend nachts. Die Beute wird durch schnelles Zuschnappen des Kiefers ergriffen; die kleinen, spitzen Zähne halten schlüpfrige Beutetiere sicher fest. Trotz ihrer reduzierten Augen orientieren sich Aalmolche bei der Jagd vermutlich stark über Seitenlinienorgane und taktile Reize, ähnlich wie viele aquatische Räuber.
Verhalten & Lebensweise
Aalmolche sind ausgeprägt nachtaktiv und verbringen den Tag verborgen im Schlamm, unter Steinen, Totholz oder in selbst gegrabenen Gängen im weichen Sediment. Sie sind Einzelgänger ohne erkennbare Revierbildung, zeigen aber bei direktem Kontakt mit Artgenossen oder potenziellen Fressfeinden durchaus Aggressivität. Große Exemplare des Zweizehen-Aalmolchs können empfindlich zubeißen, was beim Handling in der Feldforschung regelmäßig zu Verletzungen führt.
Obwohl sie primär aquatisch leben, besitzen Aalmolche funktionale Lungen und können atmosphärische Luft atmen. In sauerstoffarmen Gewässern – einem häufigen Zustand in subtropischen Sümpfen – ist diese Fähigkeit ein entscheidender Überlebensvorteil. Regelmäßig steigen die Tiere an die Wasseroberfläche, um Luft zu schnappen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie der Aalmolche ist im Vergleich zu vielen anderen Schwanzlurchen ungewöhnlich. Die Paarung findet im Wasser statt und umfasst eine innere Befruchtung – der Männchen überträgt eine Spermatophore, die vom Weibchen aufgenommen wird. Die Eiablage erfolgt in der Regel zwischen Januar und Juni, wobei die Weibchen ihre Eier in feuchten Mulden oder unter Baumstämmen und Vegetationsresten in Wassernähe deponieren.
Ein Gelege umfasst je nach Art etwa 40 bis über 200 Eier, die in perlschnurartigen Strängen angeordnet sind. Das Weibchen betreibt aktive Brutpflege: Es rollt sich um das Gelege und bewacht die Eier über die gesamte Inkubationszeit, die etwa fünf Monate beträgt. Die schlüpfenden Larven besitzen äußere Kiemen, die sie jedoch bereits wenige Wochen nach dem Schlupf verlieren. Eine ausgeprägte Metamorphose, wie sie bei Fröschen stattfindet, ist bei Aalmolchen kaum erkennbar – die Larven ähneln bereits stark den adulten Tieren.
Bedrohung & Schutzstatus
Der Zweizehen-Aalmolch (Amph