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Armmolch

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Tierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Siren (Gattung); bekannteste Arten: Großer Armmolch (Siren lacertina), Kleiner Armmolch (Siren intermedia)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata bzw. Urodela)
  • Familie: Armmolche (Sirenidae)
  • Lebensraum: Flache, vegetationsreiche Süßgewässer im Südosten Nordamerikas
  • Größe: 18–95 cm je nach Art
  • Gewicht: bis ca. 1.000 g (Großer Armmolch)
  • Lebenserwartung: bis 25 Jahre in Gefangenschaft; in freier Wildbahn weniger gut dokumentiert

Aussehen & Merkmale

Armmolche gehören zu den ungewöhnlichsten Vertretern der Schwanzlurche. Ihr Körperbau weicht stark von dem anderer Salamander und Molche ab: Sie besitzen ausschließlich Vorderbeine, die zudem auffällig klein und mit je vier Zehen ausgestattet sind. Hinterbeine fehlen vollständig – ein Merkmal, das innerhalb der Amphibien einzigartig ist. Der langgestreckte, aalförmige Körper endet in einem seitlich abgeflachten Ruderschwanz, der als Hauptantrieb bei der Fortbewegung im Wasser dient.

Die Haut ist glatt und schleimig, ohne Schuppen oder andere Verhornungen. Die Grundfärbung variiert je nach Art von olivgrün über dunkelbraun bis nahezu schwarz, mitunter mit kleinen dunklen Flecken. Auf beiden Seiten des Kopfes tragen Armmolche auffällige, büschelförmige äußere Kiemen, die zeitlebens erhalten bleiben. Diese externe Kiemenstruktur deutet auf eine unvollständige Metamorphose hin – ein Phänomen, das als Neotenie bezeichnet wird. Zusätzlich zu den Kiemen besitzen Armmolche einfache Lungen, mit denen sie atmosphärische Luft aufnehmen können. Im Oberkiefer sitzen kleine hornige Strukturen anstelle echter Zähne, die beim Ergreifen der Beute helfen.

Der Große Armmolch (Siren lacertina) erreicht Gesamtlängen von bis zu 95 cm und ist damit einer der größten Schwanzlurche Nordamerikas. Der Kleine Armmolch (Siren intermedia) bleibt mit 18–35 cm deutlich kleiner. Die 2018 wissenschaftlich beschriebene Leoparden-Sirene (Siren reticulata) fällt durch ein netzartiges Fleckenmuster auf und erreicht mittlere Körpergrößen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Armmolche erstreckt sich über den Südosten der Vereinigten Staaten und reicht vom südlichen Virginia über die Carolinas und Georgia bis nach Florida sowie westwärts bis Texas und das untere Mississippi-Tal. Einige Populationen kommen bis in den Süden von Michigan vor.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, stehende oder langsam fließende Süßgewässer mit dichter Unterwasservegetation. Typische Biotope umfassen Sumpfgebiete, Entwässerungsgräben, Tümpel, Altarme, schilfbestandene Teiche und die Überschwemmungszonen großer Flüsse. Entscheidend ist das Vorhandensein von Wasserpflanzen und weichem Schlammgrund, in dem sich die Tiere eingraben können. Bei Austrocknung ihres Gewässers sind Armmolche in der Lage, sich in den feuchten Schlamm zurückzuziehen, eine schützende Schleimhülle um den Körper zu bilden und in eine Art Trockenstarre (Ästivation) zu verfallen, die mehrere Monate andauern kann.

Ernährung

Armmolche sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Sie ernähren sich von Wirbellosen wie Insektenlarven, Schnecken, Würmern und kleinen Krebstieren. Größere Exemplare nehmen auch kleine Fische und Amphibienlarven zu sich. Daneben fressen Armmolche in nennenswertem Umfang pflanzliches Material, darunter Algen und Teile von Wasserpflanzen – ein für Schwanzlurche ungewöhnliches Verhalten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch ein schnelles Aufreißen des Mauls, bei dem Wasser zusammen mit der Beute eingesogen wird (Saugschnappen).

Verhalten & Lebensweise

Armmolche sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in dichter Unterwasservegetation, unter Totholz oder eingegraben im Schlammgrund. Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und durchstreifen langsam ihr Gewässer auf der Suche nach Nahrung. Ein festes Revier im engeren Sinne wird nicht verteidigt, doch die Tiere zeigen eine hohe Standorttreue gegenüber einem bestimmten Gewässerabschnitt.

Die Fortbewegung erfolgt durch schlängelnde Bewegungen des Rumpfes und Schwanzes; die kleinen Vorderbeine spielen beim Schwimmen eine untergeordnete Rolle und dienen eher dem Abstützen auf dem Gewässergrund. Armmolche können gelegentlich zur Wasseroberfläche aufsteigen, um Luft zu schlucken, was vor allem in sauerstoffarmem Wasser überlebenswichtig ist. Die bereits erwähnte Ästivation stellt eine ausgeprägte Anpassung an saisonale Trockenperioden dar, wie sie in vielen Feuchtgebieten des südöstlichen Nordamerikas regelmäßig auftreten.

Akustische Signale spielen bei Armmolchen eine Rolle: Mehrere Arten geben bei Störung oder Kontakt mit Artgenossen klickende oder quietschende Laute von sich, was unter Schwanzlurchen selten vorkommt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie der Armmolche ist bis heute nur lückenhaft erforscht. Die Paarungszeit liegt in den Wintermonaten bis in das zeitige Frühjahr. Anders als bei den meisten Schwanzlurchen, bei denen das Männchen eine Spermatophore absetzt, die das Weibchen aufnimmt, wird für Armmolche eine externe Befruchtung diskutiert – ein unter Urodelen höchst ungewöhnlicher Befund, der allerdings noch nicht abschließend bestätigt ist. Balzrituale im klassischen Sin