Axolotl
ATierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ambystoma mexicanum
- Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
- Familie: Querzahnmolche (Ambystomatidae)
- Gattung: Ambystoma
- Lebensraum: Süßwasserseen im Hochtal von Mexiko
- Größe: 20–30 cm (Gesamtlänge)
- Gewicht: 60–200 g
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Axolotl besitzt einen gedrungenen, seitlich leicht abgeflachten Körper mit einem breiten, flachen Kopf und auffallend kleinen Augen ohne Lider. Sein charakteristischstes Merkmal sind die drei Paar federartig verzweigten Kiemenbüschel, die seitlich am Kopf abstehen und der Sauerstoffaufnahme aus dem Wasser dienen. Diese äußeren Kiemen sind stark durchblutet und erscheinen je nach Farbschlag rötlich bis dunkelbraun.
Die Haut ist glatt und schuppenlos, von einer dünnen Schleimschicht überzogen. In der Wildform zeigt sie eine dunkelbraun bis schwarzgraue Färbung mit unregelmäßigen Flecken. In der Zucht existieren zahlreiche Farbvarianten: Die weiße Form mit roten Kiemen (Leucistisch), die goldgelbe Form (Gold-Albino) sowie melanistische und gescheckte Varianten. Der seitlich abgeflachte Ruderschwanz macht etwa ein Drittel der Gesamtlänge aus und dient als Hauptantrieb beim Schwimmen. Ein Hautsaum (Flossensaum) erstreckt sich entlang der Rückenlinie bis zur Schwanzspitze und setzt sich an der Unterseite des Schwanzes fort. Die vier kurzen Gliedmaßen enden vorn in vier, hinten in fünf Zehen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Axolotls ist extrem begrenzt. Das Tier kommt – beziehungsweise kam – ausschließlich im Xochimilco-See und dem heute trockengelegten Chalco-See im Hochtal von Mexiko vor, auf einer Höhe von rund 2.200 Metern über dem Meeresspiegel. Dieses Habitat besteht aus flachen, kühlen Süßwasserkanälen und Seen mit dichter Unterwasservegetation, die dem Axolotl Deckung und Laichsubstrat bietet.
Durch die massive Urbanisierung von Mexiko-Stadt wurde das ursprüngliche Biotop in den letzten Jahrhunderten drastisch verkleinert. Die verbliebenen Kanäle von Xochimilco – Überreste des einstigen Seensystems – stellen heute das letzte Rückzugsgebiet der Wildpopulation dar. Außerhalb dieser Region existiert der Axolotl in freier Wildbahn nicht. Weltweit lebt die überwiegende Mehrheit der Tiere in Laboren, Aquarien und Zuchtanlagen.
Ernährung
Der Axolotl ist ein opportunistischer Räuber, der sich vorwiegend von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebstieren und Schnecken ernährt. Gelegentlich frisst er auch kleine Fische, Amphibienlarven und sogar Artgenossen – Kannibalismus tritt besonders bei Jungtieren und hoher Besatzdichte auf. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch ein schnelles Aufreißen des Mauls, wodurch ein Unterdruck entsteht, der die Beute einsaugt (sogenanntes Saugschnappen). Zähne dienen dabei nicht dem Zerkauen, sondern dem Festhalten der Beute, die im Ganzen verschluckt wird.
Verhalten & Lebensweise
Axolotl sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verharren sie meist ruhig am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen. Sie sind Einzelgänger ohne ausgeprägtes Territorialverhalten, tolerieren Artgenossen jedoch in ihrem Umfeld, solange ausreichend Nahrung verfügbar ist. Bei Nahrungsknappheit steigt die Aggressivität, und Bisse in Kiemen und Gliedmaßen kommen vor.
Die Fortbewegung erfolgt primär durch langsame Schreitbewegungen über den Gewässergrund. Bei Störung oder Flucht nutzt der Axolotl seinen Ruderschwanz, um sich mit kräftigen Schlägen durchs Wasser zu bewegen. In regelmäßigen Abständen steigt das Tier zur Wasseroberfläche auf, um Luft zu schlucken – neben der Kiemenatmung besitzt es rudimentäre Lungen, die eine zusätzliche Sauerstoffaufnahme ermöglichen. Auch über die stark durchblutete Haut findet Gasaustausch statt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungszeit fällt in der Natur in die kühleren Monate zwischen Dezember und Juni. Die Balz wird durch sinkende Wassertemperaturen ausgelöst. Das Männchen leitet die Paarung ein, indem es das Weibchen durch Stupsen mit der Schnauze und wellenförmige Schwanzbewegungen stimuliert. Anschließend setzt das Männchen ein bis mehrere Samenpakete (Spermatophoren) auf dem Substrat ab, die das Weibchen mit der Kloake aufnimmt.
Nach der inneren Befruchtung legt das Weibchen innerhalb von 24 bis 72 Stunden zwischen 100 und 1.000 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen und anderen Strukturen ab. Die Eier sind von einer gallertartigen Hülle umgeben und messen etwa 10 bis 12 Millimeter im Durchmesser. Die Entwicklungsdauer bis zum Schlupf beträgt je nach Wassertemperatur zwei bis drei Wochen. Die Larven sind nach dem Schlupf etwa 10 Millimeter lang und tragen bereits äußere Kiemen. Elterliche Brutpflege findet nicht statt – die Jungtiere sind sofort auf sich gestellt und beginnen nach wenigen Tagen mit der aktiven Nahrungssuche. Die Geschlechtsreife wird mit 12 bis 18 Monaten erreicht.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN stuft den Axolotl als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) ein. Die Wildpopulation ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft. Erheb