Feuersalamander
FTierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Salamandra salamandra
- Ordnung: Schwanzlurche (Urodela)
- Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
- Gattung: Salamandra
- Lebensraum: Feuchte Laubmischwälder, Schluchtwälder, Quellgebiete
- Größe: 14–20 cm Gesamtlänge, selten bis 23 cm
- Gewicht: 30–50 g
- Lebenserwartung: Bis über 20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 50 Jahre nachgewiesen
Aussehen & Merkmale
Der Feuersalamander zählt zu den auffälligsten und bekanntesten Amphibien Mitteleuropas. Sein Körper ist gedrungen, die Haut glatt und glänzend feucht. Die Grundfärbung ist tiefschwarz, darauf verteilen sich leuchtend gelbe, seltener orangefarbene Flecken oder Streifen. Dieses Zeichnungsmuster ist bei jedem Individuum einzigartig – vergleichbar mit einem Fingerabdruck – und dient in Langzeitstudien zur individuellen Wiedererkennung.
Die Gelbfärbung fungiert als Warnfärbung (Aposematismus). Sie signalisiert potenziellen Fressfeinden, dass die Haut giftige Sekrete enthält. Die Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen sowie eine Reihe von Drüsen entlang des Rückens produzieren Alkaloide, vor allem Samandarin und Samandaridín. Diese Substanzen wirken auf das zentrale Nervensystem von Wirbeltieren und können bei kleinen Säugetieren Krämpfe und Atemlähmung auslösen. Für den Menschen ist der Hautkontakt in der Regel ungefährlich, der Kontakt mit Schleimhäuten sollte jedoch vermieden werden.
Der Kopf ist breit und flach mit deutlich hervortretenden Augen, deren Pupille rund ist. Die Gliedmaßen sind kräftig, die Zehen ungegliedert und ohne Schwimmhäute. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur geringfügig: Männchen weisen zur Paarungszeit eine etwas stärker gewölbte Kloakenregion auf.
In Mitteleuropa kommen vor allem zwei Unterarten vor: Salamandra salamandra salamandra mit eher fleckiger Zeichnung und Salamandra salamandra terrestris mit streifenförmig angeordneten gelben Bändern. Insgesamt werden je nach Autor bis zu 13 Unterarten unterschieden, deren Abgrenzung teilweise umstritten ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Feuersalamanders erstreckt sich über weite Teile Mittel- und Südeuropas. Es reicht von der Iberischen Halbinsel über Frankreich, Deutschland, die Benelux-Staaten, die Schweiz und Österreich bis auf den Balkan und in Teile Kleinasiens. In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt in den Mittelgebirgen – Schwarzwald, Harz, Eifel, Bergisches Land, Taunus und Thüringer Wald beherbergen stabile Populationen. Im Norddeutschen Tiefland fehlt die Art weitgehend.
Als bevorzugtes Habitat dienen naturnahe, feuchte Laubmischwälder mit Buchen und Eichen, insbesondere in Hanglagen mit kühlen, sauerstoffreichen Quellbächen. Der Feuersalamander ist auf solche Kleingewässer zur Larvenentwicklung angewiesen. Schluchtwälder, bewaldete Bachtäler und quellige Hangfüße bieten optimale Biotopbedingungen. Entscheidend ist eine hohe Bodenfeuchtigkeit sowie ein Angebot an Versteckmöglichkeiten wie Totholz, Steine, Wurzelteller und Felsspalten.
Ernährung
Der Feuersalamander ernährt sich ausschließlich carnivor. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Käfer, Spinnen und andere wirbellose Bodentiere. Regenwürmer bilden in den meisten untersuchten Populationen den Hauptanteil der Nahrung. Die Beute wird durch Sichtreiz und Bewegung wahrgenommen und mit einem schnellen Vorstoß des Kopfes ergriffen. Der Feuersalamander jagt ausschließlich an Land und nutzt dabei seine gute Nachtsicht.
Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinkrebsen, Insektenlarven – etwa Eintagsfliegen- und Zuckmückenlarven – sowie von Bachflohkrebsen. Bei hoher Larvendichte kann Kannibalismus auftreten.
Verhalten & Lebensweise
Der Feuersalamander ist überwiegend nachtaktiv und verlässt seine Tagesverstecke erst nach Einbruch der Dämmerung, bevorzugt bei feuchter, milder Witterung. Regennächte im Frühjahr und Herbst sind die Hauptaktivitätszeiten. Tagsüber ruht er unter Totholz, in Steinspalten, Erdlöchern oder Kleinsäugerbauten.
Die Art lebt einzelgängerisch und ortsstreu. Einzelne Tiere nutzen über Jahre hinweg dieselben Tagesverstecke und Wanderrouten. Das individuelle Streifgebiet umfasst je nach Lebensraum wenige hundert Quadratmeter bis zu einigen Hektar. Saisonale Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartier können Strecken von mehreren hundert Metern umfassen. Die Überwinterung erfolgt frostfrei in Höhlen, Stollen, Kellern oder tiefen Erdlöchern, oft in lockeren Ansammlungen mehrerer Individuen.
Gegenüber Fressfeinden wie Ringelnattern, Igeln oder Dachsen setzt der Feuersalamander auf seine Warnfärbung. Bei direktem Kontakt kann er das alkaloidhaltige Hautdrüsensekret aktiv aus den Parotiden absondern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet an Land statt, meist im Sommer zwischen Juni und September. Das Männchen nähert sich dem Weibchen, kriecht unter seinen Körper und setzt ein Spermapaket (Spermatophore) auf dem Boden ab. Das Weibchen nimmt dieses mit der Kloake auf. Die Befruchtung erfolgt intern – ein Vorgang, der unter Amphibien nicht selbstverständlich ist.