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Brillensalamander

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Tierart – Amphibien > Schwanzlurche – Salamander & Molche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Salamandrina terdigitata (Südlicher Brillensalamander) / Salamandrina perspicillata (Nördlicher Brillensalamander)
  • Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
  • Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
  • Gattung: Salamandrina
  • Lebensraum: Feuchte Laubwälder, Schluchten und Bachläufe der italienischen Halbinsel
  • Größe: 7–11 cm Gesamtlänge
  • Gewicht: 2–5 g
  • Lebenserwartung: Bis zu 10–12 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft möglicherweise länger

Aussehen & Merkmale

Der Brillensalamander gehört zu den kleinsten europäischen Schwanzlurchen. Sein Körperbau ist schlank und zierlich, der Kopf dreieckig und deutlich vom Rumpf abgesetzt. Das namensgebende Merkmal ist eine helle, brillenartige Zeichnung auf dem Oberkopf zwischen den Augen, die je nach Individuum V- oder U-förmig ausgeprägt sein kann. Die Grundfärbung der Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz, was dem Tier auf dem feuchten Waldboden eine hervorragende Tarnung verleiht.

Die Unterseite bietet einen auffälligen Kontrast: Kehle und Bauch sind weiß bis hellgrau, die Unterseite des Schwanzes sowie die Handflächen und Fußsohlen leuchten in kräftigem Rot bis Orange. Diese Warnfärbung – in der Zoologie als Aposematismus bezeichnet – wird bei Bedrohung durch eine charakteristische Abwehrhaltung präsentiert, bei der das Tier den Schwanz über den Rücken krümmt und die rote Unterseite zeigt.

Ein weiteres taxonomisch bedeutsames Merkmal ist die Zahl der Zehen an den Hinterfüßen: Der Brillensalamander besitzt nur vier statt der bei Salamandern üblichen fünf Zehen, was sich im Artepitheton terdigitata (lateinisch: „vierfingrig") widerspiegelt. Die Haut ist warzig und drüsenreich, ohne Schuppen – typisch für Amphibien. Die Drüsen sondern bei Gefahr ein leicht giftiges Sekret ab.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Brillensalamanders beschränkt sich ausschließlich auf die italienische Halbinsel – die Gattung Salamandrina ist damit ein Endemit Italiens. Der Nördliche Brillensalamander (S. perspicillata) besiedelt die Apenninen von Ligurien bis in den südlichen Teil der Toskana und nach Latium. Der Südliche Brillensalamander (S. terdigitata) kommt von Kampanien bis nach Kalabrien vor.

Lange wurden beide Formen als eine einzige Art betrachtet. Erst im Jahr 2005 führten molekulargenetische Untersuchungen zur Aufspaltung in zwei eigenständige Spezies. Die geographische Trennlinie verläuft ungefähr auf Höhe des Volturno-Flusses in Süditalien.

Als Habitat bevorzugt der Brillensalamander feuchte, schattige Laubwälder mit Buchen, Eichen und Kastanien in Höhenlagen zwischen 200 und 1.500 Metern. Entscheidend für die Eignung eines Biotops ist das Vorhandensein kleiner, kühler und sauerstoffreicher Fließgewässer – Quellbäche, Rinnsale und Sickerquellen –, die zur Fortpflanzung benötigt werden. Stehende Gewässer werden gemieden. Das Mikrohabitat besteht aus Totholz, Laub, Steinen und Moospolstern, unter denen sich die Tiere tagsüber verbergen.

Ernährung

Der Brillensalamander ernährt sich ausschließlich von kleinen wirbellosen Tieren. Zum Nahrungsspektrum gehören Insekten und deren Larven, Spinnen, Asseln, Milben und kleine Schnecken. Die Beute wird auf dem Waldboden erjagt. Die Jagd erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts, wobei der Brillensalamander sich langsam an seine Beute heranpirscht und diese mit einem schnellen Zuschnappen des Mauls ergreift. Bei feuchter Witterung kann er auch tagsüber aktiv werden.

Verhalten & Lebensweise

Brillensalamander sind vorwiegend nachtaktiv und führen ein verborgenes, einzelgängerisches Leben. Sie halten keine festen Reviere, zeigen aber eine gewisse Ortstreue. Bei Trockenheit oder Hitze ziehen sich die Tiere in tiefere Bodenschichten zurück und verfallen in eine sommerliche Ruhephase (Ästivation). Auch im Winter sind sie weitgehend inaktiv und suchen frostfreie Verstecke unter Steinen, Baumwurzeln oder in Felsspalten auf.

Die bereits erwähnte Abwehrhaltung – das sogenannte „Unken-Reflex"-ähnliche Verhalten – ist die primäre Verteidigungsstrategie. Durch das Hochbiegen des Schwanzes und das Ausstrecken der Gliedmaßen werden die rot gefärbten Körperpartien exponiert, was potenzielle Fressfeinde wie Schlangen oder Vögel abschrecken soll. Dieses Verhalten wird bei verwandten Arten wie der Gelbbauchunke (Bombina variegata) in ähnlicher Form beobachtet, obwohl keine nähere Verwandtschaft besteht – ein Beispiel für konvergente Evolution.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit beginnt je nach Höhenlage und Region im Spätwinter oder Frühjahr, typischerweise zwischen Februar und Mai. Die Balz findet an Land statt. Das Männchen setzt eine Spermatophore (ein Samenpaket) auf dem Boden ab, die vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird – eine innere Befruchtung ohne direkte Kopulation, wie sie bei vielen Schwanzlurchen üblich ist.

Die Eiablage erfolgt anschließend in flachen, kühlen Bachläufen oder Quellrinnen. Das Weibchen heftet einzeln oder in kleinen Gruppen zwischen 30 und 60 Eier an die Unterseiten von Steinen oder an Wasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach etwa drei bis vier Wochen und durchlaufen eine aquatische Entwicklungsph