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Agapornis

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Agapornis (Selby, 1836)
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Alte-Welt-Papageien (Psittaculidae)
  • Gattung: Agapornis (9 Arten)
  • Lebensraum: Savannen, lichte Wälder, Buschland und Halbwüsten Afrikas sowie Madagaskars
  • Größe: 13–17 cm Körperlänge
  • Gewicht: 40–60 g je nach Art
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Agapornis, im Deutschen als Unzertrennliche oder Liebesvögel bekannt, gehören zu den kleinsten Vertretern der Papageien. Ihr Körperbau ist gedrungen und kompakt, der Schwanz kurz und abgerundet. Der kräftige, gebogene Schnabel entspricht dem typischen Papageienschnabel und dient sowohl der Nahrungsaufnahme als auch dem Klettern. Die Füße sind als Kletterfüße (Zygodactylie) ausgebildet – zwei Zehen weisen nach vorn, zwei nach hinten.

Das Gefieder ist bei den meisten Arten überwiegend grün, wobei Kopf, Brust und Bürzel je nach Spezies leuchtend rot, orange, gelb, schwarz oder grau gefärbt sein können. Der Rosenköpfchen-Agapornis (Agapornis roseicollis) zeigt etwa ein rosa bis lachsfarbenes Gesicht, während der Schwarzköpfchen-Agapornis (Agapornis personatus) eine charakteristische dunkle Gesichtsmaske trägt. Ein auffälliger weißer Augenring fehlt bei einigen Arten und dient als taxonomisches Unterscheidungsmerkmal innerhalb der Gattung. Ein Geschlechtsdimorphismus ist bei den meisten Arten äußerlich kaum ausgeprägt; lediglich beim Grauköpfchen (Agapornis canus) unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich in der Gefiederfärbung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Agapornis erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika. Eine Art, das Grauköpfchen, ist auf Madagaskar endemisch und stellt damit die einzige auf der Insel natürlich vorkommende Papageienart dar. Die übrigen acht Arten besiedeln verschiedene Regionen des afrikanischen Festlands – von Westafrika über Ostafrika bis ins südliche Afrika.

Als Habitat bevorzugen Unzertrennliche offene und halboffene Landschaften. Typische Biotope sind trockene und feuchte Savannen, lichte Akazienwälder, Waldränder, Buschland sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Einige Arten wie das Pfirsichköpfchen (Agapornis fischeri) kommen in Höhenlagen bis etwa 1.700 Meter vor. In vielen Regionen haben sich Agapornis-Populationen an menschliche Siedlungen angepasst und nutzen Kulturland, Gärten und Plantagen als Nahrungsquelle. Durch den Heimtierhandel entkommene oder freigelassene Vögel haben in einzelnen Gebieten außerhalb Afrikas verwilderte Populationen gegründet, etwa in Teilen der USA, auf den Kanarischen Inseln und in Japan.

Ernährung

Unzertrennliche ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Getreidekörner, Beeren, Früchte, Blüten und Knospen. Gelegentlich nehmen sie auch Insekten und deren Larven auf, insbesondere während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf steigt. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten fallen sie zuweilen in Schwärmen in Getreide- und Hirsefelder ein, was sie dort als Ernteschädlinge in Verruf bringt. Wasser suchen sie regelmäßig auf; viele Populationen sind an die Nähe von Gewässern gebunden.

Verhalten & Lebensweise

Der Name „Unzertrennliche" verweist auf das ausgeprägte Sozialverhalten dieser Vögel. Agapornis leben in festen Paarbindungen, die in der Regel lebenslang bestehen. Die Partner sitzen dicht beieinander, pflegen sich gegenseitig das Gefieder (Allopreening) und zeigen eine Vielzahl affiliativer Verhaltensweisen. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Paare zu kleineren Schwärmen von 5 bis 20 Tieren zusammen, gelegentlich auch zu größeren Verbänden von mehreren Hundert Individuen, insbesondere an Nahrungs- oder Wasserquellen.

Unzertrennliche sind tagaktiv. Ihre Aktivitätsphase beginnt mit dem Morgengrauen und endet bei Einbruch der Dämmerung. Die Kommunikation erfolgt über ein Repertoire schriller, hoher Rufe, die im Schwarm der Kontaktpflege dienen. Ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen sie vor allem während der Brutzeit, wenn Nistplätze verteidigt werden. Der Flug ist schnell und geradlinig, unterbrochen von kurzen Gleitphasen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Art und Region, fällt aber häufig in die Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Die Balz umfasst gegenseitige Gefiederpflege, Füttern des Weibchens durch das Männchen und synchronisiertes Sitzen. Agapornis sind Höhlenbrüter. Als Nistplätze dienen Baumhöhlen, Felsspalten oder – bei einigen Arten – die verlassenen Nester anderer Vögel, etwa der Webervögel.

Innerhalb der Gattung gibt es bemerkenswerte Unterschiede im Nestbauverhalten. Arten mit weißem Augenring (z. B. Schwarzköpfchen, Pfirsichköpfchen, Rußköpfchen) tragen Nistmaterial in Streifenform im Schnabel ein. Das Rosenköpfchen hingegen transportiert Rindenstreifen und Blattfragmente eingeklemmt in das Bürzelgefieder – eine unter Papageien einzigartige Technik.

Das Gelege umfasst in der Regel 4 bis 6 weiße Eier, die vom Weibchen allein bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 23 Tage. Die Küken schlüpfen blind und mit spärlichem Daunengefieder. Beide