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Ara

A

Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ara (Gattung); bekannteste Art: Ara macao (Hellroter Ara)
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Galeriewälder, Savannen und Sumpfgebiete Mittel- und Südamerikas
  • Größe: 30–100 cm (je nach Art), Spannweite bis 120 cm
  • Gewicht: 150–1.700 g (je nach Art)
  • Lebenserwartung: 40–60 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 80 Jahre

Aussehen & Merkmale

Aras gehören zu den größten und auffälligsten Vertretern der Papageien. Ihr Gefieder zeigt je nach Art leuchtende Farben in Rot, Blau, Gelb, Grün oder Kombinationen daraus. Der Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus), der streng genommen einer eigenen Gattung angehört, aber umgangssprachlich ebenfalls als Ara bezeichnet wird, ist mit bis zu 100 cm Körperlänge der größte flugfähige Papagei der Welt.

Charakteristisch für alle Ara-Arten ist das weitgehend unbefiederte Gesichtsfeld. Diese nackte Haut um die Augen und den Oberschnabel herum ist bei einigen Arten weiß, bei anderen rosa oder gelblich getönt und mit feinen Federreihen durchzogen, deren Muster individuell verschieden ist – vergleichbar einem Fingerabdruck. Der kräftige, stark nach unten gebogene Oberschnabel dient als Werkzeug zum Knacken harter Nussschalen und als dritte Greifhand beim Klettern. Die Zehen sind zygodaktyl angeordnet: Zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten, was hervorragendes Greifen an Ästen ermöglicht. Der lange, keilförmig zulaufende Schwanz macht bei den großen Arten mehr als die Hälfte der Gesamtlänge aus und dient als Steuerruder beim Flug.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Aras erstreckt sich vom südlichen Mexiko über Zentralamerika bis in den Süden Brasiliens, nach Bolivien und Paraguay. Die einzelnen Arten besiedeln unterschiedliche Habitate. Der Hellrote Ara (Ara macao) bewohnt vorwiegend tropische Tieflandregenwälder bis in Höhenlagen von etwa 1.000 Metern. Der Gelbbrustara (Ara ararauna) bevorzugt Galeriewälder entlang von Flussläufen und Sumpfgebiete. Der Grünflügelara (Ara chloropterus) ist in dichten, feuchten Wäldern des Amazonasbeckens zu Hause.

Viele Ara-Arten sind auf zusammenhängende Waldgebiete mit altem Baumbestand angewiesen, da sie große Baumhöhlen als Nistplätze benötigen. Ihr Biotop muss ganzjährig ein ausreichendes Nahrungsangebot bieten, weshalb sie oft weite Strecken zwischen Schlaf- und Nahrungsbäumen zurücklegen. Tägliche Flugstrecken von 25 Kilometern und mehr sind keine Seltenheit.

Ernährung

Aras ernähren sich überwiegend von Samen, Nüssen, Früchten, Beeren und Blüten. Ihr massiver Schnabel erzeugt einen Beißdruck, der ausreicht, um selbst die harten Schalen von Paranüssen und Palmfrüchten zu spalten. Ergänzend nehmen sie Rinde, Pflanzensäfte und gelegentlich Insektenlarven auf.

Ein bekanntes Verhalten ist der regelmäßige Besuch sogenannter Lehmlecken (colpas). An steilen Flussufern und Lehmwänden nehmen die Vögel mineralhaltige Erde auf. Lange wurde vermutet, dass die Mineralien Pflanzentoxine aus unreifen Früchten neutralisieren. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Tonminerale vor allem als Natriumquelle dienen, da pflanzliche Nahrung in tropischen Regenwäldern natriumarm ist. Diese Lehmlecken werden von Hunderten Aras verschiedener Arten gleichzeitig aufgesucht und bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel.

Verhalten & Lebensweise

Aras sind tagaktive Vögel. Ihr Tag beginnt kurz nach Sonnenaufgang, wenn sie in kleinen Gruppen oder Paaren von ihren Schlafbäumen zu den Nahrungsgebieten fliegen. Die Paare bleiben innerhalb größerer Schwärme stets dicht beieinander und pflegen ihre Bindung durch gegenseitiges Gefieder-Kraulen (Allopreening). Die Rufe der Aras – lautes, heiseres Kreischen – sind über mehrere Kilometer hörbar und dienen der Kommunikation innerhalb des Schwarms, der Reviermarkierung und der Warnung vor Fressfeinden wie Greifvögeln oder Schlangen.

Die Intelligenz der Aras ist gut dokumentiert. Sie nutzen Werkzeuge, lösen komplexe Aufgaben und zeigen in Gefangenschaft die Fähigkeit, menschliche Sprache nachzuahmen. Ihr Sozialverhalten ist hochentwickelt: Aras leben in festen Paarbindungen, die oft lebenslang bestehen, und ordnen sich in lose Schwarmstrukturen ein, die je nach Nahrungsangebot zwischen 10 und mehreren Hundert Individuen umfassen können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region und fällt in den meisten Verbreitungsgebieten in die Trockenzeit, wenn Baumhöhlen weniger überflutet werden. Die Balz besteht aus gegenseitigem Füttern, synchronem Fliegen und lautem Rufen. Das Weibchen legt in einer großen Baumhöhle – meist in alten, abgestorbenen Baumstämmen – ein bis drei weiße Eier. Die Brutdauer beträgt 24 bis 28 Tage. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Die Küken schlüpfen nackt und blind. Sie werden von beiden Elternteilen gefüttert und verlassen die Nisthöhle erst nach etwa 90 bis 100 Tagen. Auch danach bleiben die Jungvög