Fledermauspapagei
FTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Loriculus (Gattung mit ca. 14 Arten)
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae), Unterfamilie Loriinae
- Gattung: Loriculus
- Verbreitungsgebiet: Südostasien, Indischer Subkontinent, Philippinen, Indonesien
- Größe: 10–16 cm (je nach Art)
- Gewicht: 25–60 g
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Fledermauspapageien gehören zu den kleinsten Vertretern der Ordnung Psittaciformes. Ihr Gefieder ist überwiegend grün gefärbt, wobei je nach Art auffällige rote, orangefarbene oder blaue Partien am Bürzel, Scheitel, Kehle oder Nacken auftreten. Der Bürzelfleck in leuchtendem Rot ist bei den meisten Arten der Gattung Loriculus ein charakteristisches Erkennungsmerkmal. Der Schnabel ist relativ kurz und kräftig, typisch für Papageien, und in der Regel schwarz oder hornfarben. Die Zehen sind als Kletterfüße ausgebildet – zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten (zygodaktyl), was den Tieren eine hohe Geschicklichkeit beim Klettern in Baumkronen verleiht.
Ein Geschlechtsdimorphismus ist bei vielen Arten vorhanden, fällt jedoch unterschiedlich stark aus. Beim Philippinen-Fledermauspapagei (Loriculus philippensis) etwa tragen die Männchen eine intensiv rot gefärbte Stirn und Kehle, während die Weibchen in diesen Bereichen blasser oder grün befiedert sind. Jungvögel ähneln in der Regel den Weibchen und erlangen die adulte Gefiederfärbung erst nach der ersten Mauser.
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Loriculus ist in weiten Teilen Süd- und Südostasiens verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom indischen Subkontinent (Sri Lanka, Südwestindien) über die Malaiische Halbinsel bis zu den Philippinen, Sulawesi und den Kleinen Sundainseln. Jede Art besiedelt ein oft eng begrenztes geographisches Areal – einige sind auf einzelne Inseln oder Inselgruppen beschränkt, was sie zu typischen Endemiten macht.
Als Habitat bevorzugen Fledermauspapageien tropische und subtropische Tieflandregenwälder, Bergwälder, Waldränder, Sekundärvegetation sowie Plantagen und Gärten. Sie halten sich überwiegend in den oberen Stockwerken des Waldes auf und sind dort in den dichten Baumkronen oft schwer zu entdecken. Ihre geringe Körpergröße und das grüne Gefieder bieten eine hervorragende Tarnung im Blätterdach. In manchen Regionen dringen sie bis in Höhenlagen von 2.000 Metern vor.
Ernährung
Die Nahrung der Fledermauspapageien besteht hauptsächlich aus Nektar, Blütenpollen, weichen Früchten, Beeren und Blütenknospen. In ihrer Ernährungsweise ähneln sie den Loris und Lorikets (Unterfamilie Loriinae), mit denen sie verwandtschaftlich eng verknüpft sind. Ihre Zunge weist feine pinselartige Papillen auf, die das Aufnehmen von Nektar erleichtern – eine Anpassung, die bei nektarfressenden Papageien weit verbreitet ist. Gelegentlich nehmen sie auch kleine Sämereien und Insekten zu sich. Bei der Nahrungssuche hängen sie häufig kopfüber an dünnen Zweigen und Blütenständen, was an die Haltung von Fledermäusen erinnert und der Gattung ihren deutschen Namen eingebracht hat.
Verhalten & Lebensweise
Der auffälligste Verhaltensaspekt dieser Vögel ist ihre Schlafstellung: Fledermauspapageien hängen sich zum Ruhen und Schlafen kopfüber oder seitlich an Äste und verharren in dieser Position über Stunden. Dieses Verhalten ist unter Papageien einzigartig und erinnert stark an Fledermäuse – daher der Name „Fledermauspapagei" beziehungsweise im Englischen „Hanging Parrot". Die Tiere sind tagaktiv und beginnen ihre Nahrungssuche in den frühen Morgenstunden. Während der Hitze des Tages ruhen sie häufig in dichtem Laubwerk.
Fledermauspapageien leben paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu etwa 15 Individuen. Größere Ansammlungen können an ergiebigen Nahrungsquellen wie blühenden Bäumen beobachtet werden. Die Vögel sind standorttreu und verteidigen kein festes Revier im engeren Sinne, zeigen aber eine deutliche Bindung an bestimmte Schlafplätze und Nahrungsbäume. Ihre Rufe sind hochfrequent und schrill – im Flug geben sie kurze, schnelle Kontaktrufe von sich, die in den Geräuschkulissen tropischer Wälder leicht untergehen.
Der Flug ist schnell und geradlinig mit raschen Flügelschlägen, was typisch für kleine Papageienarten ist. Am Boden bewegen sich Fledermauspapageien kaum; nahezu ihr gesamtes Leben spielt sich im Geäst ab.
Fortpflanzung & Aufzucht
Fledermauspapageien sind Höhlenbrüter und nutzen Baumhöhlen, verlassene Spechthöhlen oder natürliche Spalten als Nistplätze. Ein ungewöhnliches Verhalten zeigen die Weibchen einiger Arten beim Nestbau: Sie transportieren Nistmaterial – Rindenstücke, Blätter oder Grasstreifen – nicht im Schnabel, sondern stecken es ins Bürzel- und Rückengefieder, um es zum Nest zu fliegen. Dieses Verhalten teilen sie mit einigen Unzertrennlichen (Agapornis), bei denen eine vergleichbare Transportmethode vorkommt.
Das Gelege umfasst in der Regel zwei bis vier weiße Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 20 Tage, wobei vorwiegend das Weibchen brütet. Die Küken schlüpfen nackt und blind und werden von beiden Elternteilen mit vorv