Gelbbrustara
GTierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Ara ararauna
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
- Gattung: Eigentliche Aras (Ara)
- Lebensraum: Tropische Regenwälder, Sumpfwälder, Savannen und Palmenhaine Mittel- und Südamerikas
- Größe: 80–90 cm (einschließlich Schwanzfedern)
- Gewicht: 900–1.300 g
- Lebenserwartung: 50–60 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 70 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Gelbbrustara gehört zu den größten und auffälligsten Vertretern der Papageienvögel. Sein Gefieder zeigt eine kontrastreiche Zweifarbigkeit: Die gesamte Unterseite – von der Brust über den Bauch bis zu den Unterschwanzdecken – leuchtet in einem intensiven Goldgelb, das der Art ihren deutschen Namen gibt. Rücken, Flügeloberseiten und Oberkopf sind dagegen tiefblau bis kobaltblau gefärbt. Am Übergang zwischen Kehle und Brust verläuft ein schmaler, schwarzer Streif, der beide Farbbereiche deutlich voneinander absetzt.
Das unbefiederte Gesichtsfeld ist weißlich und mit feinen, schwarz gefärbten Federreihen durchzogen. Diese Federlinien bilden bei jedem Individuum ein einzigartiges Muster und dienen der individuellen Erkennung – vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Der kräftige, hakenförmig gebogene Schnabel ist schwarz und besteht aus Horn. Er erzeugt eine Beißkraft, die ausreicht, um harte Nussschalen aufzubrechen. Die Zehen sind zygodaktyl angeordnet: Zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten. Dieser Greiffuß ermöglicht das sichere Klettern im Geäst sowie das geschickte Handhaben von Nahrung.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum. Männchen sind im Durchschnitt geringfügig größer und haben einen etwas breiteren Kopf, doch eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung erfordert eine DNA-Analyse oder endoskopische Untersuchung.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gelbbrustaras erstreckt sich über weite Teile des tropischen Südamerikas – von Panama im Norden über Kolumbien, Venezuela, die Guayanas, Ecuador, Peru und Bolivien bis ins zentrale Brasilien und nach Paraguay. Vereinzelte Populationen existieren auch in Mittelamerika.
Als bevorzugtes Habitat dienen tropische Tieflandregenwälder, Galeriewälder entlang von Flüssen, saisonale Überschwemmungsgebiete (Várzea) sowie Sumpf- und Palmenwälder. Die Art ist in Höhenlagen bis etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel anzutreffen, gelegentlich auch höher. Gelbbrustaras sind an die Nähe von Gewässern gebunden, da Flussläufe und Feuchtgebiete sowohl Nahrungsquellen als auch geeignete Nistbäume bereitstellen. In offenen Savannen mit Mauritia-Palmenbeständen finden sie ebenfalls gute Lebensbedingungen, da diese Palmen Früchte und Nistmöglichkeiten bieten.
Ernährung
Die Nahrung des Gelbbrustaras besteht überwiegend aus Samen, Nüssen, Früchten, Beeren und Blüten. Zu den wichtigsten Nahrungspflanzen zählen verschiedene Palmenarten, darunter die Mauritia-Palme (Mauritia flexuosa), sowie Hülsenfrüchtler und tropische Fruchtbäume. Mit ihrem kräftigen Schnabel öffnen die Vögel problemlos die harten Schalen von Paranüssen und Palmkernen.
Eine besondere Verhaltensweise ist der regelmäßige Besuch sogenannter Lehmlecken (Collpas). An steil aufragenden Flussufern oder Erdwänden nehmen die Vögel mineralhaltige Tonerde auf. Dieser Geophagie genannte Vorgang dient vermutlich der Neutralisierung pflanzlicher Giftstoffe (Tannine, Alkaloide), die über die Nahrung aufgenommen werden, sowie der Zufuhr von Mineralstoffen wie Natrium und Kalzium. An solchen Lehmlecken versammeln sich oft Dutzende bis Hunderte Aras verschiedener Arten gleichzeitig.
Verhalten & Lebensweise
Gelbbrustaras sind tagaktive Vögel, die kurz nach Sonnenaufgang ihre Schlafbäume verlassen und in kleinen Gruppen oder Paaren zu den Nahrungsgebieten fliegen. Abends kehren sie zu festen Schlafplätzen in hohen Bäumen zurück, wo sich größere Gruppen von bis zu mehreren Hundert Individuen zusammenfinden. Diese gemeinsamen Schlafplätze bieten Schutz vor Prädatoren und dienen dem sozialen Austausch.
Die Art ist ausgesprochen gesellig. Außerhalb der Brutzeit bilden Gelbbrustaras lockere Schwärme, innerhalb derer Paare stets eng beieinander bleiben. Die Paarbindung ist stark und besteht in der Regel lebenslang. Beide Partner pflegen das Gefieder gegenseitig (Allopreening), teilen Nahrung und fliegen synchron. Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire lauter, rauer Rufe, die über große Distanzen hörbar sind und der Kontaktpflege im dichten Kronendach dienen.
Im Flug erreicht der Gelbbrustara Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h. Die langen Schwanzfedern fungieren dabei als Steuerruder und ermöglichen wendige Manöver zwischen den Baumkronen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit fällt in den meisten Teilen des Verbreitungsgebiets in die Trockenzeit, je nach Region zwischen Dezember und Mai. Die Balz umfasst gegenseitige Gefiederpflege, Schnabelreiben und synchronisierte Flüge. Genistet wird in Baumhöhlen, bevorzugt in abgestorbenen Palmen oder anderen großen Tropenbäumen in beträchtlicher Höhe. Die Höhlen werden oft über viele Jahre wiederverwendet.
Das Weibchen legt zwei bis drei weiße, rundliche Eier, die es über einen Zeitraum von 24 bis