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Allfarblori

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trichoglossus haematodus (heute häufig als Trichoglossus moluccanus geführt)
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Loriidae (Loris)
  • Gattung: Trichoglossus
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder, Mangroven, Savannen, Parks und Gärten
  • Größe: 25–30 cm (Kopf bis Schwanzspitze)
  • Gewicht: 100–155 g
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen und Merkmale

Der Allfarblori verdankt seinen deutschen Namen dem außergewöhnlich bunten Gefieder, das nahezu das gesamte Farbspektrum abdeckt. Kopf und Kehle leuchten in tiefem Violettblau, das je nach Lichteinfall einen seidigen Glanz zeigt. Die Brust ist kräftig orangerot, oft mit einem unregelmäßigen blauschwarzen Querband durchsetzt. Bauch und Flanken tragen ein dunkles Blauviolett bis Schwarz, während der Rücken und die Oberseite der Flügel in sattem Grün gefärbt sind. Die Unterschwanzdecken sind gelbgrün, und am Hinterkopf befindet sich ein gelbgrüner Nackenstreifen. Der Schnabel ist leuchtend orangerot und relativ schmal – ein typisches Merkmal der Loris, das mit ihrer spezialisierten Ernährungsweise zusammenhängt. Die Iris ist rot bis orangerot, die Füße grau.

Zwischen den zahlreichen Unterarten bestehen deutliche Farbvariationen. Manche Populationen zeigen ein stärker ausgeprägtes Brustband, andere ein helleres Grün auf der Oberseite. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden; eine sichere Geschlechtsbestimmung ist nur per DNA-Analyse oder Endoskopie möglich.

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Allfarblori erstreckt sich über Australien, Neuguinea, die Molukken, die Kleinen Sundainseln und zahlreiche Inseln Melanesiens und Polynesiens. In Australien bewohnt er hauptsächlich die östliche und nördliche Küstenregion, wo er vom tropischen Regenwald in Queensland bis zu den gemäßigten Eukalyptuswäldern in Victoria vorkommt.

Sein bevorzugtes Habitat umfasst tiefgelegene Regenwälder, Galeriewälder entlang von Flussläufen, Mangrovenzonen und offene Waldgebiete mit reichem Blütenangebot. In Australien hat er sich erfolgreich an urbane Biotope angepasst und ist in Stadtparks, Hausgärten und auf Friedhöfen ein häufiger Gast. Verwilderte Populationen existieren mittlerweile auch in Hongkong, Neuseeland und Teilen Westeuropas, wo entflogene oder freigelassene Vögel lokale Bestände gegründet haben.

Die Art ist kein ausgeprägter Zugvogel, unternimmt aber teils nomadische Wanderungen, die dem saisonalen Blütenangebot folgen. In Regionen mit ganzjährigem Nahrungsangebot bleiben die Vögel weitgehend standorttreu.

Ernährung

Der Allfarblori gehört zu den nektarivoren Papageien. Seine Zunge trägt an der Spitze pinselförmige Papillen – die sogenannte Pinselzunge –, mit der er Nektar und Pollen aus Blüten aufnimmt. Diese anatomische Besonderheit unterscheidet die Loris grundlegend von den meisten anderen Papageienarten, die vorwiegend Samen und Nüsse fressen.

Neben Nektar und Pollen stehen weiche Früchte, Beeren, Blütenknospen und gelegentlich Insekten auf dem Speiseplan. Eukalyptus-, Banksia- und Grevillea-Blüten zählen in Australien zu den wichtigsten Nahrungsquellen. Der Allfarblori spielt dabei eine ökologische Rolle als Bestäuber, da er beim Fressen Pollen zwischen den Blüten überträgt.

In menschlicher Obhut wird die Art mit speziellen Lori-Futtermischungen aus Nektarersatz, Obst und Gemüse ernährt. Eine rein samenbasierte Ernährung ist für diese Vögel ungeeignet und führt zu Organschäden.

Verhalten und Lebensweise

Allfarbloris sind tagaktive, gesellige Vögel, die in Schwärmen von bis zu mehreren Hundert Individuen auftreten können. Besonders an ergiebigen Nahrungsbäumen sammeln sich große Gruppen, die durch ihr lautes, schrilles Rufen schon aus weiter Entfernung zu hören sind. Das Stimmrepertoire umfasst kreischende Kontaktrufe, leisere Plauderlaute zwischen Paaren und scharfe Warnrufe bei Bedrohung.

Die Paarbindung ist stark ausgeprägt. Einmal verpaarte Vögel bleiben häufig lebenslang zusammen und zeigen intensives gegenseitiges Kraulen (Allopreening) sowie Schnabelkontakt. Innerhalb der Schwärme kommt es regelmäßig zu Rangeleien um Nahrungsplätze und Schlafbäume, wobei die Vögel mit gespreizten Flügeln und lautem Geschrei drohen.

Zur Nachtruhe versammeln sich Allfarbloris an festen Schlafplätzen, oft in dichten Baumgruppen, wo sie dicht gedrängt auf Ästen sitzen. Diese kommunalen Schlafbäume werden über Monate oder Jahre genutzt.

Fortpflanzung und Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region. In Australien liegt sie überwiegend zwischen September und Januar, also im australischen Frühling und Frühsommer. Das Paar sucht eine geeignete Bruthöhle, meist in einem hohlen Ast oder Baumstamm eines Eukalyptus, in einer Höhe von fünf bis dreißig Metern über dem Boden.

Das Weibchen legt in der Regel zwei, seltener drei weiße Eier, die es allein über einen Zeitraum von etwa 23 bis 26 Tagen bebrütet. Das Männchen versorgt die Partnerin während der Brutzeit mit Nahrung. Die Küken schlüpfen mit spärlichem weißem Daunengefieder und geschlossenen Augen. Beide Elternteile