Alexandersittich
ATierart – Vögel > Papageien
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Psittacula eupatria
- Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
- Familie: Altweltpapageien (Psittaculidae)
- Gattung: Edelsittiche (Psittacula)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Kulturland, Parks – von Südostasien bis Afghanistan
- Größe: 56–62 cm (einschließlich Schwanz)
- Gewicht: 200–300 g
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 40 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Alexandersittich ist der größte Vertreter der Gattung Edelsittiche (Psittacula) und einer der stattlichsten Sittiche Asiens. Sein Gefieder ist überwiegend grasgrün, wobei der Nacken und die Oberseite des Kopfes einen leichten bläulich-grauen Schimmer zeigen können. Auffällig ist ein deutlicher roter Schulterfleck – ein dunkelroter Bereich am Flügelbug, der den Alexandersittich von seinem kleineren Verwandten, dem Halsbandsittich (Psittacula krameri), unterscheidet. Der kräftige Oberschnabel ist tiefrot mit heller Spitze, der Unterschnabel dunkel.
Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus zeigt sich beim adulten Gefieder: Männchen tragen ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ein markantes Halsband, das aus einem schmalen schwarzen Kehlstreifen und einem breiten rosafarbenen Nackenband besteht. Weibchen und Jungvögel besitzen dieses Halsband nicht, wirken insgesamt etwas matter gefärbt und haben einen kürzeren Schwanz. Die langen, spitz zulaufenden mittleren Steuerfedern können beim Männchen bis zu 35 cm messen und machen einen erheblichen Teil der Gesamtlänge des Vogels aus.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Alexandersittichs erstreckt sich über weite Teile Süd- und Südostasiens. Es reicht von Afghanistan und Pakistan über Indien und Sri Lanka bis nach Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Die Art besiedelt eine Vielzahl von Habitaten: feuchte und trockene Laubwälder, lichte Dschungelgebiete, Mangrovenwälder sowie Waldränder und Sekundärwälder. Auch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Plantagen und städtische Parks werden regelmäßig als Biotop genutzt.
Der Alexandersittich kommt vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 900 Metern vor, in manchen Regionen auch darüber. Es werden fünf Unterarten anerkannt, die sich in Größe und leichten Farbvariationen des Gefieders unterscheiden, darunter P. e. eupatria in Sri Lanka und Südindien, P. e. nipalensis in Nordindien und Nepal sowie P. e. avensis in Myanmar.
In einigen europäischen Ländern existieren etablierte Populationen verwilderter Alexandersittiche, etwa in der Türkei, Belgien, den Niederlanden und vereinzelt in Deutschland. Diese Neozoen-Bestände gehen auf entflogene oder freigelassene Volierenvögel zurück und werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die einheimische Fauna diskutiert.
Ernährung
Die Nahrung des Alexandersittichs ist überwiegend pflanzlich. Im natürlichen Habitat frisst er Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen und Nektar. Bevorzugt werden reife Früchte von Feigen-, Mango- und Guavenbäumen. Auch Getreide und andere Kulturpflanzen gehören zum Nahrungsspektrum, weshalb die Art in landwirtschaftlichen Regionen teilweise als Ernteschädling gilt. Gelegentlich nimmt der Alexandersittich auch Insektenlarven oder andere tierische Kost auf.
Die Nahrungssuche erfolgt meist in kleinen Gruppen, die sich morgens und am späten Nachmittag zu den Futterbäumen begeben. Mit seinem kräftigen Schnabel kann der Alexandersittich auch hartschalige Nüsse und Samenkapseln öffnen, die kleineren Papageienarten nicht zugänglich sind.
Verhalten & Lebensweise
Alexandersittiche sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit häufig in Schwärmen von 10 bis 50 Individuen auftreten. Abends versammeln sich oft hunderte Tiere an gemeinschaftlichen Schlafbäumen, die über Jahre hinweg genutzt werden. Die Schwarmbildung dient dem Schutz vor Prädatoren wie Greifvögeln und Mardern.
Im Flug sind Alexandersittiche an ihren schnellen, flachen Flügelschlägen und den lauten, kreischenden Rufen leicht zu erkennen. Ihr Rufrepertoire ist vielfältig und dient der Kontaktaufnahme innerhalb des Schwarms. In Gefangenschaft zeigen Alexandersittiche eine ausgeprägte Lernfähigkeit: Sie können Wörter und kurze Sätze imitieren und gelten als intelligent und neugierig.
Die Art ist nicht streng territorial, verteidigt aber in der Brutzeit die unmittelbare Umgebung der Bruthöhle gegenüber Artgenossen und anderen Höhlenbrütern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutsaison variiert je nach Region: In Indien fällt sie meist in die Monate November bis April. Der Balz geht ein Paarungsritual voraus, bei dem das Männchen dem Weibchen Futter übergibt, den Kopf rhythmisch bewegt und die Pupillen verengt („Pinning"). Alexandersittiche sind Höhlenbrüter und nutzen bevorzugt natürliche Baumhöhlen in großen, alten Laubbäumen. Gelegentlich erweitern sie bestehende Höhlen mit dem Schnabel oder nehmen Nistmöglichkeiten an Gebäuden an.
Das Gelege besteht aus zwei bis vier weißen, rundlich-ovalen Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 24 bis 28 Tage. Während der Brut wird das Weibchen vom Männchen mit Futter versorgt. Die Nestlinge schlüpfen nackt und blind. Sie werden von beiden Elternvögeln gefüttert und verlassen die Bruthöhle nach etwa sieben Wochen. Auch nach dem Ausfliegen werden die