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Edelpapagei

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eclectus roratus
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Edelpapageien (Eclectus)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder, Mangrovenwälder, Waldränder
  • Größe: 33–40 cm
  • Gewicht: 380–550 g
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre (in Gefangenschaft bis über 50 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Edelpapagei zeigt einen der ausgeprägtesten Geschlechtsdimorphismen unter allen Papageienarten. Männchen und Weibchen unterscheiden sich so stark in ihrer Gefiederfärbung, dass sie über Jahrhunderte hinweg als zwei getrennte Arten beschrieben wurden. Erst im frühen 20. Jahrhundert erkannte man, dass es sich um dieselbe Spezies handelt.

Das Männchen trägt ein überwiegend smaragdgrünes Gefieder mit roten Flankenflecken und blauen Flügelrändern. Der Oberschnabel ist korallenrot mit gelblicher Spitze, der Unterschnabel schwarz. Das Weibchen hingegen ist leuchtend rot gefärbt, mit einem dunkelvioletten bis blauen Brustband und Nackenbereich. Sein Schnabel ist vollständig schwarz. Bei beiden Geschlechtern sind die Augen orangefarben bis bernsteingelb, die Füße dunkelgrau.

Der Körperbau ist kompakt und gedrungen, mit einem relativ kurzen, abgerundeten Schwanz. Das Gefieder wirkt im Vergleich zu anderen Papageienarten ungewöhnlich glatt und fast haarähnlich, was auf die besondere Struktur der Federäste zurückzuführen ist. Die kräftigen Zehen sind als Kletterfüße (Zygodactylie) angeordnet – zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten –, was dem Edelpapagei sicheren Halt im Geäst verschafft.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Edelpapageis erstreckt sich über die Molukken, Neuguinea, den Bismarck-Archipel, die Salomonen sowie Teile der nordöstlichen Kapregion Australiens (Cape York). Darüber hinaus besiedelt die Art einige kleinere Inseln Indonesiens, darunter Sumba und Tanimbar.

Das bevorzugte Habitat sind tropische und subtropische Tieflandregenwälder vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.900 Metern. Edelpapageien kommen aber auch in Mangrovenwäldern, an Waldrändern, in Sekundärwäldern und auf Kokosplantagen vor. Entscheidend für die Biotopwahl ist das Vorhandensein großer Baumhöhlen, die als Nistplätze dienen, sowie ein ausreichendes Angebot an Fruchtbäumen.

Je nach Verbreitungsgebiet werden bis zu zehn Unterarten unterschieden, darunter Eclectus roratus vosmaeri von den nördlichen Molukken, E. r. polychloros aus Neuguinea und E. r. macgillivrayi aus Australien. Die taxonomische Gliederung ist Gegenstand fortlaufender Diskussion; einige Autoren erheben einzelne Unterarten in den Artrang.

Ernährung

Edelpapageien ernähren sich vorwiegend von Früchten, Beeren, Nüssen, Samen, Blüten und Knospen. In freier Wildbahn machen Früchte den mit Abstand größten Anteil der Nahrung aus – Studien aus Neuguinea zeigen, dass bis zu 80 Prozent der aufgenommenen Nahrung aus verschiedenen Wildfrüchten besteht. Ergänzend fressen sie Blütennektar, junge Blätter und gelegentlich Insektenlarven.

Die Art hat einen vergleichsweise langen Verdauungstrakt, was als Anpassung an die fruchtreiche, ballaststoffhaltige Kost interpretiert wird. In der Haltung erweist sich eine zu fettreiche oder zu proteinklastige Ernährung häufig als problematisch und kann zu Federstörungen und Leberschäden führen. Eine Diät, die reich an frischem Obst, Gemüse und eingeweichten Hülsenfrüchten ist, gilt daher als artgerecht.

Verhalten & Lebensweise

Edelpapageien sind tagaktive Vögel, die in der Regel paarweise oder in kleinen Gruppen auftreten. Größere Ansammlungen von bis zu 80 Individuen bilden sich an ergiebigen Futterbäumen oder an gemeinsamen Schlafplätzen. Ihr Flug ist kräftig und direkt, mit langsamen, tiefen Flügelschlägen, die oberhalb der Baumkronen gut sichtbar sind.

Die Rufe sind vielfältig und umfassen kreischende, krähende und flötende Laute. Während des Fluges geben beide Geschlechter laute, metallisch klingende Kontaktrufe von sich. In Menschenobhut gelten Edelpapageien als vergleichsweise ruhig und sprachbegabt – sie zählen zu den Papageienarten mit der klarsten Wiedergabe menschlicher Wörter.

Die Weibchen zeigen ein teils ungewöhnliches Revierverhalten: Sie besetzen eine Nisthöhle oft über Monate hinweg und verteidigen diese aggressiv gegen andere Weibchen, während die Männchen weite Strecken zurücklegen, um Futter herbeizuschaffen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region. Auf Neuguinea fällt sie vorwiegend in die Monate August bis Januar. Das Weibchen wählt eine tiefe Baumhöhle, häufig in einem abgestorbenen oder noch lebenden Urwaldriesen, in Höhen von 15 bis 30 Metern. Diese Höhle wird über Jahre hinweg wiederverwendet.

Das Gelege besteht aus zwei, seltener drei weißen Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 28 bis 30 Tage. Das Weibchen brütet allein und verlässt die Höhle kaum; es wird während dieser Phase vom Männchen gefüttert. In manchen Populationen versorgen mehrere Männchen ein einzelnes Weibchen – ein System kooperativer Polyandrie, das bei Papageien äußerst selten vorkommt.

Die Nestlinge sind zunäch