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Blaustirnamazone

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Tierart – Vögel > Papageien

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Amazona aestiva
  • Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
  • Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
  • Gattung: Amazonenpapageien (Amazona)
  • Lebensraum: Trockenwälder, Savannen, Galeriewälder und Waldränder Südamerikas
  • Größe: 33–39 cm Körperlänge
  • Gewicht: 350–500 g
  • Lebenserwartung: 40–60 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn kürzer

Aussehen & Merkmale

Die Blaustirnamazone gehört zu den mittelgroßen Vertretern der Gattung Amazona. Ihr Gefieder ist überwiegend grün, wobei die einzelnen Federn an Brust und Rücken oft feine, dunklere Ränder aufweisen, die dem Gesamtbild eine leicht geschuppte Textur verleihen. Namensgebend ist die blaue Befiederung an Stirn und vorderem Oberkopf, die je nach Unterart unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. An den Wangen und am Scheitel findet sich eine gelbe Färbung, die in Kombination mit dem Blau ein auffälliges Kopfmuster ergibt.

Die Handschwingenflügel zeigen im Flug rote und blaue Partien, die sogenannten Flügelspiegel. Der Schwanz ist kurz und abgerundet, mit einer gelblich-grünen Grundfärbung und roten Einschlüssen an der Basis. Der kräftige Schnabel ist dunkelgrau bis schwärzlich, die Iris orangerot. Die Füße sind grau und mit Kletterzehen (Zygodactylie) ausgestattet – ein typisches Merkmal aller Papageien, bei dem zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten gerichtet sind.

Es werden zwei Unterarten unterschieden: Amazona aestiva aestiva mit überwiegend blauer Stirn und gelben Wangenpartien sowie Amazona aestiva xanthopteryx, die gelegentlich auch als Gelbflügelamazone bezeichnet wird und einen größeren gelben Anteil an den Flügelbugfedern zeigt. Ein Geschlechtsdimorphismus ist äußerlich nicht erkennbar; das Geschlecht lässt sich nur mittels DNA-Analyse oder Endoskopie sicher bestimmen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Blaustirnamazone erstreckt sich über weite Teile des östlichen und zentralen Südamerikas. Die Art kommt in Brasilien, Bolivien, Paraguay und dem nördlichen Argentinien vor. Ihr Habitat umfasst trockene und halbtrockene Waldgebiete, Cerrado-Savannen, Chaco-Trockenwälder sowie Galeriewälder entlang von Flussläufen. Geschlossene Regenwälder meidet die Art weitgehend.

Die Blaustirnamazone besiedelt bevorzugt Biotope mit einem Mosaik aus Baumbeständen und offeneren Flächen. Solche Landschaften bieten sowohl geeignete Nistbäume als auch ausreichend Nahrungsquellen. In einigen Regionen dringt die Art auch in landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Obstplantagen vor, was zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führen kann.

Ernährung

Die Ernährung der Blaustirnamazone ist vorwiegend pflanzlich. Auf dem Speiseplan stehen Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Blüten, Knospen und Blattgrün verschiedener Baumarten. Mit ihrem kräftigen Schnabel knacken die Vögel auch hartschalige Samen und Nüsse problemlos. In der Trockenzeit, wenn das Nahrungsangebot eingeschränkt ist, legen die Tiere teils weite Strecken zu ergiebigeren Futterstellen zurück.

Gelegentlich suchen Blaustirnamazonen natürliche Lehmlecken auf, sogenannte „Colpas". Die dort aufgenommenen Mineralien und Tonpartikel dienen vermutlich der Neutralisation von Pflanzengiften, die in unreifen Früchten und Samen enthalten sein können.

Verhalten & Lebensweise

Blaustirnamazonen sind tagaktive Vögel, die in der Regel paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu 30 Individuen auftreten. An besonders ergiebigen Futterbäumen oder gemeinsamen Schlafplätzen können sich jedoch auch deutlich größere Schwärme versammeln. Die Paarbindung ist bei dieser Art ausgesprochen eng – einmal verpaarte Tiere bleiben oft lebenslang zusammen und sind im Schwarm stets in unmittelbarer Nähe zueinander zu beobachten.

Die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Rufen und Schreien, die der Kontaktaufnahme, Warnung und sozialen Abstimmung dienen. Die Vögel sind dafür bekannt, Geräusche aus ihrer Umgebung nachzuahmen – eine Fähigkeit, die in menschlicher Obhut auch das Imitieren von Worten und Sätzen einschließt. Abends fliegen die Schwärme zu gemeinsamen Schlafbäumen, die sie oft über Jahre hinweg nutzen. Diese Gemeinschaftsschlafplätze sind ein typisches Sozialverhalten vieler Amazonenpapageien.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in den südamerikanischen Frühling, je nach Region zwischen Oktober und März. Die Blaustirnamazone ist ein Höhlenbrüter, der natürliche Baumhöhlen als Nistplatz nutzt – bevorzugt in alten, großen Bäumen. Das Weibchen legt in der Regel zwei bis vier weiße Eier, die es allein über einen Zeitraum von etwa 26 bis 28 Tagen bebrütet. Während dieser Phase wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Die Küken schlüpfen blind und mit spärlichem Flaum bedeckt. Sie werden von beiden Elternvögeln durch Hervorwürgen vorverdauter Nahrung gefüttert. Nach rund acht bis neun Wochen sind die Jungvögel flügge, bleiben aber noch mehrere Monate bei den Eltern und lernen in dieser Zeit die relevanten Nahrungsquellen und Flugstrecken im Revier kennen.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Blaustirnamazone wird von der IUCN derzeit als „