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Algen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Algen zählen zu den ältesten Organismen der Erde und haben sich in der Tierernährung als hochwertiges pflanzliches Ergänzungsfuttermittel etabliert. Biologisch betrachtet handelt es sich um eine heterogene Gruppe photosynthetisch aktiver Organismen, die in Süß- und Salzwasser vorkommen. In der Fütterungspraxis unterscheidet man vor allem zwischen Mikroalgen (Spirulina, Chlorella, Schizochytrium) und Makroalgen (Seetang, Kelp, Ascophyllum nodosum). Algenprodukte werden als Pulver, Flocken, Pellets oder Presslinge angeboten und dienen in der Regel nicht als Alleinfuttermittel, sondern als gezielte Ergänzung der täglichen Futterration. Ihr Einsatz reicht von der Nutztierhaltung über die Hunde- und Katzenernährung bis hin zur Fütterung von Pferden, Ziervögeln und Aquarienfischen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Nährstoffzusammensetzung variiert je nach Algenart erheblich, doch grundsätzlich zeichnen sich Algen durch eine bemerkenswerte Nährstoffdichte aus:

  • Protein: Mikroalgen wie Spirulina enthalten zwischen 55 und 70 % Rohprotein in der Trockenmasse. Die Aminosäurezusammensetzung ist für ein pflanzliches Futtermittel ungewöhnlich vollständig und umfasst alle essenziellen Aminosäuren.
  • Fett: Der Rohfettgehalt liegt bei den meisten Algenarten zwischen 1 und 10 %. Besonders hervorzuheben ist der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), der bei bestimmten Algen wie Schizochytrium besonders hoch ausfällt. Algenöl gilt mittlerweile als pflanzliche Alternative zu Fischöl.
  • Rohfaser: Der Rohfasergehalt ist mit 1–8 % relativ gering. Bei Makroalgen liegt er etwas höher als bei Mikroalgen.
  • Vitamine: Algen liefern Beta-Carotin (Provitamin A), Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E und – je nach Art – Vitamin K. Spirulina enthält zudem Pseudovitamin B12, das allerdings für Säugetiere nicht bioverfügbar ist.
  • Mineralstoffe & Spurenelemente: Besonders reichhaltig ist das Spektrum an Jod (vor allem bei Meeresalgen), Eisen, Zink, Selen, Mangan, Kalzium und Magnesium. Der Jodgehalt von Kelp kann je nach Herkunft zwischen 400 und 4.000 mg/kg schwanken – ein Punkt, der bei der Dosierung große Beachtung verdient.
  • Sekundäre Inhaltsstoffe: Phycocyanin (Spirulina), Chlorophyll, Carotinoide und Polysaccharide wie Fucoidan gelten als bioaktive Substanzen mit antioxidativen Eigenschaften.

Für welche Tiere geeignet?

Hunde und Katzen profitieren von Algen als Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung von Haut, Fell und Immunsystem. Spirulina und Chlorella werden häufig bei ernährungssensiblen Tieren eingesetzt. Schizochytrium-Algenöl dient als Omega-3-Quelle, insbesondere bei Tieren mit Unverträglichkeiten gegenüber Fischprodukten.

Pferde erhalten Algenprodukte vornehmlich zur Mineralstoffversorgung und Fellpflege. Seetangmehl (Ascophyllum nodosum) wird in vielen Mineralfuttermischungen verwendet.

Geflügel und Schweine bekommen Mikroalgen zunehmend als nachhaltige Proteinquelle und zur Anreicherung von Eiern oder Fleisch mit Omega-3-Fettsäuren beigemischt.

Ziervögel profitieren von kleinen Spirulina-Gaben zur Intensivierung der Gefiederfarbe und Stärkung der Abwehrkräfte.

Aquarienfische und Garnelen sind natürliche Algenfresser. Hier dienen Algenflocken oder Algentabletten häufig als Hauptbestandteil des Futters und können je nach Art sogar als Alleinfuttermittel fungieren.

Fütterungsempfehlung

Da Algen in der Regel als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden, ist die korrekte Dosierung entscheidend. Folgende Richtwerte gelten als praxistauglich:

  • Hunde: 0,5–1 g Algenpulver pro 10 kg Körpergewicht täglich, eingemischt in die reguläre Futterration.
  • Katzen: Eine Messerspitze bis maximal 0,5 g pro Tag, je nach Körpergewicht und Akzeptanz.
  • Pferde: 10–30 g Seetangmehl pro Tag als Bestandteil der Mineralfütterung.
  • Ziervögel: Winzige Mengen (eine Prise) über Weich- oder Keimfutter gestreut, im Fütterungsintervall von 2–3 Mal pro Woche.

Grundsätzlich empfiehlt sich ein langsames Einschleichen: In der ersten Woche die halbe Futtermenge verabreichen und die Verträglichkeit beobachten. Bei jodhaltigen Makroalgen muss die Gesamtjodzufuhr der Ration berücksichtigt werden, um eine Überversorgung zu vermeiden – besonders relevant bei Katzen mit Schilddrüsenerkrankungen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Hohe Nährstoffdichte auf kleinstem Raum – ideal als Ergänzung.
  • Natürliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren ohne Fischbestandteile.
  • Reich an Antioxidantien, die Zellschutz und Immunabwehr unterstützen können.
  • Nachhaltige Produktion mit geringem ökologischem Fußabdruck im Vergleich zu tierischen Proteinquellen.
  • Gute Akzeptanz bei vielen Tierarten, da geschmacklich neutral bis mild.

Nachteile: