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Apfel

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Der Apfel (Malus domestica) zählt zu den ältesten und verbreitetsten Kulturobstsorten weltweit und hat als pflanzliches Futtermittel in der Tierernährung einen festen Platz. In der Fütterungspraxis wird er als Ergänzungsfuttermittel eingestuft – er ergänzt die Futterration sinnvoll, kann aber kein Alleinfuttermittel ersetzen. Äpfel werden frisch, getrocknet, als Trester (Pressrückstand aus der Saftherstellung) oder in verarbeiteter Form wie Apfelchips verfüttert. Aufgrund seines hohen Wassergehalts von rund 85 Prozent, des moderaten Zuckergehalts und seiner guten Verträglichkeit eignet sich der Apfel für eine Vielzahl von Haus-, Nutz- und Wildtieren. Entscheidend für eine gesunde Fütterung sind die korrekte Futtermenge, das Fütterungsintervall und die Kenntnis darüber, welche Tierarten vom Apfel profitieren und welche ihn nur eingeschränkt oder gar nicht vertragen.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Äpfel zeichnen sich durch ein günstiges Nährstoffprofil aus, das jedoch energetisch betrachtet eher gering ausfällt. Die wichtigsten Nährwerte pro 100 g frischem Apfel (Durchschnittswerte):

  • Wasser: ca. 85 g
  • Energie: ca. 52–57 kcal (215–240 kJ)
  • Protein (Rohprotein): ca. 0,3 g – sehr gering, daher kein relevanter Eiweißlieferant
  • Fett (Rohfett): ca. 0,2 g – praktisch fettfrei
  • Kohlenhydrate: ca. 11–14 g, davon Fruchtzucker (Fructose) und Glucose
  • Rohfaser: ca. 2,0–2,4 g, vorwiegend als Pektin und Cellulose
  • Vitamine: Vitamin C (ca. 5–12 mg), Vitamin A (Betacarotin), Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, B6), Vitamin E, Vitamin K
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Kalium (ca. 120 mg), Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink

Besonders hervorzuheben ist der hohe Pektingehalt. Pektin ist ein löslicher Ballaststoff, der die Darmgesundheit fördert, die Kotkonsistenz reguliert und als Präbiotikum die nützliche Darmflora unterstützt. Die Schale enthält den Großteil der sekundären Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole, die antioxidativ wirken. Der Gehalt an Protein, Fett und Mineralstoffen ist dagegen zu niedrig, um einen nennenswerten Beitrag zur Deckung des Tagesbedarfs zu leisten.

Für welche Tiere geeignet?

  • Pferde: Äpfel gehören zu den beliebtesten Leckerlis. Zerkleinert können sie der Futterration problemlos beigefügt werden. Ganze Äpfel bergen Erstickungsgefahr – immer vierteln oder kleinschneiden.
  • Hunde: Gut verträglich, gerieben oder in kleinen Stücken. Geriebener Apfel mit Schale wird in der Naturheilkunde bei leichtem Durchfall eingesetzt (Pektinwirkung).
  • Katzen: Grundsätzlich nicht toxisch, wird aber von den meisten Katzen aufgrund des obligat karnivoren Stoffwechsels nicht angenommen und ist ernährungsphysiologisch kaum relevant.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: In kleinen Mengen als Ergänzungsfuttermittel geeignet. Der Fruchtzucker kann bei übermäßiger Fütterung zu Verdauungsstörungen und Übergewicht führen.
  • Geflügel (Hühner, Enten, Gänse): Frische Apfelstücke werden gern aufgenommen und liefern Feuchtigkeit sowie Vitamine.
  • Schweine und Rinder: Apfeltrester wird in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung als kostengünstiges Saftfutter eingesetzt. Er verbessert die Schmackhaftigkeit der Futterration und liefert leicht verfügbare Energie.
  • Wildvögel und Wildtiere: Aufgeschnittene Äpfel an Futterstellen unterstützen Amseln, Drosseln, Igel und andere Wildtiere besonders im Winter.
  • Schildkröten und Reptilien: Bei herbivoren Landschildkröten nur sehr selten und in winzigen Mengen, da der hohe Zuckergehalt die Darmflora stören kann.

Nicht geeignet ist der Apfel – insbesondere Kerne und Kerngehäuse – für kleine Heimtiere wie Hamster in größeren Mengen, da Fruchtzucker bei diesen Tieren Diabetes begünstigen kann. Apfelkerne enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure (Cyanid) umgewandelt wird. Für große Tiere ist die Menge in einzelnen Kernen unbedenklich; bei Kleintieren sollte das Kerngehäuse grundsätzlich entfernt werden.

Fütterungsempfehlung

Da der Apfel als Ergänzungsfuttermittel gilt, sollte er stets nur einen kleinen Anteil der gesamten Futterration ausmachen:

  • Pferde (ca. 500 kg): 1–2 Äpfel pro Tag, geviertel oder zerkleinert, idealerweise auf zwei Fütterungsintervalle verteilt.
  • Hunde (mittelgroß, ca. 20 kg): Maximal ein halber Apfel pro Tag, gerieben oder in mundgerechten Stücken als Beigabe zum Hauptfutter.
  • Kaninchen und Meerschweinchen: Ein bis zwei dünne Scheiben (ca. 10–20 g) zwei- bis dreimal pro Woche. Die Futtermenge sollte 5 Prozent der täglichen Frischfutterration nicht überschreiten.
  • Geflügel: Ein halber bis ganzer Apfel pro Tier und Woche, zerkleinert unter das Beif