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Buchweizen

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Futter & Ernährung > Futtermittel – pflanzlich

Definition & Überblick

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ist trotz seines Namens kein Getreide, sondern gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Als sogenanntes Pseudogetreide wird er seit Jahrhunderten in der menschlichen Ernährung genutzt, spielt aber auch in der Tierernährung eine beachtenswerte Rolle. Die dreieckigen, dunkelbraunen Körner liefern hochwertiges Protein und sind von Natur aus glutenfrei – ein Merkmal, das bei bestimmten Futtermittelunverträglichkeiten relevant werden kann.

In der Tierernährung wird Buchweizen als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, nicht als Alleinfuttermittel. Er eignet sich zur Aufwertung der Futterration verschiedener Tierarten, muss aber stets im richtigen Verhältnis zu anderen Futterkomponenten stehen. Verfüttert werden die ganzen Körner, geschrotet, als Flocken oder in Form von Mehl. Auch Buchweizengrütze und Buchweizenkraut finden gelegentlich Verwendung.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Buchweizenkörner weisen ein günstiges Nährstoffprofil auf, das sich je nach Anbaubedingungen und Sorte leicht unterscheiden kann. Typische Durchschnittswerte pro 100 g Trockensubstanz:

  • Protein: 10–13 g – mit einem bemerkenswert hohen Anteil der essenziellen Aminosäure Lysin, die in klassischen Getreidesorten häufig limitierend ist
  • Fett: 2–3 g – überwiegend ungesättigte Fettsäuren, darunter Linolsäure
  • Rohfaser: 3–4 g bei geschälten Körnern, bis zu 18 g bei ungeschälter Ware
  • Stärke: 60–70 g – gut verdaulich und energiereich
  • Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und Mangan in nennenswerten Mengen
  • Vitamine: B-Vitamine (insbesondere B1, B2, B3 und B6) sowie Vitamin E
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Rutin (ein Flavonoid mit gefäßstärkender Wirkung) und Fagopyrin (ein phototoxisches Pigment, vorwiegend in Schalen und Kraut)

Der Energiegehalt liegt bei etwa 13–14 MJ umsetzbare Energie pro Kilogramm Trockensubstanz und ist damit mit dem von Hafer oder Gerste vergleichbar.

Für welche Tiere geeignet?

Geflügel: Buchweizen wird traditionell an Hühner, Enten und Gänse verfüttert. Hühner nehmen geschrotete oder gequetschte Körner gut auf. Der hohe Lysingehalt ergänzt die Proteinversorgung aus anderen pflanzlichen Quellen sinnvoll. Der Anteil in der Gesamtfutterration sollte 15–20 % nicht überschreiten, da höhere Anteile die Futteraufnahme senken können – Buchweizen enthält Bitterstoffe, die bei übermäßiger Gabe die Akzeptanz mindern.

Schweine: In der Schweinefütterung kann Buchweizen als Teilersatz für Gerste oder Weizen dienen. Geschrotet lässt er sich gut in Mischfutter einarbeiten. Empfohlen werden Anteile von 10–15 % der Gesamtration. Das Aminosäureprofil mit seinem hohen Lysingehalt ist für Schweine besonders vorteilhaft.

Pferde: Buchweizen wird gelegentlich als Komponente in der Pferdefütterung eingesetzt, meist in Form von Flocken oder Schrot. Er liefert gut verdauliche Energie und eignet sich als Abwechslung im Krippenfutter. Die Futtermenge sollte moderat bleiben – maximal 500 g pro Tag für ein Großpferd. Bei Pferden mit hellem Fell oder unpigmentierter Haut ist besondere Vorsicht geboten (siehe „Worauf achten?").

Kaninchen und Nager: In kleinen Mengen können Buchweizenkörner als Bestandteil der Körnermischung angeboten werden. Sie sollten maximal 5–10 % der Saatenmischung ausmachen.

Hunde und Katzen: Gekochter Buchweizen findet sich gelegentlich im BARF-Konzept oder in selbst zubereiteten Rationen als glutenfreie Kohlenhydratquelle. Er ist für beide Tierarten verträglich, muss aber stets durchgegart angeboten werden.

Wiederkäuer: Für Rinder und Schafe spielt Buchweizen eine untergeordnete Rolle. Bei Verfügbarkeit kann er als Energieträger im Kraftfutter eingesetzt werden, üblicherweise bis 10 % der Kraftfutterration.

Fütterungsempfehlung

Buchweizen sollte grundsätzlich nicht als alleiniges Futtermittel, sondern immer in Kombination mit anderen Futterkomponenten verabreicht werden. Die optimale Futtermenge hängt von Tierart, Leistungsniveau und restlicher Rationszusammensetzung ab. Einige Orientierungswerte:

  • Legehennen: 15–20 g pro Tier und Tag, geschrotet oder gequetscht, eingemischt ins Körnerfutter
  • Mastschweine: 10–15 % der Gesamtration (ca. 200–400 g pro Tier und Tag)
  • Pferde (600 kg): 200–500 g pro Tag, als Flocken oder Schrot unter das übrige Krippenfutter gemischt
  • Kaninchen: Einzelne Körner als Leckerli oder maximal 5 % der Saatenmischung
  • Hunde (mittelgroß): 30–50 g gekochter Buchweizen als Kohlenhydratanteil einer ausgewogenen Ration

Beim Fütterungsintervall gelten keine besonderen Vorgaben – Buchweizen kann in die tägliche Ration integriert werden. Eine langsame Anfütterung über mehrere Tage ist empfehlenswert, um die Verdauung an das neue Futtermittel zu gewöhnen.

Vorteile & Nachteile

Vorteile: